Lösungen für die Praxis - Förderpreise des Aggerverbands verliehen

„Förderpreise sind ein wichtiger Ansporn für unsere Absolventen, sie sind für uns als Hochschule aber auch wichtig als Rückmeldung aus der Wirtschaft. Unsere Frage ist ja immer: bearbeiten wir die richtigen Themen, und bearbeiten wir diese richtig?" So erklärte Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp den Stellenwert von Förderpreisen für den Campus Gummersbach der TH Köln.

In diesem Fall ging es um den Preis des Aggerverbands. Die Auszeichnung wurde diesen Monat zum 15. Mal, für Abschlussarbeiten an der TH Köln mit einem wasserwirtschaftlichen Bezug verliehen. Prof. Dr. Lothar Scheuer, Vorstand des Aggerverbandes und Honorarprofessor der TH Köln, lobte die Qualität der beiden prämierten Arbeiten in der Feierstunde. „Sie befassten sich mit aktuellen Themen, die für unseren Verband wichtig sind“, so Scheuer, „und haben brauchbare Lösungen für die Praxis entwickelt.“

Gruppenfoto von der Verleihung des AggerpreisesProf. Dr. Lothar Scheuer, Gerd Böhner (Aggerverband), Patrick Wache, Dennis Betz, Ulrich Stücker (Verbandsratsvorsitzender des Aggerverbands), Prof. Dr. Michael Bongards (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Den ersten Preis und 900 Euro erhielt Patrick Wache aus Wenden. In seiner Bachelorarbeit mit dem Titel „Betriebswirtschaftliche Analyse innovativer Entsorgungswege für kommunalen Klärschlamm bei einem regionalen Abwasserzweckverband“ verglich der 27jährige Wirtschaftsingenieur zwei Verfahren zur thermischen Verwertung von Klärschlamm: Pyrolyse und die hydrothermale Karbonisierung. Bei der Pyrolyse wird die Masse bei bis zu 1000 Grad verschwelt, bei der hydrothermalen Kabonisierung entsteht nach einem thermischen Prozess ein kohleähnlicher Stoff, der als Dünger geeignet ist. Für beide Verfahren hat Wache eine Rentabilitätsrechnung durchgeführt, als Basis für eine spätere Investitionsentscheidung des Aggerverbandes. Das Thema ist wichtig für den Aggerverband, weil es neue Gesetze zur Klärschlammentsorgung gibt. Während 24.000 Tonnen Schlämme wegen ihres Phosphorgehaltes früher in der Landwirtschaft genutzt werden durften, transportiert der Verband seit 2014 diese Menge Reststoffe in eine Verbrennungsanlage in Hagen.
Betreuer waren Prof. Dr. Michael Bongards und Prof. Dr. Arno Bitzer von der TH Köln, Campus Gummersbach.

Der gebürtige Gummersbacher Dennis Betz erhielt für seine Masterarbeit „Entwicklung und Programmierung von Standard-Reglern für kommunale Kläranlagen in LabVIEW“ den zweiten Platz und 600 Euro. Am Beispiel einer hessischen Kläranlage entwickelte Betz einen Regler für die Automatisierung der Prozessführung mit Hilfe der grafischen Programmierung LabVIEW entwickelt und getestet. Die dortigen Ergebnisse bestätigen die an Anlagen des Aggerverbandes gewonnenen Erkenntnisse. Insbesondere konnte auf der hessischen Anlage eine Reduzierung des zu dosierten Kohlenstoffs erreicht werden. Wesentlich für einen guten Regler ist die zuverlässige Funktion bei unterschiedlichsten Betriebszuständen wie Trockenheit oder Regenwetter. Die Anlage wurde über drei Monate erfolgreich betrieben.

Der 29-jährige Familienvater war wissenschaftlicher Mitarbeiter der TH Köln, arbeitet aber inzwischen in Leverkusen bei einem Abwasserunternehmen. Betreuer  waren Prof. Dr. Dr. Wolfgang Halang (FernUniversität Hagen) und Prof. Dr. Michael Bongards (TH Köln, Campus Gummersbach).

M
M