Kontakt & Service

Wissenschaftliche Projektleitung

Prof. Dr. Michael Bongards

Prof. Dr. Michael Bongards

Informatik und Ingenieurwissenschaften
Institut für Automation & Industrial IT (AIT)

Projektmanagement

Dr. Tanja Haag

Informatik und Ingenieurwissenschaften
Institut für Automation & Industrial IT (AIT)

Energie aus Müll

Luftbild Metabolon (Bild: Bergischer Abfallwirtschaftsverband)

Natürlich werfen wir Abfall heutzutage nicht mehr einfach auf die Straße und auch die ehemals weit verbreiteten dorfeigenen Müllkippen sind seit vielen Jahren verboten. Das Problem der Abfallentsorgung ist dennoch hochaktuell.

Viele der in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland und anderen europäischen Ländern angelegten großen Deponien sind heute abgefüllt und werden geschlossen. Gefragt sind neue Lösungen, die helfen Müllberge zu verringern und die vielleicht sogar zusätzlichen Nutzen bringen.

Konzept :metabolonKonzept :metabolon (Bild: :metabolon)

Hier verfolgt das Regionale 2010 Projekt :metabolon einen ganzheitlichen Ansatz: Unter dem Motto "Stoffumwandlung" (=Metabolismus) entsteht seit 2011 auf der Mülldeponie Leppe im oberbergischen Lindlar ein Standort für Umwandlung und Ressourcenschonung sowie ein international anerkanntes Lehr- und Forschungszentrum. Die Leitung für den wissenschaftlichen Part des Projekts liegt bei Prof. Dr. Michael Bongards von der TH Köln, der mit seinem Forschungsteam am Campus Gummersbach in räumlicher Nähe zur Deponie arbeitet. Den technischen und baulichen Teil des Vorhabens hat der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) als Deponiebetreiber übernommen. Im Projekt werden Prozesse und Techniken zur Optimierung und Erschließung bereits genutzter sowie ungenutzter Stoff- und Energiequellen aus Müll erforscht. Die Optimierung von Biogasanlagen für pflanzliche Abfälle durch den Einsatz von Simulationstechniken, Optimierung der Mischungsverhältnisse und intelligenter Steuerungsverfahren ist ein Schwerpunkt der Forschung. Ein Biogasreaktor im Technikmaßstab ermöglicht es weit exakter als der Laborversuch, gesicherte Ergebnisse zu gewinnen.

Strom für 1.600 Haushalte

RecyclingachseLeppe-Deponie Lindlar (Bild: Bergischer Abfallwirtschaftsverband)

Das angepeilte Volumen für die Umwandlung von Abfall auf der Deponie Leppe ist beträchtlich: Rund 55.000 Tonnen Bio-Müll sammeln die Anwohner jährlich. Mit dem daraus erzeugten Strom könnten schätzungsweise rund 1.600 Haushalte pro Jahr mit Elektrizität versorgt werden. Um das komplexe Forschungsgebiet fächerübergreifend bearbeiten zu können, haben Projektleiter Prof. Dr. Bongards, Projektmanagerin Dr. Tanja Haag ein Netzwerk von Partnern aufgebaut. Zum Kern zählen Wissenschaftler und WissenschaftIerinnen des Forschungsinstituts STEPS, des Instituts für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien sowie der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, die mit ihrem Fachwissen zentrale Forschungsfragen zu  Materialaufbereitung, Verbrennung und Abwasserbehandlung bearbeiten. Eng eingebunden ist auch das Forscherteam GECO>C am Campus Gummersbach, das über viele Jahre umfangreiches Know-how in den Bereichen Abwassertechnik und Steuerung von Biogasanlagen entwickelt hat. Weitere Partner sind die Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen sowie das Institut für Prozess- und Partikeltechnik der Technischen Universität Graz und The Questor Centra an der Queens‘ University of Belfast, Nord-Irland.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Vermittlung von Wissen. So sollen die Forschungsergebnisse und die Grundlagen der Biotechnik und Abfallverwertung der Öffentlichkeit zugänglich sein. Hierfür hat der BAV "Deutschlands schönstes Klassenzimmer" am Hang des Müllbergs errichtet. Dieses bietet nicht nur eine grandiose Aussicht, sondern ermöglicht auch praxisnahes Lernen. Auch Unternehmen aus den Branchen Umwelt- und Abfalltechnik sowie Regenerative Energien sind willkommen. Für ihre Ansieldung steht ein neues 7 ha großes Gewerbegebiet zur Verfügung.

Text: Dr. Frank Frick

Wassertropfen (Bild: Amir Kaljikovic - Fotolia.com)

Wasser – Energie – Umwelt

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TH Köln entwickeln zum Forschungskomplex Wasser – Energie – Umwelt Problemlösungen, die uns dem Ziel der Nachhaltigkeit Schritt für Schritt näher bringen.

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