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Cologne Institute of Conservation Sciences

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft

Kristina Werner: Restauratorin am Weltkulturen Museum in Frankfurt

Wer von sich sagen kann, den Traumberuf gefunden zu haben, kann sich glücklich schätzen. Kristina Werner glaubt man das sofort, denn sie betreut am Weltkulturen Museum in Frankfurt die ethnologische Sammlung, und die Begeisterung darüber spürt man im Gespräch mit ihr deutlich.

Die Sammlung umfasst etwa 67.000 höchst verschiedene Objekte aus Afrika, den Amerikas, Südostasien und Ozeanien – ein echter Schatz, um deren Erhalt sich die Master-Absolventin des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) vor allem kümmert.

Schon seit ihrer Kindheit übten fremde Kulturen und Religionen eine große Faszination auf Kristina Werner aus. Vor allem Nordamerika hatte es der gebürtigen Hamburgerin angetan, und die mittlerweile zehn Besuche – die ersten noch als Familienurlaub mit ihren Eltern – führten sie in Reservate der First Nations in Kanada oder in Gemeinden von Religionsgemeinschaften der Amish und der Shaker in den USA. Der Schritt, Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut zu studieren, war bei dieser Interessenlage nicht ungewöhnlich. Zwei Praktika, davon ein einjähriges Pflichtpraktikum am Braunschweigischen Landesmuseum, überzeugten Kristina Werner: Das ist es!

Kristina-werner Kristina Werner (Bild: Mareike Mehlis / Weltkulturen Museum)

Kristina Werner

Weil die Studienkombination Restaurierung von Objekten aus Holz und aus Werkstoffen der Moderne am CICS einmalig ist, bewarb sie sich an der TH Köln – und das erfolgreich. Im Studium gefiel ihr besonders der enge Bezug zur Praxis. Außerdem konnte sie ihr Interesse an nordamerikanischer Kunst und Kultur weiter vertiefen: „In meiner Bachelorarbeit habe ich zwei aus Rohhaut gefertigte Schneeschuhe der nordamerikanischen Ojibwa restauriert“, erzählt Frau Werner. Ihr dreimonatiges Praktikum am Metropolitan Museum of Art in New York war dabei nicht nur ein berufliches, sondern auch privates Highlight.

Nach der ersten Bewerbung direkt eingestellt

An das Bachelorstudium den Master anzuschließen und ihr Wissen zu vertiefen, war für Kristina Werner eine ausgemachte Sache. Ihren Schwerpunkt setzte sie dabei auf die Auseinandersetzung mit der aussterbenden Kultur der Shaker und ihren Einfluss auf die Möbelentwürfe der nord- und mitteleuropäischen Designer. Gleich nach Abgabe der Masterarbeit und mit der ersten Bewerbung wurde Kristina Werner vom Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main eingestellt. „Ich hatte immer den Wunsch, als Restauratorin an einem ethnologischen Museum zu arbeiten, aber ich hätte nie geglaubt, dass genau dieser Wunsch so schnell in Erfüllung geht“, sagt Kristina Werner. Fachlich besonders herausfordernd ist die große Materialvielfalt in der Sammlung des Museums: So gibt es Objekte mit schillernden Käferflügeln, Knochen, Rindenbast, Federn und aus Darmhaut. Grundlegende Aufgabe der Restauratorin ist der Erhalt solcher Kulturgüter, um sie auch für nachfolgende Generationen erfahrbar zu machen. „Das bedeutet, dass ich ein Objekt nicht „wieder neu“ mache, sondern den jetzigen Zustand akzeptiere, Alters- und Gebrauchsspuren erhalte und den weiteren Zerfall verlangsame“, erklärt sie. Das eigentliche Restaurieren, also das Wiederherstellen eines früheren Zustandes, nimmt nur einen relativ kleinen Teil ihrer Zeit ein. „Sehr wichtig ist, dass sich alle Restaurierungsmaßnahmen wieder rückgängig machen lassen, ohne dabei das Objekt zu verändern. Diese Herangehensweise ist in der Restaurierung einer der wichtigsten Punkte, denn vielleicht gibt es in 20 Jahren bessere Restaurierungsmethoden“, so Frau Werner.

Mit „ihrer“ Hochschule ist Kristina Werner immer noch in Kontakt: Demnächst schickt sie 13 Objekte aus dem Museumsbestand an die TH Köln und unterstützt damit Lehre und Forschung. Die nächste Studierenden-Generation wird davon profitieren!

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