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Veranstaltungssicherheit: Handreichung für eine "Kultur der Verantwortung"

Die Organisatoren von Veranstaltungen jeder Größe stehen unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit. Um sie bei ihrer schwierigen Aufgabe zu unterstützen, hat die multidisziplinäre Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit die kostenlose Handreichung "Die Sicherheit einer Veranstaltung. Eine Kultur der Verantwortung" veröffentlicht.

Sicherheitsverantwortliche erhalten durch sie wissenschaftlich fundiertes Basismaterial, um eine Veranstaltung sicher zu planen und den Besucherinnen und Besuchern den Aufenthalt zeitgleich so angenehm wie möglich zu machen. Die Arbeitsgruppe ist angesiedelt am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) der TH Köln.

"In Gesprächen mit Branchenvertretern haben wir festgestellt, dass einige Papiere zur Besuchersicherheit existieren, es aber an wissenschaftlichen Grundlagen fehlt. Darum haben wir im Mai 2010 die Arbeitsgruppe gegründet", erläutert Prof. Dr. Heinz-Willi Brenig vom IRG. 16 Institutionen gehören der Gruppe inzwischen an, darunter die wichtigsten Fachverbände der Veranstaltungsbranche, Sanitätsdienste, die Feuerwehr München als Vertreter der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr und Privatunternehmen aus dem Bereich der Veranstalter, der Planung und des Ordnungsdienstes. Zielgruppe der Publikation sind all diejenigen in der Veranstaltungswirtschaft, bei privaten Initiativen oder in der öffentlichen Verwaltung, die Sicherheitskonzepte schreiben beziehungsweise zu prüfen haben.

"In der öffentlichen Diskussion werden Veranstaltungen in genehmigten Versammlungsstätten oder im öffentlichen Raum schnell als unsicherer Ort wahrgenommen. Dieser 'Kultur der Angst' wollen wir mit unserer Handreichung eine 'Kultur der Verantwortung' gegenüberstellen", sagt Christian A. Buschhoff als Ansprechpartner der Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit. Das Ziel seien gut geplante und sichere Veranstaltungen, die die Besucherinnen und Besucher angstfrei genießen können. "Die Veranstalter müssen ihre Verantwortung bewusst annehmen und die Restrisiken soweit wie möglich reduzieren. Auf dem Weg dorthin unterstützen wir sie mit unserer Publikation", so Buschhoff, denn vorbeugen ist besser als heilen und ein Grundgedanke der Veranstaltungssicherheit und den präventiven Überlegungen der Arbeitsgruppe.

Die Publikation vermittelt Grundlagen zum Sicherheitsbegriff, zu Bedürfnissen und Verhaltensweisen von Besuchern, dem Phänomen der Panik oder Überlegungen zu Sanitäts- und Ordnungsdienst. Eine ihrer Prämissen: "Jeder Besucher muss sich jederzeit frei, ohne Gefahren, äußere Einflüsse und mittels eigener Entscheidung innerhalb des Besucherbereichs bewegen können." Anschließend wird erläutert, wie Veranstalter ein Sicherheitskonzept aufbauen und strukturierten können und welche Fragen sie sich stellen müssen. "Welche Ziele verfolgt die Veranstaltung?" und "Welche Gefahren und Risiken ergeben sich durch die Veranstaltung?" sind beispielsweise zwei der zehn elementaren Präventionsfragen.

Mögliche Methoden des Risikomanagement werden vorgestellt und praktikable Hinweise dargelegt, wie das Genehmigungsverfahren gesteuert und begleitet werden kann. Damit soll der Verfahrensbeauftragte in die Lage versetzt werden, als Partner auf Augenhöhe mit den Behörden zusammenzuwirken und innerhalb der Veranstaltungsorganisation als Ansprechpartner für die Sicherheit wahrgenommen zu werden.

Auch in die beiden Studiengänge des Instituts für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe eingeflossen. Schon im Bachelorstudiengang Rettungsingenieurwesen werden die Themen Veranstaltungen und Sicherheit thematisiert, im gleichnamigen Masterstudiengang gibt es ein eigenes Modul zur Besuchersicherheit. Das Zentrum für akademische Qualifikationen und wissenschaftliche Weiterbildung (ZaQwW) der TH Köln bietet die zweisemestrige Weiterbildung zum "Fachplaner und Leiter Besuchersicherheit" an, deren Absolventinnen und Absolventen fachlich fundierte Sicherheitskonzepte für (Groß-)Veranstaltungen entwickeln, bewerten und begründen können.

In der am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der TH Köln verankerten Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit engagieren sich verschiedene gesellschaftliche Akteure: die Bergische Universität Wuppertal, das Deutsche Rotes Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter Unfallhilfe, der Arbeiter Samariter Bund, die Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren über die Feuerwehr München, der Arbeitskreis der Sicherheitsingenieure von ARD und ZDF, die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft, der Verband für professionelle Licht- und Tontechnik, den Europäischen Verband der Veranstaltungs- und Kongresscentren und die Interessengemeinschaft der Veranstaltungswirtschaft; zudem die Unternehmen R.A.D Sicherheit GmbH & Co KG, SATURN production, das Ingenieurbüro für Informationssicherheit Dipl.-Ing. Bernd Frenz und der Verlag xEMP oHG. Weiterhin hat die Arbeitsgruppe regelmäßig Gäste, etwa aus den kommunalen Spitzenverbänden oder der Versicherungswirtschaft.

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