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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Campus Südstadt
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Studiengangskoordinator

Alexander Engel

  • Technische Hochschule Köln

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Beratung und Vertretung im Sozialen Recht (M.A.) studieren - Worum geht es da?

Beratung und Vertretung im Sozialen Recht (Bild: F01)

Über vier Semester verteilt wird aktuelles und praxisrelevantes Fachwissen in verschiedenen Rechtsgebieten, sowie methodische und personale Kompetenzen für zielgruppenspezifische und geschlechtersensible Beratungsprozesse erworben.

Aufbau und Studiengangskonzept

Über vier Semester verteilt wird aktuelles und praxisrelevantes Fachwissen in verschiedenen Rechtsgebieten, sowie methodische und personale Kompetenzen für zielgruppenspezifische und geschlechtersensible Beratungsprozesse erworben.  Das Studium ist in inhaltlich aufeinander aufbauende Module untergliedert. In den Veranstaltungen werden sukzessive die zentralen methodischen und inhaltlichen Kompetenzen vermittelt. Der Modulplan gibt einen Überblick über die 20 Module und ihre Verteilung auf die vier Semester (siehe weitere Informationen: Modul- und Studienplan).

In den ersten beiden Semestern werden vorwiegend fachliche und methodische Grundlagen in den beiden Bereichen des Zivil-  und Sozialrechts und der Beratung vermittelt, die dann in der zweiten Hälfte des Studiums verstärkt in integrativen Modulen (siehe unten: integratives Projekt- und Fallseminar, europäisches Kooperationsseminar) zusammengeführt und aufeinander bezogen werden. Dies geschieht unter Einbeziehung der zu erbringenden Erfahrungen aus dem studienbegleitenden Praxisteil. Insgesamt wird die anvisierte Transferleistung zwischen Theorie und Praxis sowie Rechts- und Beratungsinhalten von Beginn an angestoßen und im Verlaufe des Studiums in ihrer Multidimensionalität zunehmend vertieft.

Ziel des Studiengangs ist, die Befähigung der Absolventinnen und Absolventen im Bereich  von Arbeitsfeldern, die starke rechtliche und psychosoziale Aspekte aufweisen,  Klientinnen und Klienten zu beraten, oder rechtlich zu vertreten. Hierzu erweitern und vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse in speziellen Rechtsgebieten und lernen, diese auf Fälle anzuwenden, Zuständigkeiten zu klären und rechtliche Handlungsstrategien zu entwerfen. Sie werden befähigt, sachdienliche Anträge, Stellungnahmen und Gutachten zu formulieren und ihr rechtliches Fachwissen laufend zu aktualisieren. Sie reflektieren Beratungs- und Vertretungsmodelle unter ethischen Gesichtspunkten und erweitern ihr kritisches Verständnis von individuellen und systemischen Hintergründen und Ursachen psychosozialer Konfliktlagen, Ihnen werden Grundlagen methodischer Kompetenz in Beratung und Mediation vermittelt. Sie werden befähigt, ihre Beratungs-, Vermittlungs- und Vertretungstätigkeit in verschiedenen Settings zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.

Das Konzept des Studiengangs sieht demnach gleichermaßen die Vermittlung theoretischen und praxisnahen Wissens vor. In den ersten beiden Semestern werden fachliche und methodische Grundlagen in den beiden Bereichen des Sozialrechts und der Beratung vermittelt. Zudem sammeln Studierende im ersten Studienjahr studienbegleitend 210 Stunden praktische Erfahrungen in der Beratung, Mediation und Vertretung.


Didaktik

Das didaktische Konzept des Masterstudiengangs orientiert sich an der Zielsetzung, den Studierenden nicht nur fachlich fundiertes Wissen zu vermitteln, sondern auch ein praxisorientiertes Studium zu garantieren, um an vorhandene und zu erlangende beruflich-praktische Kompetenzen anzuknüpfen und um durch diese Verknüpfung die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden gezielt zu verbessern. Ein Großteil der Veranstaltungen findet in Form von übungsorientierten Seminaren statt, die auch Theoriebeiträge der Dozentinnen und Dozenten beinhalten. Sie sind interaktiv und praxisbezogen. Die Nachbereitung und Vertiefung der Vorlesungs- und Seminar inhalte findet anhand von Fallbeispielen und Übungen statt. Zum Teil werden auch Planspiele durchgeführt. Von Beginn an wird das vernetzte Arbeiten und integrative Denken gefördert. Didaktisch ist eine sinnvolle Verknüpfung von Präsenzveranstaltungen und virtuellem Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien (ILIAS) vorgesehen (Blended Learning).

Eine enge Verschränkung von ersten beruflichen Praxiserfahrungen (Praxisphase) und deren theoretisch gestützter Aufarbeitung  in modernen Lehr-/Lernarchitekturen stellt einen wichtigen didaktischen Kern des Studiengangs dar. So wird in der zweiten Hälfte des Studiums zunehmend das Grundlagenwissen aus den beiden Teilbereichen in integrativen Fall- und anwendungsbezogenen Projektseminaren aufeinander bezogen. Dadurch lernen die Studierenden das theoretisch erlangte Wissen mit ihren Praxiserfahrungen zu verschränken.

Beratung und Vertretung im Sozialen RechtBeratung und Vertretung im Sozialen Recht (Bild: F01)

In den Beratungsmodulen und gruppendynamischen Modulen steht die Selbsterfahrung und –reflexion methodisch-didaktisch im Vordergrund.  Der Kontakt zu Klientinnen benötigt Kompetenzen der Kommunikation und der Kontaktfähigkeit. Selbsterfahrung als Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Lebens- und Berufsgeschichte und den Vorannahmen, mit denen man Klientinnen und Klienten bzw. Adressatensystemen gegenüber tritt, ist als Lerninhalt und –methode für die zukünftige Berufsrolle der Studierenden unerlässlich und repräsentiert damit ein eigenständiges Lernfeld. Die Fähigkeit zu Introspektion und Einfühlung sollen ausgebildet werden. Dadurch leistet die Selbsterfahrung einen Beitrag zur Differenzierung zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung. Die Studierenden sollen befähigt werden, Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene in ihrer Wirksamkeit nachhaltig zu verstehen. Im geschützten Lernraum des Übens in Rollenspielen können die Studierenden über die Rückmeldung der Lerngruppe und Lehrenden eine Erweiterung ihrer Fähigkeiten hinsichtlich verbaler und nonverbaler Kommunikation erfahren. In den gruppendynamischen Modulen werden darüber hinaus feste Lerngruppen installiert.  Die Mitglieder der einzelnen Lerngruppen arbeiten auch in anderen Modulen zusammen . Die Studierenden überprüfen mittels Selbstevaluationsbögen ihre Kooperations- und Konfliktfähigkeit und lernen damit die Dynamiken von Teams kennen und bearbeiten. Damit wächst die Beratungsqualität und –kompetenz. In Selbstlerngruppen mit etwa 5 Studierenden bereiten die Studierenden die kommenden Vorlesungsinhalte vor und erarbeiten eigenständig Lösungen von spezifischen juristischen  und beraterischen Fragestellungen. In den Arbeitsgemeinschaften üben sie zudem Fertigkeiten wie Selbstorganisation, Präsentationstechniken, das Reden und Diskutieren in einer Gruppe und damit rhetorische und soziale Kompetenzen, wie z. B. Integrations- und Kompromissfähigkeit

Beispielhafte Modulbeschreibung (ausführlich s. weiterführende Informationen/Modulhandbuch)

+ Modul 4: Berufsbezogenes gruppendynamisches Training: "Person und Rolle im beruflichen Feld“

In einem fünftägigen Intensivseminar in einem Tagungshaus erarbeiten die Studierenden gemeinsam mit zwei Lehrenden die Dynamik von Teams und Organisationen und die Wechselwirkungen interaktioneller Strukturen anhand der Reflexion eigenen Handelns. Zum Einübung von professionellen Fertigkeiten in Bezug auf die Beratungsarbeit mit einzelnen KlientInnen, Gruppen und Institutionen kommt ein Sensitivity-Training mit selbstreflexiven Arbeitsformen, Gruppendiskussion und Rollenspiel zum Einsatz.

Darüber hinaus gibt es im späteren Verlauf des Studiums eine Reihe weiterer didaktischer Konzepte, die auf eine Verschränkung der Arbeit mit Fallbeispielen im Rechtsbereich mit den wachsenden beraterischen Kompetenzen sowie den Praxiserfahrungen zielen. Im Folgenden (Modul 13 und 16) finden Sie dazu beispielhaft eine kurze Skizzierung der didaktischen Methoden in zweien dieser Integrationsmodule.

+ Modul 13: Integratives Fall- und Supervisionsseminar

Die in den vorangegangenen Modulen erworbenen rechtlichen, fachtheoretischen und methodischen Kompetenzen werden an Fallbeispielen aus der Praxis integrativ vertieft. Die Studierenden analysieren ihre in der Praxis behandelten und dokumentierten Fälle und arbeiten sie unter interdisziplinären Blickwinkeln kritisch auf. Als didaktische Methoden kommen der Konzeptbildende Ansatz, Intervision, Falldokumentation und Fallbesprechung sowie fachtheoretische Vorträge zum Einsatz

+ Modul 16: Integrative Projektseminare

Die Studierenden reflektieren die Praxis vor dem Hintergrund der Ergebnisse aktueller interprofessioneller und interdispziplinärer Forschung und/oder führen selbst Lehrforschungsprojekte und Evaluationen durch. Sie berücksichtigen dabei die jeweilige rechtliche Situation der KlientInnen sowie die spezifischen Rechte und Pflichten der Beratenden. Das Projektstudium soll unter Berücksichtigung der
- spezifischen Methoden der Interventionen,
- spezifischen (ethnischen, sozialen, geschlechtsspezifischen) Merkmale der jeweiligen Klientel,
- spezifischen Merkmale des jeweiligen Beratungssystems und
- spezifischen Merkmalen des Regelungssystems
durchgeführt werden. Als didaktische Methoden stehen Supervision, Kleingruppenarbeit, Beratungsgespräche und Interviews im Vordergrund.

Internationalisierung im Studiengang - das europäische Kooperationsseminar

Das europäische Kooperationsseminar, welches im letzten Semester stattfindet, stellt eine wichtige Lehreinheit für die Integration der einzelnen Lernbausteine dar. Die ca. 5-tägige Exkursion bietet den Studierenden die Möglichkeit,  die unterschiedlichen rechtlichen und sozialpolitischen Antworten auf prekäre Lebenslagen im europäischen Vergleich zu analysieren. Thematisch steht eine Auseinandersetzung mit der Europäisierung und Internationalisierung der Sozialen Arbeit im Mittelpunkt des Kooperationsseminars. Im Rahmen einer Exkursion werden die Studierenden für diese nationalstaatlichen Unterschiede ,im europäischen Kontext’ sensibilisiert. In der direkten Auseinandersetzung mit Praktikern und Studierenden vor Ort werden unterschiedliche Herangehensweisen an soziale Problemlagen thematisiert. Eine gemeinsame vergleichende Erörterung politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen eröffnet die Möglichkeit einer Analyse und kritischen Reflexion sozialstaatlicher Lösungen im Sinne der Einnahme einer für die späteter Berufstätigkeit unbedingt zu fördernde kulturkritische Perspektive.

Die Masterarbeit und das Kolloquium

Mit der Masterarbeit und dem daran anschließenden Kolloquium wird das Studium abgeschlossen. Mit dem Erstellen der Masterarbeit wird der Nachweis über die fachliche und methodische Kompetenzerweiterung erbracht.  Die Arbeit ist eine schriftliche Hausarbeit, die zeigen soll, dass die Kandidatin oder der Kandidat befähigt ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist eine praxisorientierte Aufgabe aus ihrem oder seinem Fachgebiet sowohl in ihren fachlichen Einzelheiten als auch in den fachübergreifenden Zusammenhängen nach wissenschaftlichen und fachpraktischen Methoden selbstständig zu bearbeiten. Begleitet wird das Erstellen der Arbeit durch das Masterseminar. Darin werden die Studierenden bei der Themensuche, der Formulierung der Fragestellung, dem Erstellen eines Exposés sowie dem Schreibprozess begleitend beraten. Als letzter Prüfungsteil ist eine mündliche Prüfung (Kolloquium) vorgesehen. Das Kolloquium ergänzt die Abschlussarbeit und wird selbstständig bewertet. Es dient der Feststellung, ob die Kandidatin oder der Kandidat befähigt ist, die Ergebnisse der Abschlussarbeit, ihre fachlichen Grundlagen, ihre fachübergreifenden Zusammenhänge und ihre außerfachlichen Bezüge mündlich darzustellen und selbstständig zu begründen sowie die Bedeutung des Themas der Arbeit für die Praxis einzuschätzen.

Der Abschluss

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums verleiht die TH Köln den Titel „Master of Arts“ (Kurzform M.A.).
Dieser Abschluss berechtigt zur Promotion und eröffnet den Zugang zum höheren Dienst. Das Studium qualifiziert StudienabsolventInnen und PraktikerInnen in Bereichen der Sozialen Arbeit, in denen ein sehr hoher Bedarf an Kenntnissen des Sozialen Rechts sowie an Mediations- und Beratungsmethoden besteht. Hierzu zählen alle Arbeitsfelder, in denen Menschen über Sozialleistungen beraten werden, Interventionen, in denen familienrechtliche oder vertragsrechtliche Fragestellungen relevant sind, des weiteren die Praxisbereiche der Sozial-, Schuldnerberatung und Insolvenzbegleitung, der gesetzlichen Vertretung (Vormundschaft, Pflegschaft, Betreuung) und Streitschlichtung (Mediation, Täter-Opfer-Ausgleich).

Zeitplanung und Jahrgangsgrößen

Die Terminierung der Lehrveranstaltung und der hohe Selbstlernanteil ermöglichen es, das Studium mit einer Teilzeittätigkeit zu vereinbaren oder familienbegleitend zu absolvieren. Die Veranstaltungen finden regelmäßig donnerstags und freitags in der Zeit von 9:45 bis 17:45 Uhr und ggf. samstags von 9:00 bis 16:45 Uhr statt. Daneben finden in der Regel sechs 5-tägige Blockseminare statt. Den Studierenden soll die Möglichkeit offen gehalten werden, eine berufliche Teilzeitstelle aufzunehmen oder ggf. in angepasstem Maße weiterzuführen. Eine gemäßigte Teilzeitberufstätigkeit wird sogar ausdrücklich empfohlen, da die Lehre stark auf die (Berufs-)Praxis bezogen ist. In den Veranstaltungen sind die unmittelbaren Praxiserfahrungen der Studierenden immer wieder Gegenstand gemeinsamer Auseinandersetzung.

Um optimale Voraussetzungen für die Umsetzung dieses Studiengangskonzeptes zu schaffen, ist die Anzahl der Teilnehmer, die jeweils zum Wintersemester aufgenommen werden, auf 30 begrenzt. Das bedeutet für die Studierenden: Kleingruppenkonzepte mit effektiven Lehr- und Lernarchitekturen und ein permanenter Austausch mit den Lehrenden. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums verleiht die TH Köln den Titel „Master of Arts“ (Kurzform M.A.).

Kosten

Für den Masterstudiengang werden die allgemeinen Semestergebühren (Sozialbeitrag, AStA- und Mobilitätsbeitrag) erhoben. Bei Exkursionen haben Studierende einen Eigenanteil an den Kosten der Verpflegung und Übernachtung zu tragen.

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