Kaffeegenuss in kompostierbaren Bechern

Projektleiterin Hannah Ossenberg (Bild: Enactus TH Köln)

Unser Enactus-Team von der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften tut etwas gegen Kaffeebecher-Müll: GrowPauli ist ein kompostierbarer Becher mit eigener Mülltrennung. Hannah Ossenberg, Studentin im Bachelor International Business und Leiterin über die Ziele des Pilotprojektes.

Eine Vorlesung ohne Coffee to go? Für viele Studierende undenkbar. Doch die wenigsten schlürfen ihren Latte aus einem Mehrwegbecher. Bequemlichkeit und Gewohnheit führen dazu, dass laut Umweltbundesamt mittlerweile in Deutschland pro Stunde 320.000 Einwegbecher verbraucht werden. Alleine im Hochschulgebäude Claudiusstraße gehen in der Woche bis zu 5.000 Kaffeebecher über die Theke – schätzt das Kölner Studierendenwerk. Eine unglaubliche Masse Müll. Unser Enactus-Team von der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften tut etwas dagegen: GrowPauli ist ein kompostierbarer Becher mit eigener Mülltrennung. Hannah Ossenberg, Studentin im Bachelor International Business und Leiterin über die Ziele des Pilotprojektes.

Pauli ist kein Mehrwegbecher. Warum ist er dennoch besser als die bisherigen
Pappbecher?
Hannah Ossenberg:
Normale Pappbecher bestehen zwar aus recycelten Materialien, werden aber nicht mehr wiederverwertet sondern verbrannt. Viele wissen nicht, dass sie innen mit einer Plastikschicht ausgekleidet sind. Unsere Becher sind innen dagegen mit Maisstärke beschichtet und deshalb zu 100 Prozent kompostierbar – wenn sie in unsere Mülleimer geworfen werden.


Wo werden die Becher kompostiert?
Hannah Ossenberg:
Für unser Pilotprojekt haben wir eine Kooperation mit dem Gardening-Verein Neuland e.V. an der Alteburger Straße. Dort werden die Becher von uns Studierenden geschreddert und anschließend mit anderen Bioabfällen kompostiert. Der Kompost kommt dann den Neuland-Nutzern zu Gute.

Über den Projektpartner, das Kölner Studierendenwerk, werden in der Claudiusstraße nur noch Pauli-Becher vertrieben.
Hannah Ossenberg:
Das Studierendenwerk hatte großes Interesse an Pauli. Dabei kosten unsere Becher das Werk pro Stück 3 Cent mehr, ohne dass sie den Betrag an die Studierenden weitergeben. Die Entleerung der Mülleimer übernehmen momentan noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Werks und der TH Köln. Wir haben uns für weitere finanzielle Unterstützung bei den KlimaBausteinen Köln beworben und arbeiten an einer alternativen Lösung, die vielleicht auch einen Arbeitsplatz schaffen kann. Dann können wir wie geplant weitere Mülleimer aufstellen. Aktuell stehen diese in der Mensa, an den Cafe Bars und im Raum 69. Wir suchen noch nach den besten Plätzen für weitere Mülleimer und führen dazu Umfragen durch.


Wie gut ist denn der Rücklauf in den Mülleimern?
Hannah Ossenberg:
Noch sind wir leider viel damit beschäftigt, Plastikabfall aus den Eimern auszusortieren. Kompostierbare Dinge wie ein Teebeutel sind kein Problem, aber auch nicht eben die Regel. Wir werden deshalb verstärkt ins Marketing einsteigen, mit Plakaten und über Social Media. Vielen unserer Erstsemester und auch den Studierenden aus der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften ist Pauli noch nicht bekannt.


Gibt es Pläne Pauli auch an den anderen Hochschulstandorten einzuführen?
Hannah Ossenberg:
Das haben wir tatsächlich vor und ist auch im Interesse der Hochschulleitung und des Studierendenwerks. Die Kapazitäten nach Kompost sind aber bei Neuland begrenzt. Wir sind bereits auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern und hoffen, dass Pauli bald überall in der TH Köln angeboten wird.
Interview: Monika Probst

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