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Fachhochschule Köln, Campus Gummersbach

Energiesparmaßnahmen für eine Gemeinde, App für die Müllentsorgung, Bildverarbeitung für Feuerungsanlagen

Neu: AVEA-Förderpreis für Abschlussarbeiten im Umweltschutz am Campus Gummersbach der Fachhochschule Köln

(Bild: Manfred Stern / FH Köln)

v.l.n.r.: Prof. Dr. Christian Averkamp, AVEA-Geschäftsführer Hans-Jürgen Sprokamp, Jens Kampa, Yüksel Göz, Galia Dick, Bürgermeister Dr. Gero Karthaus,  Prof. Dr. Michael Bongards.

Das  Entsorgungsunternehmen AVEA GmbH & Co. KG mit Sitz in Engelskirchen und  Leverkusen hat einen neuen Förderpreis gestiftet, der jährlich verliehen werden soll. Anfang Juli 2014 konnte  Hans-Jürgen Sprokamp, der Geschäftsführer der AVEA, zum ersten Mal die Urkunden und Schecks für die drei Preise überreichen. „Hier sind wirklich tolle Ideen in Abschlussarbeiten umgesetzt worden!“ lobte Sprokamp die Preisträger.

Der „AVEA-Innovationspreis für herausragende Abschlussarbeiten im Bereich Umweltschutz“  wurde ausgeschrieben für alle Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule Köln, Campus Gummersbach, die ein Thema im Bereich Umweltschutz mit herausragendem Ergebnis bearbeitet haben. Prof. Dr. Christian Averkamp, Dekan des Campus, machte deutlich, dass nicht nur die Preisträger etwas gewonnen haben. Für die Hochschule sei die Wertschätzung der Studierenden-Arbeiten durch Unternehmen, so Averkamp, eine  motivierende Rückmeldung für die eigene Arbeit.

Die Preissumme umfasst insgesamt beachtliche 3500 Euro für die drei Preisträgerinnen oder Preisträger. AVEA ist seit Jahren zusammen mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband BAV dem Campus Gummersbach der FH Köln durch zahlreiche Projekte verbunden, insbesondere durch die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem :metabolon-Gelände als Teil des Entsorgungszentrums Leppe in Lindlar. AVEA  macht mit rund 330 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von ca. 66 Mio. Euro, sie gehört zur Hälfte der Stadt Leverkusen, zur anderen Hälfte dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband BAV.

Mit dem hochaktuellen Thema „Untersuchung der Rentabilität moderner Energiekonzepte an konkreten Beispielen aus der Region“ hat sich Frau Galia Dick aus Gummersbach in ihrer Bachelor-Arbeit beschäftigt. Sie belegte den ersten Platz und konnte sich über 2000 Euro freuen.

Frau Dick bewertete die energetischen Sanierungsmaßnahmen der Gemeinde Engelskirchen im Hinblick auf ihren ökonomischen und ökologischen Erfolg. Dabei verglich sie unterschiedliche Verfahren der Investitionsrechnung miteinander. Die wichtigsten Ergebnisse:

Investitionen in Photovoltaikanlagen sind in der Zukunft besonders dann wirtschaftlich, wenn der Betreiber der Anlage den produzierten Strom auch selbst verbraucht. Ob die Investition in einen Holzpelletkessel rentabel ist, hängt von der Nutzungskapazität und den Brennstoffpreisen ab. Wärmedämmung in Gebäuden als weitere Sanierungsmöglichkeit kann Energieeinsparungen von 20 bis 40 Prozent bringen.

Frau Dick hat, so die Betreuer der Arbeit, „mit großer Sorgfalt und hohem Engagement die für ihre Untersuchung benötigten Daten aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung beschafft und sie vor der Verwendung auf Plausibilität geprüft.“ Damit hat sie deutlich das übliche Maß einer Bachelorarbeit überschritten. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Michael Bongards und Dr. Thomas Nonte, dem Klimaschutzmanager der Gemeinde Engelskirchen. Prof. Bongards leitet an der FH Köln unter anderem die Forschungsgruppe „Gummersbach Environmental Computing Center“ (GECO>C), die seit vielen Jahren international erfolgreich Automatisierungslösungen für die Umwelt- und Energietechnik entwickelt. Dr. Nonte bezeichnete die Ergebnisse der Arbeit als sehr wertvoll für die Gemeinde, man sei bereits dabei, zukünftige Investitionen in Energiesparmaßnahmen neu zu bewerten. Weil die Studie für Engelskirchen so wichtig ist, hatte sich auch Bürgermeister Dr. Gero Karthaus die Zeit genommen, zur Feierstunden zu kommen und persönlich zu gratulieren.

Mit seiner Bachelorarbeit „Der Einsatz von Smartphone-Apps als Instrument der Kundenbindung am Beispiel der AVEA GmbH& Co.KG“ kam Yüksel Göz aus Bergneustadt auf den zweiten Platz und erhielt 1000 Preisgeld.

Yüksel Gös entwickelte eine Smartphone-App, also eine Homepage speziell für die Bedienoberfläche eines Smartphones, für die AVEA GmbH & Co.KG in Leverkusen. Die Kunden der AVEA in Leverkusen finden in der App alle Informationen rund um den Entsorgungsservice. Darüber hinaus soll die App als Image- und Marketinginstrument dienen, um die innovative Strategie des Unternehmens zu unterstreichen. Göz hat nicht nur eine besonders benutzerfreundliche App entwickelt, sondern auch die Grundlagen der Kundenbindung mit einer App umfassend dargestellt. Dazu gehören auch Markanalysen über die mobile Internet-Nutzung in Deutschland und ihre Erfolgsfaktoren.

Die App für AVEA enthält Funktionen wie Hausmüll-Abfuhrkalender, Sperrmüllentsorgung oder Jobportal und Aktuelles. Die Betreuer der Arbeit, Prof. Dr. Christian Averkamp und Prof. Dr. Hans Ludwig Stahl, bezeichneten die konkrete Umsetzung der Smartphone App als
„anwenderfreundlich und sehr gelungen“.

Auf den dritten Platz  kam Jens Kampa aus Wiehl mit seiner Bachelor-Arbeit „Entwicklung und Erprobung bildanalytischer Verfahren zur Optimierung von Verbrennungsprozessen industrieller Biomasse-Feuerungsanlagen“. Er erhielt 500 Euro.

Kampa entwickelte ein Programm zur Analyse des Flammenbilds bei der Verbrennung. Darüber hinaus konzipierte und installierte er eine Raumklima-Überwachung für das Umfeld der Feuerungsanlage. Forschungsobjekt war eine Holzhackschnitzelanlage, wobei das Verfahren auch für andere Feststofffeuerungen einsetzbar ist. Mit der automatischen Bildanalyse der Flammen lässt sich sowohl die Dosierung des Brennmaterials als auch die Luftzufuhr optimieren. Das ist besonders bei Brennmaterialien aus Reststoffen wichtig, weil diese je nach Zusammensetzung sehr unterschiedliches Brennverhalten zeigen. Zudem machte Kampa konkrete Vorschläge zur Kostenoptimierung der Flammbildanalyse. Die Erkenntnisse aus der Arbeit sind auch für die Forschungsarbeiten  auf dem Standort :metabolon, im Lehr- und Forschungszentrum der FH Köln in Lindlar, von großer Bedeutung.

Nach Meinung der beiden Betreuer, Prof. Dr. Michael Bongards und Prof. Dr. Frithjof Klasen,  hat Herr Kampa „das übliche Maß einer Bachelorarbeit deutlich überschritten“.

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