Weltbunt – Die Welt wird bunt.

Bedeutung der historischen Farbstoffsammlung für die Entwicklung der Textil- und Chemischen Industrie. Das Projekt wird durch das BMBF gefördert; Projektpartner sind, gemeinsam mit dem CICS der TH Köln, die Hochschule Niederrhein (Krefeld), das Museum Schloss Rheydt (Mönchengladbach), das Deutsche Textilmuseum (Krefeld) und die TU Dresden.

Eine historische Glasflasche und ein Muster aus einem Musterbuch aus der Materialsammlung des CICS. Die historische Glasflasche und die Muster aus dem Buch der Fa. Meister, Lucius & Brüning gehören zur Materialsammlung des CICS und zeigen die bunte Vielfalt an Farbstoffen. Sie sind Teil des Projektes "Weltbunt - Die Welt wird bunt." (Bild: CICS/ Ingrid Blom-Böer )

Erzeugnisse aus Seide in Krefeld und Baumwolle in Mönchengladbach konnten ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit synthetischen Farben nahezu alle erdenklichen Farbnuancen bekommen: Die Leuchtkraft aus dem stinkenden Abfallprodukt Teer eröffnete der Industrie und der Mode gleichermaßen viele Möglichkeiten; Firmen wurden gegründet, Farbstoffe mit fantasievollen Namen eroberten die Welt und diese wurde bunt!

Zentraler Forschungsgegenstand des überregionalen und interdisziplinären Projektes (bis 2020) ist die große historische Farbstoffsammlung der Hochschule Niederrhein in Krefeld, die 10.600 Farbfläschchen mit vornehmlich synthetischen Farbstoffen sowie Farbmusterbücher umfasst. Die Sammlung, die ihre Anfänge in den 1860er Jahren hat, wurde bis heute nicht wissenschaftlich erschlossen, da ihr Wert lange nicht erkannt worden war: Ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Hochschulsammlungen teilt.

Nicht nur die Farbstoffsammlung in Krefeld, sondern auch Teile der „Hochschulsammlung historische künstlerische Materialien“ des CICS (Cologne Institute of Conservation Sciences) der Technischen Hochschule in Köln sowie die Farbstoffsammlung der Technischen Universität Dresden sollen gemeinsam eine umfassende Datenbank bilden, die allgemein zugänglich sein und Informationen zu Farbstoffen von ca. 1860 bis 1940 enthalten wird. Das CICS wird sich auf die Erschließung und Untersuchung von Musterbüchern und Farbstoffen aus der institutseigenen Sammlungen Friedrich Schmuck und Helmut Schweppe konzentrieren, die damit ebenfalls zum ersten Mal Gegenstand einer wissenschaftlichen Arbeit sind sowie auf deren chemischen Analysen.

Des Weiteren werden Fragestellungen zu Entwicklungen im Bereich der Wirtschaft, Gesellschaft und Mode erforscht und die Folgen der frühen chemischen Errungenschaften in der Farbenindustrie für die regionale Textilindustrie untersucht: Was hat es mit dem „Victoriablau“ auf sich und kommt „Plutoschwarz“ wirklich aus dem All? Wer konnte sich „neumodische“ Kleidung leisten und was verbirgt sich hinter den – zum Teil sehr exotischen – Farbnamen?

Die Recherche-Ergebnisse werden in der Mode-Ausstellung „Zeitkolorit“ im Deutschen Textilmuseum in Krefeld sowie in einer Dauerausstellung im TextilTechnikum in Mönchengladbach präsentiert. Für das CICS sind Ingrid Blom-Böer, Stephanie Dietz, Robert Fuchs und Doris Oltrogge von 2017 bis 2020 an dem Verbundprojekt beteiligt.

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