Kontakt & Service

Digitale Technologien und Soziale Dienste

Forschungsschwerpunkt DiTeS
TH Köln
Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln

Kontakt

Forschungskoordinatorin

Anna Schelling

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für die Wissenschaft der Sozialen Arbeit (IRIS)

  • Campus Südstadt
    Ubierring 48
    50678 Köln
  • Telefon+49 221-8275-3170

Forschungsagenda

Hierzu gibt es eine breite Expertise im Forschungsschwerpunkt bezogen auf rechtliche und technische Aspekte von Informationssicherheit und Datenschutz, ethische Reflexion und die sozialwissenschaftliche, empirische Analyse sozialer Implikationen. Das Forschungsprogramm bezieht sich in seinen verschiedenen Vorhaben auf unterschiedlichste digitale Technologien, die in Sozialen Diensten als Arbeitsmittel oder Organisationstechnologie zum Einsatz kommen (könnten). Während einige Forschungsvorhaben auf einzelne Technologien fokussieren, soll der Forschungsschwerpunkt als Ganzes die Technologiefelder gerade in ihrer gesamten Breite in den Blick nehmen und dabei insbesondere auch die sich zunehmend ergebenden Verschränkungen und Konvergenzen zwischen ihnen berücksichtigen.

Analyseebenen im Forschungsschwerpunkt DiTeSAnalyseebenen im Forschungsschwerpunkt DiTeS (Bild: DiTeS 2016)

Analyse- und Gestaltungsprinzip der Nutzerzentrierung

Digitale Technologien stoßen gerade in den sozialen Diensten häufig noch auf Widerstände. Dies rührt u.a. daher, dass mit ihnen häufig eine gewisse Standardisierung und Vereinheitlichung von Abläufen einhergeht, die als Widerspruch gesehen wird zur ganz individuellen und auf die einzelne Person ausgerichteten Arbeit mit den AdressatInnen der sozialen Dienste. Auch werden als lästig empfundene Dokumentationspflichten oder eine befürchtete stärkere Kontrolle von Arbeitgeberseite über die Inhalte der eigenen Tätigkeit mit technischen Innovationen assoziiert. Verkannt werden dabei die Potentiale an Vereinfachung und Steigerung der Effektivität, aber auch der Professionalität und Qualität der Dienstleistung. Umso wichtiger ist an dieser Stelle eine genaue Analyse der Widerstände und Vorbehalte, die dann fruchtbar zu machen ist für die Konzeption und den Einsatz digitaler Technologien im Bereich Sozialer Dienste. Die Analyse erfolgt insbesondere mit Methoden der User Experience und Arbeitspsychologie, der kognitiven Modellierung sowie mit dem Gruppendiskussionsverfahren und der Auswertungsstrategie der dokumentarischen Methode.

Co-Creation von Dienstleistungen / Hybride Dienstleistungen

Die Integration unterschiedlicher „Stakeholder“ in Innovationsprozesse wird auch als „Co-Creation“ bezeichnet. Die Co-Creation integriert verschiedene Sichtweisen und Expertisen in den Explorationsund Kreationsprozess und wird so der Komplexität der Gestaltung von Dienstleistungssystemen gerecht. Insbesondere die Endnutzer werden als Experten für ihre Arbeit begriffen und systematisch eingebunden. Dies erhöht nicht nur die Qualität der Ergebnisse sondern auch die Umsetzungsmotivation. Diese Co-Creation findet Anwendung innerhalb bestehender Dienstleistungssysteme – aber auch an Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Anbietern – genau an diesen Schnittstellen besteht ein hohes Innovationspotential, für sogenannte „Hybride Dienstleistungen“, das in der Sozialen Arbeit bislang noch nicht systematisch analysiert ist.

Ganzheitliches Management soziotechnischer Systeme

Ein ganzheitliches Management von soziotechnischen Systemen zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht allein auf störungsfreie und kostengünstige Bereitstellung von IT-Services abzielt, sondern die IT-Landschaft nachhaltig und langfristig auf die Erreichung strategischer und geschäftlicher Ziele hin gestaltet. Dies ist in dem hier betrachtet Kontext besonders wichtig, da durch die spezielle Interaktion von Mensch und digitaler Technik – insbesondere bei größeren Anbietern sozialer Dienste – ein komplexes soziotechnisches System entsteht, das der gezielten organisationalen und technologischen Lenkung bedarf und sich dabei strikt auf die Bedürfnisse der Kunden und Mitarbeiter einzustellen hat. Hybride und umfassende Architekturmanagement-Ansätze liefern hier den Ausgangspunkt, um diese auf das betrachtete Feld hin anzupassen und weiterzuentwickeln.

Wissenstransfer: Referenzarchitekturen und Design Pattern als Transferwerkzeug

Design Patterns beschreiben erprobte Lösungen und generalisieren über mehrere strukturähnliche Fälle. Der Ansatz geht auf den Architekten Christopher Alexander zurück, der Muster als eine dreiteilige Regel auffasst, die den Zusammenhang zwischen einem bestimmten Kontext, einem darin befindlichen Problemfeld und der dafür geeigneten Lösung beschreibt (Alexander, 1979). Das Ziel dieser Gestaltungsmuster ist dabei stets die Verbesserung des Kontexts unter Berücksichtigung vielfältiger Einflussfaktoren, d.h. sowohl soziale, psychologische, technische, politische, finanzielle und organisationale Wirkkräfte werden erfasst und als Begründung für eine erprobte Lösungsform angeführt. Neben einer umfangreichen designtheoretischen Grundlage steht die handlungs- und gestaltungsorientierte Vorgehensweise im Vordergrund. Design Patterns beziehen sich also auf Formen und Strukturen, die bewusst durch gezielte Interventionen und Designentscheidungen hergestellt werden können. Das Transferwerkzeug greift dabei auf verschiedenen Ebenen an, von der Interaktion verschiedener Akteure (MitarbeiterInnen, KlientInnen) über die Gestaltung von fachlichen Prozessabläufen bis hin zur Bereitstellung von Referenzarchitekturen für die Anbindung digitaler Technologien an typische IT-Landschaften von Anbietern Sozialer Dienste.

Technikakzeptanz – Technikreflexivität – Technische Bildung

Probleme mit Technologieakzeptanz auf Seiten der Mitarbeitenden wie auch KlientInnen sind häufig auftretende Probleme in Technologieprojekten. Für den Kontext der Sozialen Diensten ist aufgrund einer eher geringen Technikaffinität mit eher größerer Skepsis zu rechnen. Diverse Modelle zur Messung von Technologieakzeptanz kommen zur Anwendung, und Methoden zur Erhöhung von Technologieakzeptanz werden entwickelt und angewendet. Es ist davon auszugehen, dass diese Methoden ähnliche Module haben (User Experience, Partizipation, Weiterbildung, Gamification, Nutzenadaption), aber teilweise auch in jedem Projekt entsprechend der spezifische Herausforderungen entwickelt werden. Formative Evaluationen in Technologieentwicklungsprojekten werden in iterativen Prozessen mit Projektentwicklern und -entscheidern diskutiert, um frühzeitig Bedarfe von AkteurInnen zu integrieren.

 
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