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Ein Artikel aus dem Hochschulmagazin

Nachgefragt ... bei Melanie Werner

Melanie Werner (Bild: Heike Fischer/FH Köln)

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Vorsitzende des Vereins Nachwuchsförderung e.V. der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften. Seit vier Jahren organisiert der Verein in Zusammenarbeit mit dem Projekt Soziale Arbeit plus ein Lernwochenende für studierende Eltern der Fakultät.

Finanziert vom Gleichstellungsbüro der Hochschule verbringen rund 15 Studierende gemeinsam mit ihren Kindern  ein Wochenende in einer Jugendherberge und lernen zusammen für Klausuren, während ihre Kleinen betreut werden. Melanie Werner hat zusammen mit ihren Kolleginnen ein erfolgreiches Angebot auf die Beine gestellt.

Warum ist das Lernwochenende für Studierende mit Kind so beliebt?
Melanie Werner: Weil Studentinnen mit Kind oft als EinzelkämpferInnen unterwegs sind. Durch den Bachelor ist das Studium sehr kohortengebunden, fast wie ein Klassenverband. Studierende mit Kind fallen oft aus diesem Verbund heraus, weil sie langsamer studieren oder mal ein Seminar schieben. Während des Wochenendes können sie sich vernetzen und  in Ruhe auf die Prüfungen vorbereiten, während wir uns im Hintergrund um alles kümmern.  Dazu gehören zum Beispiel um Kleinigkeiten wie das Kaffeekochen. Eine Studentin sagte mir mal: "Das ist das erste Mal, das mir jemand einen Kaffee bringt". Man unterschätzt das häufig, wie viel Energien die Organisation des Alltags bei Studierenden mit Kind binden und wie begrenzt die Zeit ist, wirklich konzentriert an einem Stück lernen zu können.

Haben Sie bei der großen Nachfrage schon mal überlegt, das Angebot zu erweitern?
Melanie Werner: Schon, aber aufgrund der doch recht umfangreichen Organisation ist das nicht so einfach. Dann müssen die studentischen Betreuerinnen und Betreuer im Vorfeld geschult werden. Nicht alle haben Erfahrung in der Jugendarbeit, sie können das Lernwochenende als Theorie-Praxis-Verknüpfung nutzen. Sie werden deshalb von erfahrenen Studierenden angeleitet. Außerdem müssen wir das Kinderprogramm auf die Altersstruktur der mitfahrenden Kinder anpassen. Nicht jedes Programm ist für Kleinkinder geeignet, obwohl die meisten von den Fackelwanderungen oder dem Räuberlager begeistert sind. Wenn die Eltern deswegen mitfahren, weil die Kinder unbedingt wieder dabei sein wollen, dann haben wir es eigentlich geschafft.

Neben dem gemeinsamen Lerngruppen bieten Sie auch ein Lerncoaching an. Worum geht es dabei?
Melanie Werner: Bei ihrer Anmeldung geben die Studierenden an, worauf sie sich konkret vorbereiten wollen: Einige brauchen Formatierungsunterstützung, andere wollen sich gezielt auf eine Rechtsklausur vorbereiten oder an ihrer Hausarbeit schreiben. Wir stellen dann die passenden Materialien zusammen und geben vor Ort auch Inputs in unseren Fachgebieten. Das ist immer eine sehr produktive Lernatmosphäre.

Teilnehmen können Studierende aus allen Studiengängen der Fakultät. Klingt nach einer bunt gemischten Truppe.
Melanie Werner: Tatsächlich melden sich bisher ast ausschließlich Studierende des Bachelors Soziale Arbeit an. Mit 18 Prozent ist hier die Elternquote deutlich höher als in den anderen Studiengängen.

Und wie viele werden zu Wiederholungstätern?
Melanie Werner: Eigentlich alle, was leider auch ein Problem ist für neue Studierende. Die Kapazität können wir aber nicht erhöhen, denn für mehr als 50 Personen findet man keine Unterkunft. Wir organisieren außerdem drei Mal im Jahr die Campuserholung in den Schulferien. Hier können auch Kinder von Studierenden aus anderen Fakultäten teilnehmen.

Interview: Monika Probst

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