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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

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Prof. Dr. Sefik Tagay

Prof. Dr. Sefik Tagay

Angewandte Sozialwissenschaften
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Prof. Dr. Tagay betreut erfolgreich Promotion zu Lebensqualität beim Diabetes mellitus Typ-2

Aktuell betreut Prof. Dr. Sefik Tagay mehrere Doktorand*innen der Universität Duisburg-Essen. Am 09.03.2021 hatte sein Doktorand Andreas Feher (Mediziner) sein Rigorosum. Seine Promotion zum Thema „Lebensqualität, Krankheitsbewältigung und Ressourcen eines Diabetes mellitus Typ 2 Patienten in der Primärversorgung“ wurde insgesamt mit der Note „cum laude“ (2) bewertet.

Mehr als 7 Millionen Menschen sind derzeit an Diabetes mellitus Typ 2 in Deutschland erkrankt. Die mit einem Anteil von über 90% und damit häufigste Diabetesform, entsteht v.a. durch Überernährung, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel. Er manifestiert sich ca. ab dem 40. Lebensjahr (Deutsche Gesellschaft für Diabetes, 2018). Diabetes Typ-2 tritt signifikant häufiger bei Menschen mit niedrigen Sozialstatus auf (11,6%) als bei Menschen mit hohem Sozialstatus (3,0%) (Robert-Koch-Institut 2016). Die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen sind bei Diabetes Typ-2 vielschichtig und z.T. mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Wie gehen die betroffenen Patient*innen mit ihrer Erkrankung um? Welche Bewältigungsstile lassen sich beobachten, und welche psychosozialen Ressourcen helfen, damit eine bessere Lebensqualität und eine bessere Krankheitsbewältigung erlangt werden kann? Diese Fragestellungen sind zentrale Aspekte der Dissertationsschrift von Andreas Feher.

Andreas Feher-rigorosum 09-03-202 Andreas Feher, Prof. Dr. Christian Dohna-Schwake, Prof. Dr. Sefik Tagay, PD Dr. Nicole Unger (v.l.n.r.) (Bild: Sefik Tagay)

In dem Promotionsprojekt von Andreas Feher wurden 100 Diabetes mellitus Typ-2 Patient*innen im Alter von 35 bis 86 (M=62,39 Jahre, SD=10,47) Jahren in der Primärversorgung untersucht. Die Diagnosedauer des Diabetes mellitus Typ 2 lag im Mittel bei 9,4 Jahren.

Die untersuchte Stichprobe zeigte erwartungskonform eine schlechtere Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung, eine höhere psychische Belastung und geringere psychosoziale Ressourcen als die Kontrollgruppe der Allgemeinbevölkerung. Personale und soziale Ressourcen, gemessen mittels des Essener Trauma-Inventars (ERI), gingen mit einer besseren Lebensqualität einher (SF-12). Weder das Kohärenzgefühl (SOC-13) noch die psychische Belastung (SCL-27) zeigten einen statistischen Zusammenhang mit dem Langzeitzucker (HbA1C). Als bedeutsame Prädiktoren für die körperliche Lebensqualität erwiesen sich die Anzahl körperlicher Beschwerden, eine erhöhte Diabetesbelastung (PAID), ein geringerer Schulabschluss sowie geringe soziale Unterstützung (F-SozU). Für eine bessere psychische Lebensqualität erwiesen sich dagegen die ein höheres Kohärenzgefühl (SOC-13), eine geringere Diabetesbelastung (PAID) sowie weniger körperliche Beschwerden. Die Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz der Lebensqualität, der psychischen Belastung sowie die personale Ressource des Kohärenzgefühls bei Diabetes mellitus Typ-2 Patient*innen. Diese bieten gesundheitsfördernde Ansätze für Präventions- und Interventionsprogramme.

März 2021

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