Younes Allaki – Ein Macher im Internet der Dinge

Alleine kam er als 20-Jähriger aus Marokko nach Köln. Und legte einen bravourösen Karriereweg hin: Studium der Nachrichtentechnik an der TH Köln, Abschluss mit Auszeichnung, Berufserfolge in der Telekommunikationsbranche, Unternehmensgründung.

8. Januar 1995. An das Datum, an dem er aus Marokko nach Deutschland kam, erinnert sich Younes Allaki noch ganz genau. Er wollte Elektrotechnik studieren, und die guten Voraussetzungen dafür hatte Younes Allaki selbst geschaffen: Die Ausbildung an einer Eliteschule und ein intensives Studium der deutschen Sprache lagen hinter ihm. Dennoch war es nicht einfach, denn er kam allein, ein junger Mann von Anfang 20, der sich in einer neuen Kultur zurechtfinden musste. Dass er das mit Bravour geschafft hat, ist mit großem Willen, Talent und Ehrgeiz zu erklären. Heute hat Younes Allaki nicht nur erfolgreich sein Studium absolviert, sondern auch in leitender Position bei den größten Mobilfunkanbietern gearbeitet sowie eine innovative Firma und eine Familie gegründet.

Younes Allaki Younes Allaki (Bild: privat)

Nach einem Vorbereitungskurs an der Universität zu Köln begann Younes Allaki mit einem Studium der Elektrotechnik an der TH Köln. Große Unterstützung erfuhr er vom damaligen Fachbereichsleiter, Prof. Dr. Heinrich Dederichs, der sich persönlich sehr für den jungen Studenten einsetzte und bei der Anerkennung bereits in Marokko erbrachter Leistungen behilflich war. Die Klausuren, die Younes Allaki dadurch auslassen konnte, schrieb er trotzdem mit: Er wollte wissen, wie die Hochschule funktioniert. Und schon nach dem dritten Semester unterstützte Younes Allaki seine Kommilitonen als Mathe-Tutor.

Studienabschluss mit Auszeichnung
Kurz darauf ernannte Prof. Dederichs Younes Allaki als studentisches Mitglied der Berufungskommission für eine neu zu besetzende Professorenstelle. Hier traf Younes Allaki zum ersten Mal auf Prof. Dr. Uwe Dettmar. Dieser sprach über Mobilfunk – und wurde zum Professor berufen – und Younes Allaki war vom Thema wie elektrisiert: „Jetzt weiß ich, warum ich studiere!“ Er kündigte seine Nebenjobs und konzentrierte sich voll auf das Studium, das er nach dem Grundstudium in Nachrichtentechnik vertiefte und mit Auszeichnung abschloss.

Herr Allaki ist ein wunderbares Beispiel für die vielen hoch motivierten und klugen jungen Menschen, die aus aller Welt zu uns nach Köln kommen und so wichtig für den Erfolg unserer Hochschule und die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft sind, sagt Prof. Dettmar über seinen ehemaligen Studenten.

Erfolgreicher Berufsstart
Gleich die erste Bewerbung – zwischen Abgabe und Kolloquium eher testweise eingereicht – war erfolgreich: Younes Allaki unterzeichnete einen Vertrag als Systemingenieur bei E-Plus. Da war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Fachlich war der Berufseinstieg unproblematisch, denn er konnte sein Wissen aus dem Studium punktgenau anwenden. In seinen ersten Berufsjahren war Younes Allaki am Aufbau bedeutender Marken wie Aldi-Talk, Simyo und Blau beteiligt. Er wurde Experte für „Zweimarkenstrategien“ – das heißt, ein Unternehmen etabliert mehrere Marken, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen oder in verschiedenen Preisklassen angesiedelt sind. Die erfolgreiche Arbeit blieb nicht verborgen: Im Jahr 2006 erhielt Younes Allaki ein Angebot vom Konkurrenten Vodafone, drei Jahre später wechselte er zur Telekom-Tochter congstar. Hier hat er den Aufbau der Marke mitgestaltet, die heute mit etwa 4,5 Millionen Kunden zu den größten Anbietern in Deutschland zählt. Bei der Telekom war er anschließend in führender Position in der Entwicklung der „M2M“-Kommunikation (kurz für „Machine to Machine“) tätig, dem Zukunftsfeld der Kommunikation: Waschmaschinen ordern bei Bedarf selbständig Waschmittel, intelligente Wasserzähler und Rauchmelder sollen unser Leben einfacher und sicherer machen.

Die Unternehmensgründung
Anfang 2018 ergriff Younes Allaki die Chance, sich mit Hilfe eines erfahrenen Gründers und Investors in dieser Sparte selbständig zu machen. In enger Zusammenarbeit mit Alexander P. Sator, einem erfolgreichen Seriengründer aus der Telekommunikationsbranche, gründete er als Chief Technology Officer die in Köln ansässige Firma 1nce, die eine Flatrate für vernetzte Geräte anbietet und damit den Markt im „Internet der Dinge“ neu gestalten möchte. Das Potenzial ist riesig: Schon 2020 soll es mehr als 22 Milliarden vernetzte Geräte weltweit geben. Und das Ziel ist ehrgeizig: „Wir wollen mit 1nce die Nummer Eins in Europa werden“, sagt Younes Allaki. Doch der Markt bewegt sich rasend schnell.

Zusammenarbeit mit der TH Köln
Der Kontakt zur Wissenschaft ist für Younes Allaki deshalb enorm wichtig: Das Institut für Nachrichtentechnik und Prof. Dettmar sind natürlich die ersten Ansprechpartner. Momentan unterstützt Younes Allaki die TH Köln bei dem von der RheinEnergie Stiftung geförderten Forschungsprojekt „RhizoTech - Forschend-entdeckendes Lernen und Lehren in Biologie und Technik zur Ökologie des Wurzelraums der Pflanze“, das zusammen mit dem CEPLAS Exzellenzcluster an der Universität zu Köln durchgeführt wird. Dabei erforschen Schülerinnen, Schüler und Studierende das pflanzliche Mikrobiom und dessen Einflüsse auf Wachstum und Gesundheit der Pflanzen in Abhängigkeit der sich verändernden Umwelt vor dem Hintergrund des Klimawandels. Mit der TH Köln kann sich der Gründer weitere Kooperationen vorstellen, denn Absolventinnen und Absolventen werden in dieser Wachstumsbranche dringend gebraucht. Die Aussichten für Berufseinsteiger sind hervorragend. Younes Allaki geht es bei dem Kontakt auch darum, seiner Hochschule etwas zurückzugeben. Wohin der Weg ihn im Internet der Dinge noch führen wird? Dass er nicht nur mithalten, sondern ganz oben mitmischen wird, das traut man Younes Allaki ohne weiteres zu.

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