Kohle aus Kakaoschalen

Aus Kakaoschalen, dem Abfallprodukt bei der Kakaoproduktion, kann durch Pyrolyse hochwertige Kohle gewonnen werden. Thomas Mockenhaupt vom Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) stellte beim German-African Business Summit (GABS) in Ghana einen unter seiner Leitung entwickelten Pyrolyseofen für Kakaoschalen vor.

GABS TH Köln in Accra/Ghana (Bild: Thomas Mockenhaupt)

Ghana ist einer der größten Produzenten von Kakao. Als Abfallprodukt fallen dabei jährlich rund eine Million Tonnen Kakaoschalen an, welche einerseits ungenutztes Potenzial zur Biomasseverwertung darstellen und andererseits durch Bodenverdichtung eine Ertragsminderung verursachen.

Auf der Suche nach einer Lösung hatten Studentinnen Zita Laumen und Kathrin Peters in einem einjährigen Masterprojekt am CIRE einen Pyrolyseofen entwickelt, aus einfachen Materialien gebaut und die Effektivität der Anwendung untersucht.

Die vielfältigen Nutzen dieser simplen Technik liegen auf der Hand: Bei der Pyrolyse selbst kann der Ofen zum Kochen genutzt werden. Die entstandene Kohle kann danach als Brennstoff verwendet und selbst genutzt oder verkauft werden. Das spart Geld und reduziert die Waldrodung zur Brennholz- und Kohlegewinnung und kann so zum aktiven Klimaschutz beitragen. Ein weiterer ökologischer Aspekt: Der Bodenverdichtung durch die Kakaoschalen wird entgegengewirkt.

Weiter gedacht könnten sich auch lokale wirtschaftliche Strukturen etablieren: Werden die Öfen auf  Kakaoplantagen genutzt, könnten sich Unternehmen gründen, die die  Rohstoffe sammeln, verarbeiten und vermarkten.

GABS TH Köln in Accra/Ghana (Bild: Thomas Mockenhaupt)

Kooperationspartner für Pilotprojekt gesucht

„Wir müssen mit den Öfen in die Dörfer. Dahin, wo der Kakao produziert wird. Geplant ist ein Pilotprojekt mit zehn Öfen“, erklärt Thomas Mockenhaupt, wie das Projekt fortgesetzt werden soll. „Wir sind noch auf der Suche nach Kooperationspartnern. Zum Beispiel um die Öfen vor Ort mit uns zu bauen. Einen ghanaischen Partner, die Firma Sunhut Enterprise, konnten wir beim GABS schon gewinnen. Das Unternehmen betreibt Solarkioske und könnte den Vertrieb in die Dörfer übernehmen. Der Anfang ist also gemacht“, freut sich Mockenhaupt.

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