Medientechnologin gewinnt Kölner VDI Förderpreis

Wie können bei der Speicherung und Komprimierung digitaler Fotos pixelige Farbverläufe, unschöne Artefakte und ein genereller Verlust der Bildqualität verringert werden? Nora Schulte, Absolventin des Bachelorstudiengangs Medientechnologie, hat für ihre Abschlussarbeit den mit 2.000 Euro dotierten ersten Platz beim 35. Förderpreis vom VDI, Verein Deutscher Ingenieure, Kölner Bezirksverein gewonnen.

Preisträgerin Nora Schulte (2.v.r.) mit Horst Behr (kommissarischer Vorsitzender des VDI Kölner Bezirksverein e.V.), Karl-Heinz Spix (Vorsitzender) und Laudator Stefan Weber (Buderus) (v.l.)
Preisträgerin Nora Schulte (2.v.r.) mit Horst Behr (kommissarischer Vorsitzender des VDI Kölner Bezirksverein e.V.), Karl-Heinz Spix (Vorsitzender) und Laudator Stefan Weber (Buderus) (v.l.) (Bild: Katrin Hauter)

Wie würden Sie Ihre Abschlussarbeit "Unterdrückung von Posterisationsartefakten durch Optimierung des bildtechnischen Workflows im Fotofinishing" einem Laien in einfachen Worten erklären?

Nora Schulte: In Bezug auf digitale Bilddaten ist die Dateigröße noch immer ein wichtiger Faktor. Zum einen aufgrund des benötigten Speicherplatzes, aber auch aufgrund von Übertragungs- und Verarbeitungszeiten. Die Dateigröße kann auf unterschiedliche Weise verringert werden. Digitale Fotos werden hauptsächlich im JPEG-Dateiformat gespeichert, das Bilddaten entsprechend der gewählten Qualität sowohl komprimiert als auch reduziert. Ein weiterer Weg die Dateigröße zu reduzieren, ist die Auflösung eines Fotos durch Skalierung zu verringern.

Beide Vorgänge sind jedoch keineswegs verlustfrei und es können sichtbare Artefakte im Bild auftreten. So kann es zu unerwünschten Abstufungen in ursprünglich kontinuierlichen Verläufen der Helligkeit, Sättigung oder des Kontrastes, wie beispielsweise Himmelsverläufen kommen. In bestimmten Arbeitsabläufen mit extrem hohem Datenaufkommen, wie beispielweise im Workflow des Fotodienstleistern CEWE Stiftung & Co. KGaA, ist eine Datenreduktion jedoch unumgänglich. Es gilt einen Kompromiss zwischen optimaler Bildqualität und möglichst geringem Datenvolumen zu finden.

In meiner Arbeit habe ich eine Möglichkeit gefunden, das natürliche Bildrauschen, das in jedem Foto aufgrund von technischen sowie physikalischen Gegebenheiten zu finden ist, für eine einwandfreie, digitale Reproduktion der Bilddaten zu nutzen.

Welchen Nutzen hat Ihre Forschung für den Anwender bzw. für eine spätere Vermarktung?

Nora Schulte: Die Arbeit untersucht den Bildverarbeitungsworkflow der CEWE Stiftung & Co. KGaA. Die Analysen dieser Arbeit zeigen, dass durch die verbesserte Erhaltung und Quantisierung natürlichen Bildrauschens zu Beginn des Verarbeitungsprozesses Artefakte nahezu verhindert werden können. Es wird in den Untersuchungen dieser Arbeit jedoch ebenfalls deutlich, dass diese Verbesserungen nur durch Optimierungen, die eine Erhöhung des Datenvolumens bedingen, erzielt werden können.

Was war/ist Ihre Motivation für Ihr Studium und die Beschäftigung mit diesem bestimmten Thema?

Nora Schulte: Ich habe vor meinem Studium der Medientechnologie bereits eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton absolviert und war einige Jahre als Coloristin in der Filmpostproduktion tätig. Das Studium war also logische Konsequenz zur Weiterbildung in meinem Berufsfeld.

Während den letzten vier Semestern meines Studiums habe ich ein Stipendium der CEWE Stiftung & Co. KGaA erhalten. Vor Beginn meiner Bachelorarbeit habe ich dort mein Praktikum absolviert. Das Thema meiner Bachelorarbeit hat sich in Zusammenarbeit mit meinen Betreuern bei der CEWE Stif-tung & Co. KGaA aus meiner Praktikumsaufgabe ergeben.

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