Forschungsstellen

Was zeichnet eine Forschungsstelle aus?

Die Kriterien für eine Forschungsstelle sind ähnlich wie bei einem Forschungsschwerpunkt: Mindestens drei Professorinnen und Professoren arbeiten an einem gemeinsamen Forschungsthema. Sie müssen ihre Forschungsaktivitäten jeweils anhand von wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder anhand von Forschungsprojekten nachweisen, die durch projektbezogene öffentliche Fördermittel oder durch Unternehmen und Institutionen unterstützt werden. Über die Einrichtung einer Forschungsstelle entscheidet das Präsidium der TH Köln, gestützt auf ein Gutachten der Ständigen Kommission für Forschung und Wissenstransfer.

An der TH Köln gibt es derzeit folgende Forschungsstellen:

+ Forschungsstelle aktuarielles Risikomanagement (FaRis)

Die Forschungsstelle FaRis bündelt die aktuariellen Forschungsaktivitäten des Instituts für Versicherungswesen der TH Köln. FaRis versteht sich dabei als Bindeglied zwischen mathematischer Forschung und wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen.

Gerade weil die Versicherungswissenschaft sehr stark von den zwei klassischen Fachdisziplinen Mathematik und Recht geprägt ist, konzentriert sich die wissenschaftliche Kommunikation teils auf aktuarielle und teils auf juristische Fragen.
Ziel der eingerichteten Forschungsstelle ist zum einen die verbesserte Koordination der Forschungsaktivitäten der Kolleginnen und Kollegen, die sich mit aktuariellen Fragen beschäftigen, und zum anderen eine Verbesserung der Außenwahrnehmung. FaRis ist eindeutig anwendungsorientiert. Insofern ist es ein wesentliches Ziel der Forschungsstelle, Kontakte zur Versicherungspraxis zu vertiefen, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit Hilfe der Praxis zu initiieren und insbesondere interessierte Experten in die Arbeit einzubeziehen. FaRis dient auch dem beidseitigen Wissenstransfer von Hochschule und Wirtschaft.

An der Forschungsstelle FaRis arbeiten folgende Professorinnen und Professoren aktiv mit:
- Prof. Dr. Maria Heep-Altiner (Leitung)
- Prof. Dr. Oskar Goecke
- Prof. Dr. Ralf Knobloch
- Prof. Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe
- Prof. Dr. Torsten Rohlfs
- Prof. Dr. Jürgen Strobel

+ Forschungsstelle Echtzeitstadt

Die sensuelle Erfahrung von Stadt spielt eine zentrale Rolle für die Konstruktion von Gesellschaft und Öffentlichkeit. Die Entwicklung von Stadt und Gesellschaft beginnt mit der Frage, wie Wahrnehmungen urbaner Räume und Situationen strukturiert werden. Anhand von Fallstudien untersuchen die Forschenden exemplarische Stadtkonfigurationen, um die dichte Verschränkung von Sinneseindrücken, kommunikativen Prozessen und räumlich-technologischen Umwelten aufzuzeigen und zu analysieren. Wie beeinflussen neue Verfahren der Visualisierung und der Verräumlichung von Daten Wahrnehmung, Denken und Handeln? Welche physisch-digitalen Räume und Strukturen können entwickelt werden, um bisher nicht erfasste Potenziale des Urbanen freizulegen und die Stadt als Lebens- und Zivilisationsmodell neu zu denken? Was bedeuten Ansätze wie »Participatory Sensing« für die Entwicklung alternativer Vorstellungen über Teilhabe und Diversität? Diesen und anderen Fragen widmen sich die Forschenden aus unterschiedlichen Perspektiven. »Echtzeitstadt« ist ein Zusammenschluss aus Design, Architektur, Kultur- und Technikwissenschaften. In diesem interdisziplinären Kontext werden programmatisch Theorie und Praxis, Grundlagenforschung und Anwendung verbunden. Ziel ist es, Methoden zu schärfen und Werkzeuge zu formen, mit denen sensorische und semiotische Verknüpfungen von Stadt, Technik und Menschen erfasst und entwickelt werden können.

Die Forschungsstelle richtet sich an drei thematischen Schwerpunkten aus:

1. Bildoperationen im öffentlichen Raum
Neue Visualisierungspraktiken lenken und gestalten Wahrnehmung, Bewegung und Orientierung im physischen Raum und etablieren ein verändertes Verhältnis zwischen Bild und Handlung. Der Schwerpunkt untersucht dieses Gefüge von Anschauung, Operativität und Bildlichkeit in Bezug auf städtische Räume und Öffentlichkeiten.

2. Mobile Strukturen, digitale Raumpraktiken
Ziel dieses Schwerpunktes ist es, Stadt durch veränderte Mobilitätsstrukturen und -prozesse zu erfahren und zu entwickeln. Dem zugrunde liegt ein breites Verständnis von Mobilität als Beweglichkeit von Personen, Gütern, Informationen und Energien im physischen wie digitalen Raum.

3. Urbane Systeme, Kommunikationen und Zeichen
Im Fokus des dritten Schwerpunktes stehen die Erforschung und Gestaltung des Verhältnisses von urbanen Identitätskonstruktionen und Sprache, von Raumsemantiken und Zeichenkomplexen, die sich mit semiotischen, systemischen und kulturellen Kategorien bestimmen lassen.

Die Forschungsstelle »Echtzeitstadt« ist 2018 an der KISD – Köln International School of Design der TH Köln gegründet worden. Zu den Mitwirkenden gehören:

Prof. Dr. Carolin Höfler (Leitung)
Prof. Philipp Heidkamp
Prof. Andreas Wrede

Assoziiert sind:
Prof. Dr. Matthias Böhmer
Prof. Marco Hemmerling

Die Webseite der Forschungsstelle »Echtzeitstadt« ist aktuell im Aufbau.

+ Kölner Forschungsstelle für Medienrecht

Aktuelle Entwicklungen des Medienrechts in enger Verbindung mit der Medienpraxis wissenschaftlich begleiten.

Das Ziel der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht ist ein dauerhafter Diskurs mit Medienunternehmen zur Erörterung drängender Fragen der Praxis. Gattungsübergreifend soll ein Forum für Printmedien, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, private Hörfunk- und Fernsehveranstalter, Telekommunikationsunternehmen sowie deren Aufsichtsorgane geschaffen werden.

Die Kölner Forschungsstelle für Medienrecht beschreitet mehrere Wege zur gattungsübergreifenden Verzahnung von Wissenschaft und Praxis. Zum einen veranstaltet sie Mediensymposien für Repräsentanten von Medienwissenschaft und Medienunternehmen unter Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit. Zum anderen entstehen unter dem Dach der Forschungsstelle Veröffentlichungen, die der Ausbildung dienen und Publikationen, die an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis angesiedelt sind.

An der Forschungsstelle für Medienrecht arbeiten folgende Professoren aktiv mit:
- Professor Dr. Rolf Schwartmann (Leitung)
- Professor Dr. Bernd Eckardt
- Professor Klaus Gennen

+ Forschungsstelle Translation und Fachkommunikation

Die im Jahr 2017 am Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der TH Köln gegründete Forschungsstelle Translation und Fachkommunikation strebt eine holistische Betrachtung der ein- und mehrsprachigen fachkommunikativen Arbeitsprozesskette an.
Translation wird hier verstanden als die schriftliche (Übersetzen) oder mündliche (Dolmetschen) Übertragung von (Fach)Texten aus einer Ausgangs- in eine Zielsprache und Fachkommunikation als die originäre Produktion von Fachtexten unterschiedlicher Fachgebiete und Textsorten. Diese beiden zentralen Glieder der fachkommunikativen Arbeitsprozesskette werden im Rahmen der Forschungsstelle aus einer sprachorientierten, einer gesellschaftsorientierten, einer technologieorientierten und einer kulturorientierten Perspektive fokussiert.

Die primären Forschungsschwerpunkte sind folgende:
- Fachsprachliche Strukturen unterschiedlicher Fächer, sprachliche Merkmale fachinterner und interfachlicher (mehrsprachiger) Fachkommunikation sowie (fach)sprachliche Verschiebungen beim Wissenstransfer aus geschlossenen Fachgemeinschaften in die breitere Gesellschaft (Stichwort Experten-Laien-Kommunikation)
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Translation und Fachkommunikation, gesellschaftliche Auswirkungen dieser Kommunikationshandlungen und entsprechende Optimierungsmöglichkeiten (Stichwort Barrierefreie Kommunikation und Einfache/Leichte Sprache)
- Digitalisierung der Arbeitsprozesse von Übersetzern, Dolmetschern und technischen Redakteuren, technologische Unterstützung, Optimierung und Lenkung von Translations- und Fachkommunikationsprozessen sowie Usability-Studien
- Kulturelle Verhaltensnormen und -konventionen mit Einfluss auf Translation und Fachkommunikation und entsprechende interkulturelle Gemeinsamkeiten und Divergenzen

An der Forschungsstelle Translation und Fachkommunikation arbeiten folgende Professorinnen und Professoren aktiv mit:

- Prof. Dr. Ralph Krüger (Leitung)
- Prof. Dr. Ursula Wienen (Leitung)
- Prof. Dr. Barbara Ahrens
- Prof. Dr. Angelika Hennecke
- Prof. Dr. Lisa Link
- Prof. Dr. Monika Krein-Kühle
- Prof. Dr. Morven Beaton-Thome

+ Forschungsstelle Versicherungsmarkt

Digitalisierung, Innovation, Kostendruck und Änderung des Kundenverhaltens: Die Versicherungswirtschaft befindet sich in einem fortlaufenden Umbruch. Die Kölner Forschungsstelle Versicherungsmarkt erforscht Grundlagen und dynamische Veränderungen von Angebot und Nachfrage im Markt für Versicherung und Risikovorsorge.

Dies erfolgt aus Perspektive unterschiedlicher Disziplinen wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie, Mathematik, Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre.

Die wichtigsten Forschungsschwerpunkte sind:
- Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft
- Innovation im Versicherungsmarkt
- Einfluss sozialer Medien
- Konsumentenverhalten / Versicherungspsychologie / Behavioral Insurance (www.behavioralinsurance.de)
- Versicherungsbetrug (www.versicherungsbetrug-verstehen.de)

Zu diesen Themen trägt die Forschungsstelle durch regelmäßige Projekte, Publikationen und Veranstaltungen bei und betreibt durch Fallstudien, Seminare, Vorträge und Kongresse einen intensiven Austausch mit der Praxis.

An der Forschungsstelle Versicherungsmarkt arbeiten folgende Professoren und Profesorinnen aktiv mit:
- Prof. Horst Müller-Peters (Leitung)
- Prof. Dr. Michaele Völler (Leitung)
- Prof. Dr. Rolf Arnold
- Prof. Dr. Horst Grundhöfer
- Prof. Dr. Detlef Rüdiger
- Prof. Dr. Gabriele Zimmermann

+ Forschungsstelle Versicherungsrecht

Versicherungsunternehmen sind täglich mit schwierigen rechtlichen Fragestellungen befasst.

Die im Jahr 2009 am Institut für Versicherungswesen der TH Köln gegründete Forschungsstelle für Versicherungsrecht widmet sich praxisrelevanten versicherungsrechtlichen Fragestellungen. Im Halbjahresrhythmus lädt die Forschungsstelle zu einem Diskussionsforum ein. In der Rotunde der TH Köln werden dabei aktuelle versicherungsrechtliche Themen diskutiert. Ferner ist die Forschungsstelle im Rahmen von Untersuchungen aktiv und setzt sich im Rahmen zahlreicher Veröffentlichungen mit wissenschaftlichen Fragestellungen zum Versicherungsrecht und den einzelnen Versicherungssparten auseinander.

An der Forschungsstelle Versicherungsrecht arbeiten folgende Professoren aktiv mit:
- Prof. Dr. Jochen Axer
- Prof. Dr. Dirk-Carsten Günther
- Prof. Dr. Peter Schimikowski
- Prof. Dr. Karl Maier

+ Forschungsstelle Wirtschaftsmediation und Verhandlung

Die Forschungsstelle Wirtschaftsmediation und Verhandlung beschäftigt sich mit Wirtschaftsmediation sowie Kommunikations- und Konfliktmanagement als erfolgreiche Instrumente außergerichtlicher Streitbeilegung. Sie hat das Ziel, den professionellen Umgang mit Streit und Konflikten in Wissenschaft, Lehre und Praxis voranzutreiben.

Eine lebendige und konstruktive Streitkultur ist ein wesentlicher Faktor für Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit und damit für Unternehmenserfolg.

Die Forschungsstelle initiiert und führt anwendungsorientierte Studien, Forschungsprojekte und Untersuchungen durch, wie z.B. die Entwicklung eines Streitkulturindexes für Unternehmen und Organisationen. Sie unterstützt und begleitet Unternehmen durch Mediationen sowie bei der Implementierung von strategischen Kommunikations- und Konfliktmanagementsystemen.

Wesentliche Themenschwerpunkte sind:
- Innerbetriebliches Kommunikations- und Konfliktmanagement
- Unternehmensnachfolge im Mittelstand und in Familienunternehmen
- Interkulturelle Mediation
- Konflikte im Baubereich
- Frauen in Führung

Die Forschungsstelle arbeitet intensiv und interdisziplinär mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und mit Experten aus der Praxis zusammen. Den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft fördert sie durch Vorträge, Weiterbildungsangebote und Fallstudien.
Sie veranstaltet regelmäßig Symposien und Diskussionsforen zu aktuellen Fragestellungen für Unternehmen, Justiz, Verwaltung, Mediatoren, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit.

Vorstand der Forschungsstelle Wirtschaftsmediation und Verhandlung:
- Prof. Dr. Ricarda Rolf

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