Kakaoverwertung

GABS (Bild: Thomas Mockenhaupt)

Im Rahmen der German-African Business Summit 2019(GABS) Konferenz und NRW international reiste eine Delegation nach Ghana Accra.

GABS TH Köln in Accra/Ghana (Bild: Thomas Mockenhaupt)

Die TH Köln vertreten durch Thomas Mockenhaupt stellte in diesem Rahmen das Konzept des Pyrolyseofens, siehe insideout 2017 zur Gewinnung von Kakaoschalenkohle aus Kakaoschalen zum kochen vor.

Es konnte ein ghanaischer Partner Sunhut Enterprise für die Weiterführung des Projekts gewonnen werden.

Ghana ist einer der größten Produzenten von Kakao. Als Abfallprodukt fallen dabei jährlich circa 1Mill. t Kakaoschalen an, welche einerseits ungenutztes Potenzial zur Biomasseverwertung darstellt und andererseits durch Bodenverdichtung eine Ertragsminderung verursacht. Diese Abfallnutzung und Aufbereitung ist eine ökonomische Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette, und kann   das Problem der Bodenverdichtung lösen. (Einsammeln der Schalen)

Die Technik der Pyrolyse wurde an der TH Köln mittels eines Ofens, gefertigt aus einfachsten Materialien und Anfertigung mit einfachem Handwerkzeug entwickelt und die Effektivität der Anwendung untersucht.

Diese simple Technik könnte enormes sozioökonomisches Verbesserungspotential für die Landebevölkerung Ghanas haben. Bei privater Nutzung kann der Ofen Kosten senken durch die nachhaltige Nutzung dieser Abfallprodukte als Brennstoff statt Verwendung von Brennholz oder Kohle. Im Vergleich zur Verwendung von Brennholz werden entstehende Immissionen gesenkt und zeitgleich wird die Bevölkerung unabhängiger von teurer Holzkohle. Der Brennwert der Kakaoschalenkohle liegt leicht unter dem Brennwert von Holzkohle, der Anwendung als Brennstoff zur Nahrungszubereitung spricht dem jedoch nicht entgegen. Die produzierte Kohle kann auch als Düngemittel genutzt, oder potentiell zu Aktivkohle aufgewertet werden und zur Trinkwasseraufbereitung  dienen. Die Waldrodung zwecks Brennholzgewinnung kann durch die Verwendung von Kakaoschalen als Rohstoff minimiert werden und damit die Reduzierung von CO2 . Lokale wirtschaftliche Strukturen können etabliert werden durch Nutzung des Ofens auf Kakaoplantagen oder Gründung von Unternehmen die Rohstoffsammlung, Verarbeitung und Vermarktung als Leistung anbieten.
Die Möglichkeit der Fortbildung von arbeitssuchenden jungen Bevölkerungsschichten in Großstädten zur Befähigung in der Fertigung der Öfen und Vertrieb  stellt ein weiteres Entwicklungspotential dar. Dies kann Arbeitslosigkeit und die dadurch bedingte Obdachlosigkeit junger Menschen in Städten vermeiden helfen.
Ein lokales Entwicklungspotential besteht in der Untersuchung von anderen anfallenden biogenen Reststoffen und Erprobung der Verkohlung im entwickelten Pyrolyseofen. Die Deckung des Bedarfs der Unternehmen an ausgebildeten Arbeitskräften lässt sich durch Anpassung der Bildungseinrichtungen entgegenkommen. Durch die fachliche Expertise der TH Köln ist eine nachhaltige und stabile Entwicklung von Industriestandorten möglich.

Die Fertigung der Öfen stellt ein Beispiel dar, wie Menschen in einfachsten Fertigkeiten geschult werden, die als Benefit für Unternehmen genutzt werden können, um Arbeitskräfte zu generieren.

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