Bekämpfung des Papierfischchens Ctenolepisma longicaudata mit thermischer und anoxischer Behandlung
Die Masterarbeit von Judith Wagner untersucht effiziente und umweltfreundliche Methoden zur Bekämpfung des invasiven Papierfischchens Ctenolepisma longicaudata Escherich 1905 in Kulturgutsammlungen. Dabei werden nicht-toxische Bekämpfungsmethoden mittels Kälte, Wärme und Sauerstoffentzug auf ihre Wirksamkeit getestet, um schadstofffreie und objektschonende Lösungsansätze zu entwickeln.
Studienprojekt auf einen Blick
| Kategorie | Beschreibung |
|---|---|
| Master | MA-Projekt 2018-2019 |
| Leitung | Andrea Pataki-Hundt, Bert Jacek, Marlen Börngen |
| Studienrichtung | Schriftgut, Grafik, Buchmalerei und Fotografie |
| Ausführende | Judith Wagner, M.A. |
| Betreuung | 1. Betreuerin: Prof Dr. Andrea Pataki-Hundt / 2. Betreuer: Dr. Pascal Querner Dr. Thomas Krämer, Volker Hingst, LVR Archiv- und Fortbildungszentrums Firma Nagel Transthermos |
| Kooperation |
Dr. Thomas Krämer, Volker Hingst, LVR Archiv- und Fortbildungszentrums
LVR |
| Kooperation | Firma Nagel Transthermos Firma Nagel Transthermos |
Impressionen von den Studienprojekten
Die vorliegende Masterarbeit von Judith Wagner beschäftigt sich mit der Evaluierung nicht-toxischer Methoden zur gezielten Bekämpfung des Papierfischchens Ctenolepisma longicaudata Escherich 1905, einem zunehmend verbreiteten Schädling in Museen, Archiven und Bibliotheken Europas. Aufgrund der ökologisch und konservatorisch bedenklichen Folgen chemischer Schädlingsbekämpfung gewinnt die Erforschung von alternativen Verfahren zunehmend an Bedeutung. Die Studie fokussiert darauf, die Wirksamkeit der Behandlungsmethoden mittels Tiefkühlung (Kälte), feuchteregulierte Warmluftbehandlung (Wärme) sowie anoxischer Behandlung (Sauerstoffentzug) zu überprüfen, um eine effektive Bekämpfung aller Entwicklungsstadien des Papierfischchens sicherzustellen. Dabei wurde sowohl auf maximale Mortalitätsraten als auch auf die gleichzeitige Schonung der empfindlichen Kulturobjekte Wert gelegt. Im theoretischen Teil wurden zunächst die Biologie, Lebensweise, Schadpotenziale sowie die klimatischen und abiotischen Präferenzen des Papierfischchens dargestellt. Zudem wurden die Prinzipien und Anwendungsparameter der Bekämpfungsmethoden erläutert und ihre Wirksamkeit an anderen Schädlingen diskutiert. Der experimentelle Teil beinhaltete die Entwicklung eines praxisnahen Prüfkörpers, bestehend aus Archivschachteln und Telefonbüchern, in denen die Schadinsekten, übersichtlich nach Entwicklungsstadien sortiert, untergebracht wurden. Diese Konstruktion simulierte eine realistische Befallssituation von Archivgut und ermöglichte kontrollierte und reproduzierbare Versuchsbedingungen. Die Messung der klimatischen Parameter während der Behandlungsmethoden wurde durch Datalogger vorgenommen. Die Prüfkörper wurden den drei Behandlungsarten ausgesetzt, jeweils mit variierenden Parametern an Temperatur, Behandlungsdauer und Sauerstoffkonzentration. Die Mortalitätsrate aller Stadien – Eier, Nymphen und adulte Tiere – wurde dokumentiert und analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Methoden bei angepassten Parametern eine hundertprozentige Abtötung erzielen können. Dabei wurden die allgemein geltenden Richtwerte für Behandlungsdauer und Temperatur oftmals deutlich unterschritten, was zu kosteneffizienteren und materialschonenderen Anwendungen führt.
Publikation:
Januar 2026