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Berufsbegleitende Weiterbildung "Experten für das Lesen"

Der Zertifikatskurs "Experten für das Lesen" ist die erste umfangreiche berufsbegleitende Qualifizierung speziell für Bibliotheksbeschäftigte in Öffentlichen Bibliotheken, die den Blick für jugendliche Medienwelten, lesedidaktische Forschung und kompetente Kommunikation mit den Bildungspartnern öffnet.

26 Absolventinnen des Zertifikatskurses "Experten für das Lesen" des ZBIW – Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung der Fachhochschule Köln präsentieren am 3. März 2015 in Dortmund ihre Abschlussarbeiten und erhalten ihr Zertifikat für die erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung (Jugendgästehaus Adolph Kolping, Silberstraße 26, 44137 Dortmund, Raum Hanse, 10.30 Uhr bis 13.15 Uhr). Der Zertifikatskurs "Experten für das Lesen", der in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Familie, Kinder Jugend, Kultur und Sport angeboten wird, ist die erste umfangreiche berufsbegleitende Qualifizierung speziell für Bibliotheksbeschäftigte in Öffentlichen Bibliotheken, die den Blick für jugendliche Medienwelten, lesedidaktische Forschung und kompetente Kommunikation mit den Bildungspartnern von Bibliotheken öffnet. Fachliche Leiterinnen sind Prof. Gudrun Marci-Boehncke und ihre Mitarbeiterin Corinna Wulf vom Institut für Neuere Deutsche Sprache und Literatur der TU Dortmund. Der nächste Kurs "Experten für das Lesen", der am 10. März startet, ist bereits ausgebucht.

"Leseförderung in Bibliotheken steht heutzutage nicht mehr nur für 'Bücher vorlesen'", betont Professorin Gudrun Marci-Boehncke. "Die Expertinnen für das Lesen organisieren Games und Slams, sie bringen Jung und Alt gemeinsam an die Computer, schaffen Treffpunkte für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte und sind Partner für kompetenzorientierte, inklusive Lese- und Medienförderung an Schulen und Kitas – und digitale Medien gehören unbedingt dazu." Sie und ihr Team setzen auf Selbstwirksamkeit und die gemeinsame Gruppenarbeit. "Die Dynamik, die über ein Jahr Blended-Learning und die fünf Präsenzphasen entsteht, schweißt zusammen. Und es wird jedes Jahr besser! Die Öffentlichen Bibliotheken sind total motiviert! Schulen und Kitas können sich wirklich freuen auf diese Partner!"

Zu den Projekten, die in Dortmund präsentiert werden, zählen das inklusive und digitale Lese-/Medienförderungsangebot der Stadtbücherei Velbert und der Förderschule Velbert "Wir sind BIBfriends!" (mit Klassenaktionen mit Tablet-PCs), das Projekt "Schön" – Medienbildung für geistig behinderte Menschen, das die Stadtbibliothek Minden durchführen wird, das Projekt "Literatur als Brücke im interkulturellen und intergenerationellen Dialog" der Stadtteilbibliothek Essen-Freisenbruch sowie das Projekt "Mit Hape und den Dienstagsfrauen unterwegs" der Lebendigen Bibliothek Bottrop. Ein Angebot für Senioren und Jugendliche, bei dem gelesen, im Netz recherchiert und ein gemeinsamer Spaziergang (Jakobsweg) organisiert und medial dokumentiert wird.

"Zertifikatskurse werden künftig eine immer größere Bedeutung in der Weiterbildung erlangen, da sie auch karrierewirksam sind", berichtet Prof. Dr. Ursula Georgy, Leiterin des ZBIW der Fachhochschule Köln. "Das ZBIW trägt dieser Entwicklung unter anderem mit dem Zertifikatskurs 'Experten für das Lesen' Rechnung. Die Zertifikatskurse können durch das integrierte Praxistraining im Berufsalltag sofort angewendet werden und bieten bereits während der Weiterbildungsphase einen Mehrwert für die tägliche Arbeit."

Das Weiterbildungsangebot "Experten für das Lesen" schließt eine wichtige Angebotslücke. Bibliotheken arbeiten eng mit Schulen und anderen Bildungspartnern zusammen. Trotzdem erreichen sie mit ihren Programmen häufig nicht diejenigen, die wirklich Leseförderung benötigen, weil sie nicht sinnverstehend lesen können. Das gilt heute für viele Kinder und Jugendliche vor allem aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen. "In diesem Zertifikatskurs geht es nicht um Standardlösungen", betont Professorin Gudrun Marci-Boehncke. "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, individuell für ihre Bibliothek Bedarfe zu erkennen und erfolgreiche Angebote zur Leseförderung zu konzipieren. Die praxisorientierte Hausarbeit beschließt den aus Präsenzveranstaltungen und wöchentlich moderierten Online-Phasen bestehenden Blended-Learning-Kurs." An dem Kurs, der sich vor allem an die Beschäftigten der Öffentlichen Bibliotheken in NRW richtet, nehmen auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet teil und aus dem benachbarten Ausland. So zählt auch eine Schweizerin zu den diesjährigen Absolventinnen.

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