Evaluierung wässriger Behandlungsmethoden bei wasserempfindlichen Grafiken von Michael Buthe
Wasserempfindliche Farbmedien stellen Restaurator*innen immer wieder vor Herausforderungen. Um Wasserränder und lichtinduzierte Verbräunungen an einer Grafik von Michael Buthe zu reduzieren, ohne dabei die verwendeten Farbmedien zu gefährden, evaluierte Svenja Tempich verschiedene Wässerungstechniken hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung und Auswirkungen auf die wasserempfindlichen Farbmedien.
Studienprojekt auf einen Blick
| Kategorie | Beschreibung |
|---|---|
| Master | MA-Projekt 2022 |
| Leitung | Andrea Pataki-Hundt,Marlen Börngen |
| Studienrichtung | Schriftgut, Grafik, Buchmalerei und Fotografie |
| Ausführende | Svenja Tempich, M.A. |
| Betreuung | 1. Betreuerin: Prof Dr. Andrea Pataki-Hundt / 2. Betreuer: Marlen Börngen, M.A. |
| Kooperation |
Artothek Köln, Astrid Bardenheuer
Artothek Köln |
| Kooperation | Museum Ludwig: Yvonne Garborini / Sophia Elze Museum Ludwig, Köln |
Impressionen von den Studienprojekten
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Michael Buthe: o.T. (Espagna 13.). 1978.094. Detailausschnitt. Die Drucklinien wurden schwungvoll ausgeführt. Der Künstler übermalte den Druck mit verschiedenen Farbmedien. (Bild: Svenja Tempich)
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Die warme Kupfer-Gelatine-Mischung wird in die Rakel gefüllt, der be-reits auf den eingefärbten Probepapieren steht. Direkt im Anschluss wird die Rakel in gleichmäßiger Druck- und Zugtechnik über das Probepapier gefahren. Die Rakel hinterlässt einen 120 μm dicken Film. (Bild: Svenja Tempich)
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Der Probekörper wird mithilfe eines Vlieses auf die Wasseroberfläche des Wässerungsbads gelegt. (Bild: Svenja Tempich)
Das Werk „Espagna“ von Michael Buthe umfasst eine Serie von sechs handkolorierten Radierungen, die zwischen 1974 und 1977 entstanden, und von denen eine Auflage von 30 Exemplaren produziert wurde. Eine Serie befindet sich in der Sammlung der artothek Köln. An den Radierungen wurden lichtinduzierte Verbräunungen sowie Wasserränder am Papierträger festgestellt. Um die Verfärbungen zu reduzieren, ist eine wässrige Behandlung der Grafiken möglich, birgt jedoch die Gefahr, dass wasserempfindliche Farbmedien ausbluten, extrahiert werden oder sich Glanz und Farbigkeit verändert. Um die Auswirkungen möglicher wässriger Behandlungen auf die farbigen Kolorierungen besser einschätzen zu können, wurden zunächst kunsttechnologische Untersuchungen durchgeführt. Dabei bestätigte sich die Empfindlichkeit einiger Farbmedien, insbesondere der Messingfarbe, die bereits geschädigt und somit besonders gefährdet ist. Um die Verfärbungen trotz der empfindlichen Kolorierungen zu reduzieren, war das Ziel, eine Wässerungstechnik zu entwickeln, die die Farbmedien keiner starken Gefährdung aussetzt. In einer Versuchsreihe wurden sechs verschiedene Wässerungstechniken vergleichend getestet. Sowohl die Effektivität bei der Entfernung wasserlöslicher Abbauprodukte aus dem Papier als auch die Auswirkungen auf die empfindlichen Farbmedien sollten bewertet werden. Zu diesem Zweck wurden Probenpapiere vorbereitet, bei denen die Verbräunung des Papiers durch Tränken mit Metallionen simuliert wurde. Zusätzlich diente eine Metallionen-Gelatine-Mischung zur Nachbildung der wasserempfindlichen Farbmedien. Die behandelten Probenpapiere wurden den sechs Wässerungstechniken unterzogen und anschließend mittels Rasterelektronenmikroskopie mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX) analysiert, um die verbleibende Menge an Metallionen zu bestimmen. So konnte die Reinigungseffizienz und Wirkung auf die Farben beurteilt werden. Auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse erfolgten weiterführende Tests zur Reinigung auf der Saugscheibe. Daraus entstand eine lokal anwendbare, wässrige Behandlungsmethode zur schonenden Entfernung von Wasserrändern, welche die empfindlichen Farbmedien nicht gefährdet. Mit dieser Methode wurde abschließend die Grafik von Michael Buthe erfolgreich konservatorisch behandelt.
Publikation:
Januar 2026