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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln

Hundert Jahre Ausbildung für die Soziale Arbeit in Köln

Prof. Mergener am Rednerpult vor Gästen im Hörsaal (Bild: Thilo Schmülgen / FH Köln)

Abschlusskonferenz stellt Forschungsergebnisse vor: Freitag, 10. Oktober 2014, Campus Südstadt.

Die Ausbildung im Berufsfeld Soziale Arbeit hat in Köln eine 100-jährige Tradition. 1914 wurde die "Schule für kommunale Wohlfahrtspflegerinnen" gegründet, die mit vielen weiteren Institutionen zu den Vorgängereinrichtungen der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Köln zählt. Anlässlich dieses Jubiläums hat Prof. Dr. Ulrich Mergner vom Institut für die Wissenschaft der Sozialen Arbeit im Jahr 2012 ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse jetzt in einer Abschlusskonferenz vorgestellt werden. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen am Freitag, 10. Oktober 2014, 8.45 bis 16.30 Uhr am Campus Südstadt, Ubierring 48, 50678 Köln.

"Das Forschungsprojekt '1914–2014: 100 Jahre Ausbildung für die Soziale Arbeit in Köln' befasste sich mit den Institutionen, die als direkte Vorgängerinnen der heutigen Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften gelten können und mit der Fakultät selbst. Alle diese Einrichtungen wurden oder werden von der Stadt oder dem Land getragen – es geht also speziell um Ausbildung für soziale Arbeit in öffentlicher Verantwortung", erklärt Mergner. "Die untersuchten Ausbildungsstätten haben auf dem lokalen und regionalen Arbeitsmarkt für die Soziale Arbeit eine maßgebliche Rolle gespielt. Seit 1914 verließen geschätzt zwischen 13.500 und 14.500 Absolventinnen und Absolventen die Einrichtungen, von denen etwa 80 Prozent in der Region blieben", so Mergner, der aber darauf verweist, dass die Datenlage zu diesem Bereich uneinheitlich und nicht immer zuverlässig ist.

Im Rahmen der Abschlusskonferenz wird die Geschichte der wichtigsten Ausbildungseinrichtungen mit ihren Standorten, Leitungen und Studierendenzahlen dargestellt. Auch die Veränderung der Ausbildungsziele und -richtlinien sowie die Entwicklung von Wissenschaftsorientierung und Praxisbezug werden thematisiert. Im Vergleich zum Berufsfeld ist die Wissenschaft der Sozialen Arbeit noch relativ jung. "Erst im Kontext der Bologna-Reformen entstand eine breit angelegte wissenschaftliche Disziplin, die die Traditionslinien der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit zusammenführte", so Mergner. Im Rahmen der Konferenz solle daher auch diskutiert werden, welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte für die Disziplinentwicklung hat und ob die Fach- und Berufsgeschichte für die Herausbildung disziplinärer und professioneller Identität relevant ist. Weitere Themen sind Soziale Arbeit als Frauenstudium und Frauenberuf, die Rolle der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus sowie die Auswirkungen der Studentenrevolte der 1968er Jahre auf Profession und Disziplin.

Das Forschungsprojekt "1914–2014: 100 Jahre Ausbildung für die Soziale Arbeit in Köln" wird durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR), die Fachhochschule Köln, die Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften und den Verein für Angewandte Sozialwissenschaften finanziert. Mitte 2015 erscheint im Greven-Verlag Köln eine bebilderte Monographie, in der wesentliche Ergebnisse der Forschungsarbeit dargestellt werden. Der Arbeitstitel dafür lautet:"Auf dem Weg zur akademischen Disziplin" (ISBN 978-3-7743-0649-3).

Vorträge der Fachkonferenz

9.45 Uhr:  Ausbildungs- und Disziplinentwicklung in Köln – Zentrale Ergebnisse eines „historischen Projekts”
Anette Kunz, M. A. und Prof. Dr. Ulrich Mergner (Fachhochschule Köln)

11.30 Uhr: Geschichtsbewusstsein und Disziplinentwicklung
Prof. Dr. Hubert Höllmüller (Fachhochschule Kärnten)

14.00 bis 16.00 Uhr: Thematische Panels:

„Frauenberuf” und Disziplinentwicklung – Immer noch eine notwendige Debatte?
Prof. Dr. Maria-Eleonora Karsten (Leuphana Universität Lüneburg) und Prof. Dr. Sigrid Leitner (Fachhochschule Köln)

Disziplin und Profession Soziale Arbeit – Fortsetzung der Traditionslinien von „Sozialarbeit” und „Sozialpädagogik”?
Prof. Dr. Ulrich Deller (Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen) und Prof. Dr. Andreas Thimmel (Fachhochschule Köln)

Die Rolle der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus – Aufarbeitung in Disziplin und Profession?
Prof. Dr. Joachim Metzner und Anette Kunz M. A. (Fachhochschule Köln)

Auswirkungen der Studentenrevolte der 68er Jahre auf Disziplin und Profession Soziale Arbeit – Was ist geblieben?
Dipl.-Soz.Arb. Stefan Peil und Prof. Dr. Ulrich Mergner (Fachhochschule Köln)

16.00 Uhr: Ausblick und Abschluss
Prof. Dr. Ulrich Mergner (Fachhochschule Köln)


Pressemitteilung vom 6. Oktober 2014

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