Zukunft vorausdenken

Im Zentrum des nationalen Wissenschaftsjahres 2020/21 steht das Thema Bioökonomie. Wie nachhaltige Entwicklungen konkret für das Revier aussehen könnten, erarbeiteten Studierende an der TH Köln während der hochschulweiten interdisziplinären Projektwoche.

Eine Biogasanlage, ein Forschungszentrum, ein Hotel für nachhaltigen Tourismus oder ein Freilichtmuseum zur Geschichte des Rheinischen Reviers – diese und viele weitere Konzepte sind in der hochschulweiten interdisziplinären Projektwoche (HIP) der TH Köln in diesem Semester entstanden. Unter dem Titel „Bioökonomie: Nachhaltige Entwicklungen im Rheinischen Revier“ arbeiteten insgesamt rund 630 Bachelorstudierende quer durch alle Studiengänge in 67 Gruppen an Ideen, wie sich die Region nach dem Ende der Braunkohleförderung wandeln kann.

Prof. Dr. Sylvia Heuchemer Prof. Dr. Sylvia Heuchemer (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Teil des Lehrkonzepts

Seit 2014 organisieren die Fakultäten der TH Köln einmal im Semester diese Projektwoche und vernetzen so die Studierenden aus den Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. „Die Arbeit in interdisziplinär zusammengesetzten Teams ist heute Voraussetzung dafür, komplexe und neuartige Ideen zu entwickeln und wettbewerbsfähig zu machen. Diese Kompetenzen zu entwickeln, fördern wir ganz bewusst“, sagt Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin für Lehre und Studium der TH Köln. „Schließlich werden sie den beruflichen Alltag unserer Absolventinnen und Absolventen prägen.“

In der HIP lernen Studierende, in heterogenen Teams zu agieren, ein Verständnis für Methoden und Denkweisen anderer Disziplinen zu entwickeln und auch die Grundlagen, Werte und Haltungen der eigenen Disziplin besser zu verstehen. Jede Gruppe wird von speziell ausgebildeten studentischen TutorInnen begleitet und von einem Gutachter-Team inhaltlich unterstützt.

Nach der Flutung des Tagebaus könnte in Inden ein Naherholungsgebiet entstehen, in dem außerdem Erneuerbare Energien gewonnen werden könnten Nach der Flutung des Tagebaus könnte in Inden ein Naherholungsgebiet entstehen, in dem außerdem Erneuerbare Energien gewonnen werden könnten (Bild: Luca Schouren, TH Köln)

Naherholungsgebiet und Wohnheim mit Algenbioreaktor

So entwickelte eine Gruppe das Konzept für ein Naherholungsgebiet in Inden. Nach der Flutung des dortigen Tagebaus sehen die Studierenden zum einen das Potential für eine touristische Nutzung mit schwimmenden Ferienwohnungen und Gärten sowie für ein Kulturzentrum zur Geschichte der Kohleregion. Auf der anderen Seite sind Windparks und Solaranlagen auf dem Wasser vorgesehen und der Anbau von Algen zur Biogasgewinnung.

Mit dem Plan für ein „grünes“ Studierendenwohnheim bezog sich eine andere Gruppe ganz konkret auf den geplanten Campus Rhein-Erft der TH Köln. Das Wohnheim soll sich durch einen Algenbioreaktor in der Fassade selbst mit Energie versorgen. Nach der Berechnung der Studierenden würde eine solche Außengestaltung mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach genügend Strom generieren, um alle BewohnerInnen versorgen zu können.

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