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Prof. Dr. Andrea Renate Pataki-Hundt

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Evaluierung wässriger Behandlungsmethoden bei wasserempfindlichen Grafiken von Michael Buthe

Wasserempfindliche Farbmedien stellen Restaurator*innen immer wieder vor Herausforderungen. Um Wasserränder und lichtinduzierte Verbräunungen an einer Grafik von Michael Buthe zu reduzieren, ohne dabei die verwendeten Farbmedien zu gefährden, evaluierte Svenja Tempich verschiedene Wässerungstechniken hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung und Auswirkungen auf die wasserempfindlichen Farbmedien.

Studienprojekt auf einen Blick

Kategorie Beschreibung
Master MA-Projekt 2022
Leitung Andrea Pataki-Hundt,Marlen Börngen
Studienrichtung Schriftgut, Grafik, Buchmalerei und Fotografie
Ausführende Svenja Tempich, M.A.
Betreuung 1. Betreuerin: Prof Dr. Andrea Pataki-Hundt / 2. Betreuer: Marlen Börngen, M.A.
Kooperation Artothek Köln, Astrid Bardenheuer
Artothek Köln
Kooperation Museum Ludwig: Yvonne Garborini / Sophia Elze Museum Ludwig, Köln

Das Werk „Espagna“ von Michael Buthe umfasst eine Serie von sechs handkolorierten Radierungen, die zwischen 1974 und 1977 entstanden, und von denen eine Auflage von 30 Exemplaren produziert wurde. Eine Serie befindet sich in der Sammlung der artothek Köln. An den Radierungen wurden lichtinduzierte Verbräunungen sowie Wasserränder am Papierträger festgestellt. Um die Verfärbungen zu reduzieren, ist eine wässrige Behandlung der Grafiken möglich, birgt jedoch die Gefahr, dass wasserempfindliche Farbmedien ausbluten, extrahiert werden oder sich Glanz und Farbigkeit verändert. Um die Auswirkungen möglicher wässriger Behandlungen auf die farbigen Kolorierungen besser einschätzen zu können, wurden zunächst kunsttechnologische Untersuchungen durchgeführt. Dabei bestätigte sich die Empfindlichkeit einiger Farbmedien, insbesondere der Messingfarbe, die bereits geschädigt und somit besonders gefährdet ist. Um die Verfärbungen trotz der empfindlichen Kolorierungen zu reduzieren, war das Ziel, eine Wässerungstechnik zu entwickeln, die die Farbmedien keiner starken Gefährdung aussetzt. In einer Versuchsreihe wurden sechs verschiedene Wässerungstechniken vergleichend getestet. Sowohl die Effektivität bei der Entfernung wasserlöslicher Abbauprodukte aus dem Papier als auch die Auswirkungen auf die empfindlichen Farbmedien sollten bewertet werden. Zu diesem Zweck wurden Probenpapiere vorbereitet, bei denen die Verbräunung des Papiers durch Tränken mit Metallionen simuliert wurde. Zusätzlich diente eine Metallionen-Gelatine-Mischung zur Nachbildung der wasserempfindlichen Farbmedien. Die behandelten Probenpapiere wurden den sechs Wässerungstechniken unterzogen und anschließend mittels Rasterelektronenmikroskopie mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX) analysiert, um die verbleibende Menge an Metallionen zu bestimmen. So konnte die Reinigungseffizienz und Wirkung auf die Farben beurteilt werden. Auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse erfolgten weiterführende Tests zur Reinigung auf der Saugscheibe. Daraus entstand eine lokal anwendbare, wässrige Behandlungsmethode zur schonenden Entfernung von Wasserrändern, welche die empfindlichen Farbmedien nicht gefährdet. Mit dieser Methode wurde abschließend die Grafik von Michael Buthe erfolgreich konservatorisch behandelt.

Publikation:

Tempich, S.; Börngen, M.; Pataki-Hundt, A.: Untersuchung und Behandlung von wasserempfindlichen Grafiken von Michael Buthe („Espagna“ von 1974/1977), in: Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung, Jg. 36 (2023), Heft 2, S. 317 - 325

Januar 2026

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