Besuch einer Migrantinnengruppe an der TH Köln

Eine Gruppe von Migrantinnen und geflüchteten Frauen und Mädchen hat im Rahmen des Girls' Day 2017 an einem Workshop im Labor für Technische Informatik der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik teilgenommen.

Neben Schülerinnen interessierten sich auch Frauen, die zum Teil in ihren Ursprungsländern schon eine technische Vorbildung erworben haben, für die TH Köln. Genauso gemischt wie die Zusammensetzung der Gruppe waren auch die Motive der einzelnen Teilnehmerinnen: Die Schülerinnen wollten gerne in den Studiengang Technische Informatik hineinschnuppern um herauszufinden, ob das Fach für sie in Frage kommt. Andere Teilnehmerinnen ziehen eine berufliche Neuorientierung in Betracht und zeigten deshalb Interesse an der Hochschule und deren Möglichkeiten der Weiterqualifizierung. Wieder andere, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben und zum Teil noch in Deutschkursen die Sprache lernen, hoffen darauf, das im Heimatland begonnene Studium bald an einer deutschen Hochschule fortzusetzen.

Eine Gruppe von Frauen hat sich im Foyer des Campus Deutz der TH Köln aufgestellt.
Die Mint FM/FM-Gruppe am Girls' Day 2017 am Campus Deutz der TH Köln. (Bild: Afsar Soheila Sattari)

Einführung in die moderen Digitaltechnik

In Kleingruppen programmierten die Teilnehmerinnen unter Anleitung von Prof. Dr. Georg Hartung und seiner Mitarbeiterin Hanna Sidnenka ein strategisches Spiel. Dabei waren Logik und technisches Verständnis gefragt. "Durch die kompetente Betreuung haben wir es alle geschafft, das Spiel zu Ende zu bringen", fasst eine Teilnehmerin den Workshop zusammen. "Wir sind sehr froh, dass wir die Gelegenheit zur Teilnahme an dieser Veranstaltung bekommen haben." Und eine iranische Informatikerin, die seit ca. einem Jahr in Deutschland lebt, ergänzt: "Das war sehr interessant. Mit ähnlichen Aufgaben habe ich mich in Teheran auch beschäftigt. Es war gut, sich noch einmal für zwei bis drei Stunden intensiv damit zu befassen."

Das NIM-Spiel - strategische und spielerische Vorbereitung vor der Automatenkonfiguration
Beim Programmieren waren Logik und technisches Verständnis gefragt. (Bild: Susanne Wolf/TH Köln)

Organisiert wurde der Besuch an der TH Köln von Dipl.-Ing. Afsar Soheila Sattari, M.Sc. Sie koordiniert das Projekt "MINT Flucht/Migration Frauen/Mädchen (MINTFMFM)" vom deutschen ingenieurinnenbund (dib) e.V. Als Absolventin der TH Köln hält sie bis heute Kontakt zur Hochschule und freute sich, dass ihr ehemaliger Professor Dr. Georg Hartung die Teilnahme am Workshop sofort ermöglichte - und sich auch für weitere Angebote offen zeigt: "Von dem Kontakt profitieren beide Seiten. Einerseits sollten wir den Frauen neue Chancen ermöglichen – andererseits haben wir in Deutschland einen Fachkräftemangel im ingenieurwissenschaftlichen Bereich.“ Der Studiengang Technische Informatik an der TH Köln, in dem Prof. Hartung die Grundlagenfächer lehrt, kennt zwar noch keine Nachwuchssorgen, es schreiben sich aber immer noch deutlich mehr Männer als Frauen ein.  

Das Projekt

Das Projekt MINT Flucht/Migration - Frauen/Mädchen unterstützt  Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen und -mädchen und setzt sich für bessere Chancen für diese Zielgruppe in Bezug auf Bildung, Ausbildung und berufliche Integration in den MINT-Bereichen ein.

Labor für Technische Informatik

Das Labor für Technische Informatik lehrt und forscht in den Bereichen Digitaltechnik, Rechnerarchitektur, industrielle Bildverarbeitung und autonome Systeme und bietet den Studierenden Praktika und Projekte in den Studiengängen Technische Informatik und Elektrotechnik.
Es ist Mitglied im Forschungsschwerpunkt "Verteilte und Mobile Applikationen".

28. April 2017

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