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Chinesische Delegation zu Besuch am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr

Am Donnerstag, den 17.09.2015 konnte das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) eine Delegation des Nationalen Amts für Arbeitssicherheit Chinas an der TH Köln begrüßen. Die 25 Besucher befinden sich auf einer Deutschlandreise zum Thema „Krisenmanagement und Unfallrettung im Bereich der Arbeitssicherheit“.

Die Professoren Alexander Lechleuthner, Ompe Aimé Mudimu und Alexander Fekete begrüßten in Zusammenarbeit mit Herrn Kim von der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme die chinesische Delegation an der TH Köln. Neben den Forschungstätigkeiten am IRG wurden den Besuchern auch aktuelle Themen und Methoden aus dem Bereich Großschadensereignisse und Massenanfall von Verletzten, Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften, Risiko- und Krisenmanagement sowie dem Schutz kritischer Infrastrukturen. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Besuch der Labore des Instituts.

Delegation des Nationalen Amts für Arbeitssicherheit Chinas an der TH KölnDelegation des Nationalen Amts für Arbeitssicherheit Chinas an der TH Köln (Bild: IRG)

Verantwortlich für die Organisation der Veranstaltung zeigte sich Jörg Kalmbach von internationalen Aus- und Weiterbildungsprogramm der Carl Duisberg Centren gemeinnützige GmbH.

Hintergrund des Besuchs

Seit einer schweren Fabrikexplosion in Kunshan mit 75 Toten und 180 teils schwerstverletzen Arbeitern im August 2014 steht die Arbeitssicherheit neben der Korruptionsbekämpfung ganz oben auf der Agenda der chinesischen Zentralregierung.

Die Volksrepublik China ist mit ca. 700 Mio. Arbeitnehmern der größte Arbeitsmarkt der Welt. Die Masse an größtenteils immer noch billigen Arbeitskräften hat China seit dessen (Wieder-)Öffnung gen Westen 1979 einen weltweit einmaligen Wirtschaftsboom beschert. Die Kehrseite dieser Entwicklung sind oft harte und unsichere Arbeitsbedingungen. Neben den landesweit geltenden Arbeitssicherheitsgesetzen sind insbesondere industriespezifische Regelungen in einer Unzahl voneinander abweichenden lokalen Verordnungen verteilt. Diese Zersplitterung der gesetzlichen Grundlagen macht es ohne professionelle Unterstützung für den Unternehmer fast unmöglich, alle ihn betreffenden Regelungen zu berücksichtigen. Dass sich das ganze Land mit der Umsetzung der Arbeitsschutzbestimmungen so schwer tut, ist aber keineswegs nur auf skrupellose Fabrikleiter und korrupte Behörden zurückzuführen. Diese gibt es zwar in großer Zahl. Doch auch viele der Mitarbeiter nehmen es mit den Vorschriften häufig nicht genau.

Viele Arbeiter kennen die Bestimmungen oft gar nicht. Stattdessen findet sich in vielen Betrieben die "Chabuduo-Haltung", was übersetzt so viel heißt wie "ungefähr". So werden etwa Maschinen nicht ausreichend gewartet, Notausgänge zugestellt, die Brandschutzbestimmungen und andere Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet. Dass viele der Arbeiter schlecht informiert sind, ist zwar in erster Linie der Fabrikleitung anzulasten. Doch es mangelt auf allen Ebenen an Sicherheitsbewusstsein.

2013 gab es 2500 Arbeitsunfalltote. Der folgenschwere Unfall in Kunshan, der starke Aufmerksamkeit in der Bevölkerung erfahren hat, zwingt den Staat nunmehr zum Handeln: Eine seit einem Jahr diskutierte Verschärfung des seit Januar 2002 geltenden Arbeitsschutzgesetzes wurde innerhalb weniger Wochen nach dem Unfall verabschiedet und ist am 1. Dezember 2014 in Kraft getreten.

Vor diesem Hintergrund ist nun die Arbeitssicherheit in den Fokus der chinesischen Zentralregierung gelangt und man möchte sich dazu im Ausland informieren wie das heimische System der Arbeitssicherheit, der Unfallprävention und das Krisenmanagement und die Unfallrettung verbessert werden können.

Delegation des Nationalen Amts für Arbeitssicherheit Chinas im Labor für GroßschadensereignisseDelegation des Nationalen Amts für Arbeitssicherheit Chinas im Labor für Großschadensereignisse (Bild: IRG)

Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr

Das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme befasst sich mit allen technischen und organisatorischen Elementen der operativen Gefahrenabwehr zur Rettung von Menschen, der Erkennung von Gefahren und deren Abwehrplanung, wie etwa behördliches und betriebliches Risiko- und Krisenmanagement sowie soziale und methodische Kompetenzen für Führungskräfte. In Verbundforschungsprojekten stehen die wissenschaftliche Analyse und das Bereitstellen von Anwenderexpertise im Vordergrund.

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