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Prof. Dr. Lars Ribbe

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Raumentwicklung und Infrastruktursysteme

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In der Region – mit der Region – für die Region: Das Projekt Campus Rhein-Erft der TH Köln

Gute Aussichten: Auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände am Südrand von Erftstadt-Liblar könnte der geplante Campus Rhein-Erft entstehen  (Bild: Anke Ehlert)

Als „Raum mit den größten Gestaltungsmöglichkeiten in Europa“ bezeichnet Landrat Michael Kreuzberg das Rheinische Revier. Ohne Zweifel steht die Region am Beginn eines Transformationsprozesses, der die Chance bietet, Lösungen für die großen Themen der Zeit zu entwickeln. Eine besondere Rolle in dieser Modellregion soll auch der geplante Campus Rhein-Erft der TH Köln einnehmen.

Gründungsdekan Prof. Dr. Lars Ribbe, Fakultät Raumentwicklung und Infrastruktursysteme Gründungsdekan Prof. Dr. Lars Ribbe, Fakultät Raumentwicklung und Infrastruktursysteme (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

„Wie gestalten wir das Leben morgen, wie kommen wir mit dem Klimawandel zurecht, wie können wir die Wirtschaft fördern und gleichzeitig auch die Umwelt schützen? Diese Fragen sind eng verbunden mit dem Thema der nachhaltigen Raumentwicklung,“ erklärt Prof. Dr. Lars Ribbe. Er ist Dekan der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme der TH Köln und arbeitet damit in zentraler Funktion im Projekt Campus Rhein-Erft. Gegründet wurde die Fakultät im Oktober 2019; am Konzept für einen neuen Hochschulstandort in Erftstadt-Liblar arbeitet die Hochschule in enger Abstimmung mit der Stadt Erftstadt, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Region Köln Bonn e.V. seit Mitte 2017. 

Gearbeitet wird schon jetzt mit Hochdruck, zum Beispiel an der Entwicklung der Studiengänge: Rund 15 WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen sind unter der Leitung von Prof. Dr. Lars Ribbe und Gründungsprodekan Prof. Dr. Rainer Feldhaus in die Curriculumsentwicklung eingebunden; Stakeholder-Analysen und Gespräche mit externen PartnerInnen gehören ebenfalls dazu. Das Verfahren folgt an der TH Köln einer klaren Struktur, die dazu dient, die hohen qualitativen Ansprüche an Inhalte, Hochschuldidaktik und Kompetenzorientierung zu sichern.

Grafik: Nachhaltige Raumentwicklung Grafik: Nachhaltige Raumentwicklung (Bild: TH Köln)

Mehrwert schaffen 

„Die großen Herausforderungen Globalisierung, Klimawandel, Demografischer Wandel und Migration sowie Digitalisierung erfordern ein grundlegendes Umdenken  in den Bereichen Energie, Verkehr, Wasserwirtschaft, Flächennutzung und Daseinsvorsorge, um die Wichtigsten zu nennen“, sagt Lars Ribbe. „Diese können aber nicht isoliert voneinander betrachtet werden, sondern müssen stets aufeinander bezogen und als Ganzes verstanden werden. Im Rheinischen Revier bieten sich nun besondere Chancen, diese Komplexität in zukunftsfähige Strukturen zu überführen, also auf der Grundlage eines ganzheitlichen Verständnisses die Region als Raum zu entwickeln – mit dem Ziel, die Standort-, Lebens- und Umweltqualität für Bevölkerung und Wirtschaft nachhaltig sicherzustellen.“

In den geplanten neuen Studiengängen werden die unterschiedlichen Fachplanungen verbunden, wobei soziale und ökonomische sowie naturwissenschaftlich-technische Inhalte gleichermaßen eine Rolle spielen. Essentiell ist auch das Modell des forschenden Lernens, das sich durch die enge Verknüpfung von Lehre und Forschung ergibt und den realen Raum als Labor nutzt. „Forschungsfragen werden im realen Umfeld und mit den AkteurInnen vor Ort bearbeitet; Lösungsstrategien fließen direkt in die Praxis ein; Wissenstransfer kann so in Echtzeit stattfinden und vollzieht sich in einem breiten Netzwerk mit unterschiedlichen KooperationspartnerInnen“, unterstreicht Lars Ribbe.  „Vom Studienbeginn bis zur Abschlussarbeit verknüpfen wir über die Reallabore die Lehre mit der Praxis – so werden unsere AbsolventInnen in der Lage sein, räumliche Entwicklungsstrategien und Handlungskonzepte bedarfsgerecht zu entwerfen und deren Umsetzung zu begleiten.“ 

Der Campus Rhein-Erft soll im Süden von Erftstadt-Liblar entstehen. In enger Abstimmung mit der Stadt Erftstadt wird auch das Bauvorhaben vorangetrieben. Bis zum Ende der Bauzeit will die TH Köln nicht warten, um mit der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte zu beginnen. Bereits im Wintersemester 2021/22 soll der erste Studiengang an den Start gehen; ab 2023 dann in einer baulichen Zwischenlösung am Standort Erftstadt gelehrt, gelernt und geforscht werden. Den Campus Rhein-Erft in seiner fertigen Gestalt möchte die Hochschule 2026 in Betrieb nehmen.

Video der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, 2020

Standorte, die Wirkung zeigen 

Die TH Köln weiß, welche Impulse von ihren Standorten im Umland ausgehen können: Seit 2007 ist der Campus Gummersbach auf einem ehemaligen Industriegelände mitten in Gummersbach angesiedelt. Seither ist ein dichtes Netzwerk mit der regionalen Wirtschaft geknüpft worden. 2020 wurde das jüngste Projekt, der InnovationHub Bergisches RheinLand, auf den Weg gebracht. Getragen wird es von der Hochschule und einem Förderverein regionaler Unternehmen, gefördert als Regionale 2025-Projekt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus Gummersbach gelegen, dient er als Kooperationsort von Hochschule und Unternehmen, „an dem neue, digitale Lösungen erdacht und prototypisch entwickelt werden können“, sagt Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln.

Eng verbunden mit dem Standort Gummersbach ist das Lehr- und Forschungszentrum :metabolon, das die TH Köln gemeinsam mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband auf der ehemaligen Mülldeponie „Leppe“ im oberbergischen Lindlar betreibt. Ein zentrales Thema ist hier die zirkuläre Wertschöpfung; dabei geht es um die Erforschung und Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Lösungsansätze können vor Ort im Labor, in Mini-Plants und in den industriellen Anlagen entwickelt und überprüft werden.

Auch das Projekt Campus Leverkusen der TH Köln war ein zentraler Baustein in einem Vorhaben der regionalen Strukturentwicklung: Auf 70 Hektar Fläche entsteht seit 2008 auf einem ehemaligen Industriegelände ein neues Stadtviertel. Die Neue Bahnstadt Opladen in Leverkusen-Opladen ist künftig Heimat der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften mit ihren Schwerpunkten Angewandte Chemie und Pharmazeutische Chemie. Das Neubauprojekt ist bald abgeschlossen, 2021 will die Hochschule dort den Studienbetrieb aufnehmen.

„Alle diese Projekte sind in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Gemeinde, AkteurInnen aus der Wirtschaft und dem regionalen Zusammenschluss Region Köln Bonn e.V. entwickelt worden“, unterstreicht Prof. Dr. Stefan Herzig, Präsident der TH Köln. „Das ist auch unser Ansatz beim Projekt Campus Rhein-Erft: Gemeinsam und mit Gewinn für alle Zukunft gestalten.“       

Juli 2020

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