BauScan Award 2017

Zwei Abschlussarbeiten im Studiengang Bauingenieurwesen sind mit dem BauScan Award 2017 ausgezeichnet worden.

Tobias Höller erhielt die Auszeichnung für seine Masterarbeit, in der er mithilfe von Laserscanning und Kopterbefliegung ein digitales Gebäudemodell für BIM - Building Information Modeling („Bauwerksdatenmodellierung“) erstellt hat, Sebastian Weber für seine Bachelorarbeit „Reverse Engineering im Zuge des Building Information Modeling mithilfe von georeferenzierten Punktwolken“.

v.l.: Tobias Höller, Sebastian Weber, Prof. Dr.-Ing. Tobias Scheffler
v.l.: Tobias Höller, Sebastian Weber, Prof. Dr.-Ing. Tobias Scheffler (Bild: Sabrina Geiermann )

Ein wichtiges Thema der Digitalisierung im Baubereich ist die Erfassung von Gebäudestrukturen durch 3D-Messsysteme und die folgende Auswertung der riesigen Datenmengen. Diese Daten werden z.B. für BIM oder Computerspiele verwendet. Die wichtigste Tagung zu diesem Thema ist die BauScan in Magdeburg, auf der die beiden Absolventen ihre Themen nun präsentiert haben.

Daten im Dienste des Denkmalschutzes

Tobias Höller untersuchte für seine Masterarbeit ein Gebäude auf dem Gelände des Guts Nettehammer, einem alten Gutshof in Andernach. Das Gebäude ist durch eine Weltkriegsbombe teilweise zerstört und denkmalgeschützt. Weil in Teilbereichen das Dach fehlt, wachsen in dieser Ruine inzwischen Bäume. Mit zwei Verfahren hat Tobias Höller das Gebäude vermessen: mit dem Laserscanner und mit einer Drohne (Kopter). Der Laserscanner erzeugt an jedem Standpunkt eine sogenannte Punktwolke aus Millionen von farbigen Messpunkten.  Beim Kopterflug werden Fotos mit großen Bildüberlappungen aufgenommen, woraus sich ebenfalls Koordinaten von Messpunkten ableiten lassen. Die Messpunkte der beiden Aufnahmen lassen sich miteinander kombinieren. Aus den so erzeugten über 1,3 Milliarden Messpunkten entwickelte Höller ein dreidimensionales Gebäudemodell, das nun als Planungsgrundlage für Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine dienen soll.

In Sebastian Webers Bachelorarbeit ging es ebenfalls darum, zu einem bestehenden Gebäude – der Welterbestätte Schloss Augustusburg in Brühl – ein dreidimensionales Bauwerksmodell zu erstellen. Er  konnte dafür einen Punktwolkenausschnitt aus einer Bestandsaufnahme des Jahres 2016 verwenden. Seine Arbeit untersucht vor allem das Verfahren, wie das bestehende Gebäude auf ein objektorientiertes Modell zurückgeführt werden kann. Für diesen Prozess des „Reverse Engineering“ vergleicht er Methoden und Arbeitsabläufe verschiedener Softwareprogramme.

„Die Auszeichnung mit dem BauScan Award ist ein schöner Erfolg: Die Abschlussarbeiten zeigen eine für unsere Fakultät typische Verknüpfung zwischen anwendungsbezogenen und gleichzeitig forschungsrelevanten Aufgabenstellungen“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Josef Steinhoff, Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik.

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