Studienplatzvergabe bei zulassungsbeschränkten Studiengängen

Abiturschnitt, Wartezeit und Auswahlverfahren der Hochschule: So werden Studienplätze des ersten Fachsemesters für zulassungsbeschränkte Studiengänge vergeben.

Die neue 20-20-60-Regelung

Seit dem Wintersemester 2009/2010 hat sich die Regelung zur Studienplatzvergabe bei zulassungsbeschränkten Studiengängen im ersten Fachsemester geändert. Das frühere Verfahren, die Vergabe der Studienplätze zu 60% nach Note und 40% nach Wartezeit (Halbjahre seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung, in denen man nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war), ist der 20-20-60-Regelung gewichen.

Dies bedeutet, dass nach Abzug von Sonderquoten (z.B. Härtefälle, ZweitstudienbewerberInnen, Bildungsausländer)

  • 20% der Studienplätze in der Abitur- bzw. Fachhochschulreife-Quote vergeben werden (Durchschnittsnote des Abiturzeugnisses oder Fachhochschulreifezeugnisses).
  • 20% der Studienplätze in der Wartezeitquote vergeben werden:
    Im Wintersemester 2015/2016 wird die Wartezeit bei BewerberInnen mit einer Hochschulzugangsberechtigung (HZB) mit schulischem und praktischem Teil wie folgt berechnet:
    Bei Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife
    a) bis einschließlich 15.07.2009 ab dem Datum des schulischen Teils.
    b) ab dem 16.07.2009 ab Datum des praktischen Teils.
  • 60% der Studienplätze im so genannten Auswahlverfahren der Hochschule (AdH) vergeben werden.
    Zum Sommersemester 2016 werden die Studienplätze innerhalb dieser Quote ausschließlich nach der Durchschnittsnote des Abiturs bzw. Fachhochschulreifezeugnisses vergeben.

Ab dem Wintersemester 2016/2017 kann es Änderungen im sogenannten Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) geben, z.B. können innerhalb dieser Quote ggf. auch weitere Kriterien wie Ausbildung oder Auswahlgespräche berücksichtigt werden.

Chancen für StudienplatzbewerberInnen durch die neue 20-20-60-Regelung

1. Was ändert sich an der Durchschnittsnote (NC)?

Seit dem Wintersemester 2009/2010 werden an der TH Köln 80% der Studienplätze nach Note vergeben (80% = 20% regulär nach der Durchschnittsnote des Abiturzeugnisses oder Fachhochschulreifezeugnisses und zu 60% im Auswahlverfahren der Hochschule (AdH)) dies hat zur Folge, dass die Durchschnittsnote der Studieninteressierten bei der Bewerbung um einen Studienplatz mehr an Bedeutung gewinnt. Denn je mehr Studienplätze nach Durchschnittsnote vergeben werden, umso niedriger fallen die geforderten Notendurchschnitte (NC) aus.

Beispiel: Wurde früher von den StudienbewerberInnen in einem Zulassungsbeschränkten Studiengang ein NC von 1,8 gefordert, so könnte dieser nach der neuen Regelung nur noch bei 2,3 liegen.

Die Chancen, einen Studienplatz auch mit einer "schlechteren" Durchschnittsnote zu erhalten, erhöhen sich.

2. Was ändert sich an der Wartezeit?

Durch die neue Regelung erhöht sich die Wartezeit. Denn je weniger Plätze nach Wartezeit vergeben werden (früher 40 %, heute nur noch 20%) steigt die geforderte Anzahl der Halbjahre (nach Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung = Wartezeit), an Hand derer ein Studienplatz vergeben wird.

Beispiel: Erhielten früher StudienbewerberInnen bereits mit einer Wartezeit von 3 Halbjahren einen Studienplatz, so könnte dieser Wert nach der 20-20-60-Regelung bei 6 Halbjahren liegen.

Die Chancen, einen Studienplatz mit einer geringen Wartezeit zu erhalten, verringern sich.

Information zum Nachrückverfahren

In jedem Semester kann es zu einem Nachrückverfahren kommen. Dies bedeutet, dass StudienbewerberInnen trotz Ablehnung im Hauptverfahren im Nachrückverfahren noch eine Zulassung erhalten können, da zugelassene BewerberInnen den Studienplatz nicht angenommen haben.

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