Studierende erproben mit PharmÆvolution den Unternehmensalltag

v.li.n.re. Nora Winter, Janis Nießen, Rafael Rosner, Linnéa Felder, Studierende der Pharmazeutischen Chemie (Bild: Viola Gräfenstein/TH Köln)

32 Studierende der Pharmazeutischen Chemie haben im Rahmen des Planspiels PharmÆvolution die Entwicklung eines Medikamentes zur Marktreife durchgeführt. In dem interdisziplinären Simulationsprojekt waren sie als fiktive EntwicklerInnen, UnternehmensmanagerInnen und MarketingexpertInnen tätig.

Zum Studium des Bachelorstudiengangs Pharmazeutische Chemie gehört im fünften Fachsemester ein rund siebenwöchiges Projektpraktikum, in dem die Studierenden in zwei Spin-Off-Unternehmen um den Forschungsauftrag für ein neues Arzneimittel konkurrieren. Dabei simulieren sie theoriebegleitet die Entwicklung eines Arzneimittels vom Wirkstoff bis zur Marktreife und wenden dabei Wissen aus den Bereichen Pharmazeutische Chemie & Analytik, Bio-Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Technologie und Pharmamanagement an unter besonderer Berücksichtigung der Interdependenzen zwischen diesen Bereichen. Das Planspiel ist ein offenes Lehrsetting, in dem die Studierenden ihre Aufgabenplanung und -umsetzung selbstständig organisieren. Ziel ist es, dass die Studierenden erfahren, wie die Entwicklungs- und Abstimmungsprozesse innerhalb des pharmazeutischen Industriealltags verlaufen.

„Gelernt habe ich, eine längere Präsentation mit vielen verschiedenen Präsentanten auf die Beine zu stellen. Das war zeitlich gesehen auf jeden Fall eine neue Herausforderung. Außerdem waren die Organisation und die Aufgabenverteilung in einer so großen Gruppe nicht leicht. Trotzdem hat alles gut funktioniert und es hat rückblickend sehr viel Spaß gemacht“, sagte Moritz Anuschek, Studierender der Pharmazeutischen Chemie im fünften Semester.

Das diesjährige Medikament, welches die angehenden WissenschaftlerInnen nachstellen sollten, war ein Generikum mit dem Wirkstoff Cetirizin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika der zweiten Generation, der zur Linderung von Beschwerden allergischer Erkrankungen eingesetzt wird. Dazu gehörte zudem die Entwicklung einer eigenen Medikamentenpackung für zwei miteinander konkurrierende, fiktive Firmen.

„Die Studierenden haben selber eine wirkstoffhaltige Schmelztablette mit einer Faltschachtel und Gebrauchsinformationen entwickelt. In der Arzneiform haben sie den bitteren Geschmack des Wirkstoffes mit Hilfe von Maskierungsstoffen und unterstützenden Aromen in eine ansprechende Bitterorange-Zitrus-Note umgewandelt“, sagte Prof. Dr. Richard Hirsch, der das Projektpraktikum mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Studiengang Pharmazeutische Chemie betreute. Außerdem haben die Studierenden Synthesewege für den Wirkstoff untersucht, Wirkungstests durchgeführt, klinische Studien geplant und ein Marketingkonzept mit einem Prototypen entwickelt. Dazu gab es selbstentwickelte Werbematerialen, die das Produkt bekannt machen sollen.

„Die Abschlusspräsentation zu PharmÆvolution ist für uns Dozentinnen und Dozenten in jedem Studienjahr ein Höhepunkt. Ich bin immer wieder begeistert, was die Studierenden in dieser kurzen Zeit auf die Beine stellen können“, freute sich Prof. Dr. Richard Hirsch. Das Planspiel PharmÆvolution wurde 2014 von Professor Dr. Beatrice Böhler, Prodekanin an der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, zusammen mit den DozentInnen des Studiengangs entwickelt und erstmalig im Wintersemester 2014/15 mit 46 Studierenden durchgeführt. 2015 hatte das Lehrendenteam des Studiengangs Pharmazeutische Chemie für das Planspiel PharmÆvolution den Lehrpreis 2015 der TH Köln erhalten.

Weitere Informationen über das Projekt PharmÆvolution

6.2.18 VG

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