Ausstellung: „Where Is Home?”

Mariana Lourenco (Bild: Monika Probst/TH Köln)

Anlässlich des Weltflüchtlingstags zeigt die KISD am 20. Juni von 17 bis 20 Uhr die Arbeit Mariana Lourencos. Die meisten ihrer Installationen sind interaktiv: Was bedeutet Heimat für die Besucherinnen und Besucher?


Mariana Lourencos Masterthesis im Studiengang Integrated Design ist zugleich eine Ausstellung: Mit „Where Is Home?” setzt sich die Brasilianerin mit den unterschiedlichen Sichtweisen über Heimat auseinander. Entstanden ist die Arbeit zusammen mit Geflüchteten.

Was bedeutet für Sie persönlich Heimat?
Mariana Lourenco:
Für mich ist Heimat sehr stark mit meinem brasilianischen Background verbunden: Ich assoziiere damit Tanzen, Essen und sympathische Menschen.

Wie kamen Sie auf die Idee, sich mit dem Begriff Heimat zu beschäftigen?
Mariana Lourenco:
Als Brasilianerin bin ich hier in Köln Immigrantin. Wenn ich nach meinem Herkunftsland gefragt werde, folgt oft die Nachfrage, woher ich denn ursprünglich stamme, da ich nicht „typisch brasilianisch“ aussehe. Das brachte mich zu der Frage, was Heimat eigentlich ausmacht: das Aussehen etwa? Oder die geografische Herkunft? Beinhaltet der Begriff  nicht auch Kultur, Musik, Essen  und Aspekte wie Identität, Hoffnung und Freiheit?

Für das Ausstellungskonzept haben Sie mit Flüchtlingen zusammen gearbeitet?
Mariana Lourenco:
Ja, ich habe mich unter anderem mit Flüchtlingen der Kölner Initiative „Über den Tellerrand“ und aus dem Deutschkurs des Sprachlernzentrums der TH Köln zu verschiedenen Workshops getroffen, die meisten von ihnen stammen aus Syrien. Der Großteil der Ausstellungsinhalte ist Ergebnis der Workshops, das heißt, die Geflüchteten haben aktiv am Designkonzept mitgearbeitet. Die Umsetzung der Installationen habe ich dann zum Teil mit Hilfe meiner Kommilitonen realisiert. Einige der Geflüchteten werden bei der Ausstellung auch anwesend sein, um mit den Besucherinnen und Besuchern in den Dialog zu treten.

Die Ausstellung ist interaktiv konzipiert. Was heißt das?
Mariana Lourenco:
Einige der Installationen können die Besucherinnen und Besucher um ihre eigenen Gedanken zu Heimat ergänzen. Zum Beispiel der Wish Tree, an dem sie ihre Wünsche für die Zukunft aufschreiben können. Oder sie können einer Person eine Postkarte schicken, die ihnen besonders wichtig ist für ihr Gefühl von Heimat. In anderen Installationen haben Flüchtlinge ihre Erlebnisse verarbeitet, zum Beispiel erzählen sie von Situationen, in denen sie stereotypisch aufgrund ihrer Herkunft behandelt wurden. Es gibt mehrere Ausstellungsräume, die insgesamt sieben Heimat-Aspekte zeigen, darunter neben Freiheit und Geschichte auch Essen und Musik. Eigentlich bietet jede an, sich zu beteiligen.    

Hat sich über das Projekt Ihre Sicht auf Heimat verändert?
Mariana Lourenco:
Sie hat sich erweitert. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig für viele Menschen ihre Sprache ist als Zeichen von Heimat und Identität. Das gilt auch für die Religion. Sie bringt Menschen zusammen und vermittelt dadurch für viele ein Heimatgefühl.

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