Lebenslanges Lernen – wissenschaftlich fundiert

Prof. Dr. Sylvia Heuchemer (Bild: FH Köln/Boris Loehrer)

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" lautet ein altes Sprichwort, mit dem ganze Generationen groß geworden sind. Diese Botschaft hat sich jedoch im Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft überlebt: Lebenslanges Lernen ist heute das bildungspolitische Paradigma.

Vizepräsidentin Prof. Dr. Sylvia Heuchemer stellt das Weiterbildungsprofil der TH Köln vor:

Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt mit immer kürzeren Innovationszyklen und neuen Arbeitsstrukturen macht es notwendig, Wissen und Fertigkeiten stets auf dem neuesten Stand zu halten. Es reicht nicht mehr nur zu zeigen, was man kann – genauso wichtig ist, was man zu lernen bereit und in der Lage ist. Durch den demographischen Wandel wird diese Entwicklung noch verstärkt. Hochschulabsolventinnen und -absolventen können den Bedarf an Fachkräften nicht mehr decken. Unternehmen sind stärker denn je auf innovatives akademisches Wissen angewiesen: durch die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die wissenschaftliche Weiterbildung an deutschen
Hochschulen als Teil ihres Bildungsauftrags zunehmend an Bedeutung und eröffnet
ein interessantes und gesellschaftspolitisch wichtiges Aufgabenfeld. Wie Hochschulen
diesen Bildungsauftrag umsetzen, wie sie ihr Angebotsportfolio gestalten, müssen sie
auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konkurrenz präzisieren.

Persönliche Bildungsprozesse fortsetzen

Die TH Köln zeichnet ein besonderes Verhältnis zur Praxis aus: durch ein Lehren und Lernen, das nicht ausschließlich, aber ausgeprägt berufsorientierte Qualifikationen hervorbringt; durch Anwendungs- und Anwendernähe der Forschung und Entwicklung. Die Nähe zu Berufspraxis und anwendungsorientierter Forschung prädestiniert unsere Hochschule in besonderer Weise für die wissenschaftliche Weiterqualifizierung und
die Begleitung beim lebenslangen Lernen. Als Hochschule, die sich an der universitas studiorum et scientiarum ausrichtet, umfasst unser Weiterbildungsauftrag nicht nur „lifelong learning“ im Sinne fachlicher Weiterqualifikation, sondern stets auch „continuing education“, also Angebote zur Fortsetzung persönlicher Bildungsprozesse.

Unterschiedliche Bildungsbiographien als kreatives Potenzial nutzen

Lernen ist für uns Bestandteil jeder Bildungs- und Erwerbsbiographie. Wir messen Lernen einen hohen Stellenwert unabhängig davon zu, ob es in erster Linie der Steigerung der Berufsfähigkeit oder der Weiterentwicklung der Persönlichkeit dient. Unseren Lehr- und Lernkonzepten liegt die Auffassung zugrunde, dass Lernen ein aktiver, konstruktiver und sozialer Prozess ist. Die Vielfalt unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Lebens- und Bildungsbiographien nutzen wir als kreatives Potenzial des Miteinander- und Voneinander-Lernens. Wir knüpfen hierfür an vorhandenen Fähigkeiten Transfer neu erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten in den Berufsalltagund Kenntnissen an und arbeiten gemeinsam an praxisnahen, situativen Fragestellungen.

Neu erworbene Kenntnisse in den Berufsalltag transferieren

Alle unsere Weiterbildungsangebote gründen auf anwendungsorientierten Lehr- und Lernarrangements, die wissenschaftlich fundiertes, berufsspezifisches Fachwissen zugänglich machen. Dabei stärken wir fachliche und überfachliche Kompetenzen für einen nachhaltigen und reibungslosen Transfer neu erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten in den Berufsalltag.

e-Learning und Präsenzlehre kombinieren

Unsere Angebotspalette reicht von kompakten Weiterbildungskursen und Fachtagungen, über mehrsemestrige berufsbegleitende Lehrgänge an Wochenenden bis hin zu weiterbildenden Masterstudiengängen. Insbesondere in der wissenschaftlichen Weiterbildung muss Lernen vielfach zeit- und ortsungebunden stattfinden. Die soziale Komponente des Lernens ist dabei jedoch nicht zu vernachlässigen. Daher setzen wir in diesem Bereich verstärkt auf Blended Learning, eine didaktisch gut begründete Kombination aus e-Learning und Präsenzlehre."

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