Clash of Realities 2015

Prof. Björn Bartholdy vom Cologne Game Lab begrüßt die TeilnehmerInnen  (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

"Alles im Kasten", twittert das Cologne Game Lab zufrieden über die gerade abgeschlossene Clash of Realities. Mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren die Institutsräume am Standort Schanzenstraße ausgebucht. Zum sechsten Mal bot die künstlerisch-wissenschaftliche Forschungskonferenz zu digitalen Spielen die Gelegenheit zu einem interdisziplinären Austausch. Einzigartig in Europa.

"How close are we to the Holodeck" fragt Prof. Dr. Janet Murray vom Georgia Institute of Technology"How close are we to the Holodeck" fragt Prof. Dr. Janet Murray vom Georgia Institute of Technology (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

Hochkarätig besetzt war der zweite Tag durch internationale Referenten wie Prof. Dr. Janet Murray vom Georgia Institute of Technology. Ende der 1990er Jahre schrieb die Wissenschaftlerin das Standardwerk "Hamlet on the Holodeck: The Future of Narrative in Cyberspace", in dem sie zeigte, wie der Computer durch technologische Entwicklungen die Ausdrucksformen unserer Geschichtenerzählung erweitert – ähnlich, wie es Druck- und Filmtechnologien für Literatur und Film getan haben. In ihrer Keynote "How close are we to the Holodeck" zeigte sie Beispiele derzeitiger Möglichkeiten und Grenzen: Wie kann der Einsatz digitaler Technologien in Spielen, Filmen, der Kunst oder im Journalismus unsere Wahrnehmung beeinflussen und verändern, wenn Virtualität und Realität miteinander verschmelzen? Je nach Ausgestaltung und Grammatik der Szenarien macht es einen großen Unterschied, ob man mit allen Sinnen in die fiktionale Welt eintauchen und sie durch die Augen einer anderen Persönlichkeit erleben kann, oder ob man als passiver Rezipient außen vor bleibt. "Letztlich sind wir immer noch in der Experimentierphase. Auch wenn einige behaupten, die virtuelle Realität ist tot: Ich glaube, dass diese Technologien für unsere erzählerische Ausdrucksfähigkeit weiterhin großes Potenzial bieten."

Prof. Dr. Gundolf Freyermuth im GesprächProf. Dr. Gundolf Freyermuth im Gespräch (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

"Unserem Team ist es wieder einmal gelungen, herausragende Persönlichkeiten aus Forschung, Wissenschaft und Kreativindustrie zu gewinnen", so Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth, Co-Direktor des Cologne Game Lab der TH Köln und Chairman des Program Board der Konferenz. Weitere Gastredner waren u. a. Prof. Dr. Mitu Khandaker-Kokoris (New York University, Tisch School of the Arts), Game Designerin der international anerkannten Social-Simulation "Redshirt" und Prof. Dr. Frans Mäyrä, Leiter des Game Research Lab der University of Tampere und Autor des Grundlagenwerks "Introduction to Game Studies: Games in Culture".

Gastrednerin Prof. Dr. Mitu Khandaker-Kokoris (New York University, Tisch School of the Arts)Gastrednerin Prof. Dr. Mitu Khandaker-Kokoris (New York University, Tisch School of the Arts) (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

Den Auftakt der Clash of Realities machten am 3. November vier parallele, teils deutsch-, teils englischsprachige Summits, an denen auch Dozenten der TH Köln teilnahmen. Die thematischen Schwerpunkten waren: Beyond Reality! –  New Perspectives in Game Development, Ethics in Digital Games, Creating Storyworlds sowie Teaching Game Studies. – Game Studies Summit. Rund 50 Referentinnen und Referenten beteiligten sich insgesamt an der diesjährigen Clash of Realities.

Das CGL und das Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften waren mit weiteren Projektpartnern für inhaltliche Gestaltung der Konferenz verantwortlich. Zum Projektteam gehörten außerdem die ifs internationale filmschule köln GmbH, das Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln und Electronic Arts.

Text: Monika Probst

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