KölnerKinderUni 2018 am Campus Leverkusen: Chemie für Kinder greifbar machen

Prof. Dr. Richard Hirsch und Johanna Zajac zeigen anhand von Luftballons den Treibhauseffekt (Bild: Konstancja Laura Schmidt/TH Köln)

Wie wird aus Äpfeln Saft? Und warum bringt das Kohlenstoffdioxid die Eisbären am Nordpol zum Schwitzen? Mit diesen Fragen haben sich 18 junge Gaststudierende im Alter von 8 bis 14 Jahren in KölnerKinderUni-Workshops am Campus Leverkusen beschäftigt.

Prof. Dr. Richard Hirsch erklärte den sieben NachwuchswissenschaftlerInnen im Seminarraum der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften zunächst, wie ein Gewächshaus funktioniert und was die Verbrennung von fossilen Brennstoffen mit der klimaschädigenden Erderwärmung zu tun hat, die den Eisbären den Lebensraum nimmt. Im ersten Teil klärten die jungen Gäste zunächst, was Kohlenstoffdioxid (CO2) ist und produzierten selber unter Anleitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, Mi Steinbach und Johanna Zajac, aus Backpulver und Essig CO2. Danach schauten sie sich die Eigenschaften des in einem Luftballon aufgefangenen Gases an und fanden heraus, dass es schwerer als Luft, farb- und geruchlos ist.

Treibhauseffekt im Becherglas
Im zweiten Teil ging es um den Effekt von Kohlenstoffdioxid auf die Erde. Um zu verstehen, was CO2 mit dem Treibhauseffekt zu tun hat, bauten die Kinder ein Modell der Erde aus einer Lampe, einer Messingscheibe und Kohlenstoffdioxid im Becherglas nach. Die jungen Gäste konnten sich selber davon überzeugen, dass CO2 in der Atmosphäre zur Klimaerwärmung führt. Im dritten Teil des Workshops diskutierten die jungen mit den älteren WissenschaftlerInnen, was sie selber im Alltag, in den Bereichen Einkaufen, Verkehr, Zuhause und Anschaffungen, tun könnten, um den Ausschuss von CO2 zu vermindern. „Es ist wichtig, dass die Kinder wissen, wie sich unser eigenes Verhalten auf den Kohlenstoffdioxid- Haushalt und das Klima auswirkt und die Kinder dieses Wissen auch an andere weitergeben“, sagte Prof. Dr. Richard Hirsch.

Wie aus Äpfeln Saft wird
Im zweiten Workshop drehte sich alles um Äpfel. Elf GastforscherInnen klärten zunächst mit Dr. Andreas Schüren, was ein Experiment ist, wozu es dient und warum ForscherInnen überhaupt Daten sammeln. Mit den Äpfeln wurde es schließlich anschaulich. Wieviel Apfelsaft bekommt man aus einem Apfel? Und wie mache ich Apfelsaft? Ihre Idee, viele geraspelte Äpfel unter hohem Druck zu pressen, setzten die jungen WissenschaftlerInnen später im Labor für Bioverfahrenstechnik im großen Maßstab um. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter, Katharina Toepler und Thomas Millenautzki von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, unterstützten sie bei der Umsetzung im Labor: Aus den Äpfeln pressten sie mit ihnen zusammen an einer hydraulischen Presse Apfelsaft.

Chemie im Alltag
Außerdem bestimmten sie mit Hilfe eines Refraktometers den Zuckergehalt des Apfelsaftes und verglichen diesen mit einer Zuckerlösung, die sie zuvor hergestellt hatten. „Experiment geglückt. Wir wollten den SchülerInnen nicht nur chemische Verfahrenstechniken zeigen, sondern auch wie viel Zucker in Apfelsaft enthalten ist. Es  ist toll, dass man ganz alltägliche Dinge wissenschaftlich betrachten kann. Chemie steckt einfach überall drin“, sagte Dr. Andreas Schüren. Gemeinsam stellten die elf GastwissenschaftlerInnen aus den zehn Kilo Äpfeln rund fünf Liter Apfelsaft her und tauschten sich danach in großer Runde bei Apfelsaft und Keksen über ihre neuerworbenen Erkenntnisse aus.

(VG 29.05.18)

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