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Prof. Dr. Michaele Völler

Prof. Dr. Michaele Völler

Institut für Versicherungswesen (IVW)

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Nix bliev wie et wor - die erste Projektwoche "Internationale Märkte" am IVW

Fünf Tage Projektarbeit, fünf Finalisten, mehr als 500 Mails innerhalb der Projektwoche im Postfach von Michaele Völler und mindestens zehn Tageskilometer zurückgelegte Laufstrecke von Hans-Peter Mehring durch das Institut – die erste Projektwoche am Institut für Versicherungswesen (IVW) war anstrengend, aber erfolgreich.

Die "Geburt" der Projektwoche

Vom 18. bis zum 22. Mai 2015 fand die erste Projektwoche "Internationale Märkte" im 4. Bachelorsemester am IVW statt. Die Grundidee für diese Projektwoche war auf der letzten Strategietagung entstanden: Die Studierenden sollten Besonderheiten in einem fremden Versicherungsmarkt identifizieren und verstehen und dadurch ihren Blick für Besonderheiten im deutschen Markt schärfen.
Die Verantwortung, Planung und Durchführung für die Projektwoche übernahmen Hans-Peter Mehring als Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs und Michaele Völler als Projekt-Liebhaberin!

Michaele Völler und Hans-Peter Mehring bei der Auslosung der Reihenfolge der Finalisten in der ProjektwocheMichaele Völler und Hans-Peter Mehring bei der Auslosung der Reihenfolge der Finalisten in der Projektwoche (Bild: FH Köln)

Verzahnung mit den laufenden Veranstaltungen

Die interaktiv gestalteten, wöchentlichen Veranstaltungen "Internationale Märkte" mit der Lehrbeauftragten Liselotte Maichel, BCG Düsseldorf, und "Unternehmensführung" mit Michaele Völler bereiteten die Studierenden auf die Projektwoche vor. Den Studierenden wurden in der ersten Semesterhälfte viele methodische Kompetenzen vermittelt und neben den Fachinhalten auch hilfreiche Quellen, Kennzahlen usw. aufgezeigt, die für die Projektwoche relevant waren. Laufende Veranstaltungen und Projektwoche waren dadurch gut verzahnt.

Die Aufgabe

In der Projektwoche bearbeiteten die Teilnehmer in Teams die folgende Aufgabe:
1. Jedes Team wählte einen nicht-deutschsprachigen Markt (z. B. Portugal). Die vorhandenen Sprachkompetenzen der Studierenden waren vorab abgefragt und bei der Teamzusammenstellung gebündelt worden. Es gab keine Beschränkungen bei der Länderwahl. Wir hofften aber, dass die Studierenden ihre Sprachkompetenzen einbringen würden.
2. Für den gewählten Markt war ein "Länderprofil" zu erstellen, das neben der dortigen Versicherungswirtschaft auch Eckpunkte zum Land (z. B. besondere kulturelle oder religiöse Aspekte) beschreibt. Die methodischen Fähigkeiten, die für die Erstellung des Länderprofils erforderlich waren, wurden in den oben genannten interaktiven Veranstaltungen vorab vermittelt.
3. Für eine Besonderheit in der Versicherungswirtschaft dieses Landes sollte ein detaillierterer Steckbrief erstellt werden (also z. B. für ein besonderes Produkt oder einen besonderen Vertriebsansatz).
4. Abschließend sollte das Team die Übertragbarkeit dieser Besonderheit auf den deutschen Markt analysieren: Welche Anpassungen sind erforderlich, damit man diese Idee auf Deutschland übertragen kann? Oder: Warum ist diese Idee im deutschen Umfeld nicht umsetzbar?

Zwei Überraschungen zu Beginn

AuftaktveranstaltungAuftaktveranstaltung (Bild: FH Köln)

Die erste Überraschung brachte schon die Anmeldung zur Projektwoche: Statt der erwarteten 120-130 Teilnehmer meldeten sich 199 Studierende verbindlich an. Also musste das Team Völler/Mehring vorab das Konzept so modifizieren, dass es auch mit 50 % mehr Teilnehmern funktionieren würde. Glücklicherweise erklärten sich zudem genügend Tutorinnen und Tutoren aus dem Masterstudiengang bereit, im Austausch gegen "den immerwährenden Dank von Michi Völler" (O-Ton), Feedback des betreuten Teams zur Tutorenleistung, eine Bescheinigung über die Tutorentätigkeit und eine Aufwandsentschädigung die beiden Dozenten in der Projektwoche tatkräftig zu unterstützen.
Die zweite Überraschung brachte der Kick-off der Projektwoche am 18. Mai: Tatsächlich erschienen 196 der angemeldeten 199 Teilnehmer – ganz anders als bei Klausuren, bei denen sich viele Prüflinge kurzfristig abmelden. Die Auftaktveranstaltung fand entsprechend bei guter Laune aber mit viel zu wenig Platz statt.

Die Teamarbeit und das Betreuungskonzept

TeamarbeitTeamarbeit (Bild: FH Köln)

Direkt nach der Auftaktveranstaltung starteten somit zwanzig Teams mit der Projektarbeit.
In ihren Teamräumen planten sie ihre Vorgehensweise, verteilten Verantwortlichkeiten im Team, recherchierten, werteten Daten aus, stellten Hypothesen auf, diskutierten und dokumentierten ihre Ergebnisse.

Jedes Team wurde dabei am Anfang und am Ende eines jeden Projekttages von einem individuellen Tutor (Masterstudenten) betreut, der nach dem Prinzip der minimalen Hilfe dezente Impulse und Hilfestellungen geben sollte. Dadurch wurde sichergestellt, dass jedes Team die wichtigen Meilensteine erreichte.Außerhalb der tutorbetreuten Zeiten stand den Teams ein zweiköpfiger Helpdesk zur Verfügung, der bei Bedarf auch die betreuenden Dozenten einbinden konnte.

Auch Hans-Peter Mehring und Michaele Völler standen den Teams als "Kompetenzträger" vor Ort zur Verfügung und besuchten zudem unaufgefordert alle Teams in ihren Teamräumen.
Als besonderes "Bonbon" sollten die Teams am Mittwoch Zugang zu einem Länderexperten erhalten, sofern sie bis Dienstagabend beim Helpdesk eine durchdachte und gute Frage eingereicht hatten.

Auch hier lauerte wieder eine Überraschung: Da nicht alle Teams die aufgrund ihrer Sprachkompetenzen naheliegenden und daher von uns vermuteten Länder wählten, reichten die zuvor akquirierten Kontakte nicht aus. Es galt also, kurzfristig für jedes Team doch noch einen Länderexperten zu besorgen und Telefontermine über verschiedenen Zeitzonen von Neuseeland bis Kanada zu koordinieren. Der Aufwand lohnte sich, denn am Mittwochmorgen waren selbst für die unvermutet gewählten Länder wie Brasilien, Israel, Kolumbien, Malaysia, Neuseeland und Singapur Ansprechpartner gefunden. Unser besonderer Dank gilt Frau Liselotte Maichel von BCG und Herrn Dr. Winfried Heinen von der GenRe, ohne deren Engagement wir nicht so viele Länder hätten abdecken können.

Erfreuliche Ergebnisse

Die in den ersten vier Projekttagen erarbeiteten Inhalte wurden am Freitag im Rahmen eines Wettbewerbs vorgetragen. Am Vormittag fanden fünf Vorrunden statt, in denen jeweils vier Teams um den Vorrunden-Sieg kämpften. Die Vorrunden-Sieger traten dann am Nachmittag im Finale unter dem kritischen Blick der Finaljury  gegeneinander an.

Auditorium und Jury im Finale  Auditorium und Jury im Finale (Bild: FH Köln)

Aus unserer Sicht war jeder einzelne Teilnehmer und jedes Team ein Gewinner: Die Jury-Mitglieder und wir waren überrascht darüber, was die Teams innerhalb von nur einer Woche auf die Beine gestellt hatten. Die Stimmung in der Projektwoche war gut und die Teilnehmer außerordentlich engagiert. Das Team Völler/Mehring war am Freitagabend erschöpft (und vielleicht auch um zehn Jahre gealtert), aber sehr zufrieden mit der Projektwoche und den Projektergebnissen.

Michaele Völler bei der Moderation der Online-Evaluation mit InvoteMichaele Völler bei der Moderation der Online-Evaluation mit Invote (Bild: FH Köln)

In der Online-Evaluation am Finaltag stellte sich heraus, dass auch die Teilnehmer die Projektwoche als Erfolg ansahen: 89 % der Teilnehmer gaben am letzten Tag an, dass sie von der Projektwoche profitieren werden, 93 % waren stolz auf ihr Ergebnis und 74 % hatten sogar (ein bisschen) Spaß bei der Projektwoche. Allerdings fanden 91 % die Projektwoche anstrengend. Damit bestätigte sich auch ein anderes kölsches Gesetz: Vun nix kütt nix .

Invote-ScreenshotInvote-Screenshot (Bild: FH Köln)

An dieser Stelle sei nochmals allen gedankt, die zum Erfolg der Projektwoche beigetragen haben.       

Text: Prof. Dr. Michaele Völler

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