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Sie haben eine Frage zum Thema Forschungsdatenmanagement an der TH Köln? Schreiben Sie an: forschungsdaten@th-koeln.de.

Beteiligte Einrichtungen

Das Angebot beruht auf einer gemeinsamen Initiative von:

Meeting mit vier Personen und Datenauswertungen (Bild: littlehenrabi/iStock)

Forschungsdatenmanagement

Von der Planung und Antragstellung eines Forschungsprojekts, über die Projektlaufzeit bis hin zur Publikation, ein strukturierter Umgang mit Forschungsdaten spart langfristig Zeit und erhöht die Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen.

Einführung und Definitionen

Forschungsdaten sind die Basis einer jeden Forschungstätigkeit. Der Begriff Forschungsdaten wird verschieden defniert und ist daher zunächst weit auszulegen.

Unter Forschungsdaten sind […] Daten zu verstehen, die im Zuge eines wissenschaftlichen Vorhabens z. B. durch Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen oder Befragungen entstehen. (DFG 2009)

Hieraus ergibt sich zunächst keine Beschränkung auf digitale Daten, auch die oft verwendete Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärdaten verschwimmt in der Praxis häufig. Abzugrenzen sind Forschungsdaten von Daten über Forschung, z.B. Informationen über Forschungsprojekte.

Je nach Disziplin existieren verschiedene Workflows oder auch Vorgaben zum Umgang mit eigens generierten Daten und zur Nutzung fremder Daten. Im Forschungsprozess durchlaufen die Daten jedoch in der Regel einen allgemeinen Datenlebenszyklus.

Lebenszyklus von Forschungsdaten - von der Planung bis zur Nachnutzung (Bild: TH Köln)

Von der Planung eines Forschungsvorhabens über die kurzfristige Speicherung und den Austausch der Daten mit Projektpartnern in der Projektlaufzeit bis hin zur Veröffentlichung und Nachnutzung durch andere Forschende, jede Phase stellt unterschiedliche Anforderungen an den Umgang mit Forschungsdaten. Der Datenlebenszyklus ist unter anderem angelehnt an den Research Data Lifecycle des UK Data Service.


Wozu sollte man sich mit dem Thema Forschungdatenmanagement befassen? Ein geplanter und strukturierter Umgang mit Forschungsdaten kann einen Nutzen bieten:

  • durch Vermeidung von redundanten Datenerhebungen und Reanalysen unter anderen Fragestellungen oder mit neuen Methoden Zeit zu sparen
  • nicht replizierbarer Daten zu sichern
  • die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten sowie Transparenz und Validität der Daten zu fördern
  • Vorgaben von Mittelgebern (EU, DFG, BMBF) zu erfüllen
  • den wissenschaftlichen Austausch und die Sichtbarkeit durch die Publikation von Forschungsdaten zu steigern

Die folgenden Informationen sollen Orientierung geben für Angebote der TH Köln oder von Drittorganisationen rund um das Thema Forschungsdatenmanagement und auf existierende Vorgaben und Initiativen hinweisen.

Planen und Strukturieren

Zu Beginn eines Forschungsvorhabens ist es hilfreich, sich über bestimmte Aspekte in der Handhabung der entstehenden Forschungsdaten Gedanken zu machen.

Für Einsteiger ist zur umfangreichen Information und Einführung in das Thema Forschungsdaten die Informationsplattform forschungsdaten.info zu empfehlen. Zahlreiche nützliche Tipps und Links werden zur Vertiefung zusammengestellt.

Bei der Beantragung von Forschungsprojekten gilt es, sich über die genauen Vorgaben der Forschungsförderer zu informieren. Diese werden in allgemeinen Leitlinien, aber auch in den einzelnen Bekanntmachungen zu Förderprogrammen definiert. Für Horizon 2020-Projekte existieren die umfangreichsten Vorgaben zum Forschungsdatenmanagement, es sei denn, die Antragsteller machen von der sogenannten Opt-out-Option Gebrauch.


Ist ein konkretes Forschungsprojekt geplant, kann die Erstellung eines Datenmanagementplans (DMP) vorgegeben oder zumindest hilfreich sein. Ein Datenmanagementplan fasst die wichtigen Punkte zum Umgang mit Forschungsdaten im Projekt zusammen, z.B.:

  • Wie ist das Projekt definiert? Was sind die Ziele und wer ist verantwortlich?
  • Wie werden die Daten erhoben bzw. was ist die Datenquelle?
  • Wie werden Daten dokumentiert und gespeichert? Welche Metadaten und Formate werden gewählt?
  • Wo werden die Daten gespeichert?
  • Wem werden die Daten zur Verfügung gestellt und unter welchen Bedingungen?
  • Gibt es rechtliche oder ethische Aspekte zu beachten?
  • Wie werden die Daten nach Projektende archiviert und wie lange?
  • Welche Kosten fallen für FDM an?

Ausführliche Informationen, welche Punkte in einem DMP beachtet werden sollten, bieten z.B. die Checklist for a Data Management Plan des Digital Curation Centre oder die Checkliste zur Erstellung eines Datenmanagementplans in der empirischen Bildungsforschung des Verbunds Forschungsdaten Bildung.


Speichern und Austauschen

Für die Speicherung von Forschungsdaten in einem Forschungsprojekt ergeben sich unterschiedliche Anforderungen. Hier spielt z.B. die Datenmenge oder der Datenschutz eine Rolle, aber auch die Frage, welche Personen Zugriff auf die Daten erhalten sollen. Im folgenden werden einige Angebote zusammengestellt.

Für die Einrichtung von persönlichem Speicherplatz wenden Sie sich bitte an den IT-Admin Ihrer jeweiligen Fakultät. Sofern für ein Forschungsprojekt ein gemeinsamer Speicherplatz für Personen aus verschiedenen Organisationseinheiten notwendig ist, bietet die Campus IT Shares an. Diese sind geeignet bei der Nutzung durch eine festgelegte Gruppe an Personen der TH Köln über einen längeren Zeitraum hinweg.

Darüber hinaus bietet die nicht-kommerzielle Cloud-Plattform Sciebo zur gemeinsamen Dateiablage eine kostenlose Alternative zu den häufig verwendeten kommerziellen Cloud-Anbietern. Vor der Nutzung sind die Empfehlungen für die Verwendung von Sciebo, insbesondere zum Datenschutz, zu beachten. Für Projekte mit besonders großem Speicherbedarf können spezielle Projektboxen in Sciebo beantragt werden.

Die Software Angebote der Campus IT für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TH Köln sind im internen Webauftritt zusammengestellt. Zum Austausch großer Datenmengen steht z.B. die Anwendung GigaMove zur Verfügung. Konkrete Anfragen für weitere Software richten Sie bitte direkt an die Campus IT (software@campus-it.th-koeln.de).


Veröffentlichen und Archivieren

Mit der Publikation eines wissenschaftlichen Artikels werden in der Regel bereits verarbeitete und nur ausgewählte Forschungsdaten veröffentlicht. Immer mehr Journale erwarten allerdings von den Autorinnen und Autoren die Bereitstellung der zugehörigen Original-Datensätze, entweder für den Peer-Review-Prozess oder für die spätere Veröffentlichung.

Sofern die Journale selbst keine Möglichkeit zur Publikation der Datensätze bieten, helfen spezielle Datenrepositorien weiter. In einem Datenrepositorium werden Daten strukturiert abgelegt und mit einem Identifier versehen. So sind diese dauerhaft verfügbar und zitierbar. Es existieren fachspezifische sowie fachunabhängige Repositorien. Weitere Informationen zu Datenrepositorien und Recherchemöglichkeiten bietet die Plattform forschungsdaten.info.

Die Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten der TH Köln geben zudem vor, dass die Originaldaten als Grundlagen für Veröffentlichungen auf haltbaren und gesicherten Trägern für zehn Jahre aufbewahrt werden müssen. Dieser Aspekt sollte von den Projektverantwortlichen vor allem beim Weggang eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin beachtet werden.

Training und Termine

Zur Vertiefung der Kenntnisse im Umgang mit Forschungsdaten existieren verschiedene kostenfreie Selbstlern-Angebote. Zudem werden Workshops oder Seminare zu ausgewählten Themen durchgeführt. Im Folgenden finden Sie eine nicht abschließende Liste an externen Angeboten:

CESSDA Training

CESSDA Training ist ein Angebot von GESIS im Rahmen des Consortium of European Social Science Data Archives (CESSDA). CESSDA Training bietet Unterstützung beim Management, der Pflege und der Archivierung sozialwissenschaftlicher Forschungsdaten mit einem Schwerpunkt in der Archivierung und Kuratierung digitaler Forschungsdaten. Angeboten wird bespielsweise einen Expert Tour Guide on Data Management oder verschiedene Online-Materialien zum Download. 

Webinar: As open as possible, as closed as necessary – Forschungsdaten in Horizon 2020 (Jessica Rex, Universität Konstanz)

Mittwoch, 5. September 2018, 15 Uhr bis 15.30 Uhr oder
Montag, 10. September 2018, 11 Uhr bis 11.30 Uhr

E-Science-Tage 2019: Data to Knowledge, 27. bis 29. März 2019 in Heidelberg

Weitere Termine finden Sie auf der Plattform forschungsdaten.info.

Fachspezifische Information

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