Wunderdosen und Wolkenkratzer begeisterten die Nachwuchsforscher 


Was leitet Strom (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Die Großveranstaltung „MINT für Minis“ lockte mit physikalischen Experimenten 426 Kindergarten-Kinder in die Hochschule

19.2.2019 – Insgesamt 426 „kleine Einsteins“, ausgestattet mit Forscherbrillen und weißen Kitteln, bevölkerten auch in diesem Jahr wieder an zwei Tagen den Campus Gummersbach der TH Köln. Aus 26 Gummersbacher Kindergärten und Tagesstätten kamen die Fünf- und Sechsjährigen mit Ihren Erzieherinnen und Erziehern in die Hochschule, um die Physik des Alltags zu entdecken. "Forschen, Staunen, Verstehen" lautete das Motto für die 16 verschiedenen physikalischen Experimente mit spannenden Namen, die sie unter Anleitung von TH-Studierenden und Oberstufen-Schülerinnen und -Schülern selbst durchführen konnten.

„Der Löffel leuchtet!“ rief die kleine Elisa begeistert. Was sie etwas verkürzt ausdrückte: eine kleine Glühbirne leuchtet, wenn man einen Löffel auf der einen Seite mit einer Batterie verbindet und auf der anderen Seite mit einer Leuchtquelle. „Was leitet Strom?“ hieß das Experiment, das das Mädchen vom Familienzentrum „Wilde Knöpfe“ selbst durchführte. Angeleitet wurde sie und die anderen Kinder von Dominik Rißart, Student im Studiengang „Pädagogik der Kindheit und Familienbildung“ der TH Köln. Für ihn war die Kombination von Technik und Pädagogik bei der Gummersbacher Veranstaltung genau richtig, weil er sich für Naturwissenschaften interessiert, sich aber ein Fachstudium nicht zutraut.

Fakultätsübergreifendes Projekt

Mit Rißart waren insgesamt 11 Studierende der Fakultät für Angewandte Sozialwissen­schaften aus Köln zur Veranstaltung gekommen. Für sie war die Anleitung der Kinder in den Experimenten Teil der Praxiserfahrung in ihrem Studium. Begleitet wurde die fakultätsübergreifende Aktion von der Kathrin Meiners, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der TH Köln. 

An den beiden Tagen konnten die Kinder erfahren, warum die „Wunder-Dose“ eine schräge Ebene hinaufrollen kann: in ihrem Inneren klebt am obersten Punkt Knete, für ein kleines Wegstück lässt die Schwerkraft die Dose aufwärtsrollen. „Taucher in der Flasche“, „Schlangentanz“ oder „Achtung Dammbruch“ hießen weitere Experimente. Die Kinder waren mit viel Begeisterung dabei und bekamen am Ende einen eigenen Forscherausweis.

Am ersten Tag begrüßten die Prodekanin Prof. Dr. Simone Lake und Raoul Halding-Hoppenheit, der Erste Beigeordnete der Stadt Gummersbach, die Kinder und die rund 90 mitwirkenden Erzieherinnen und Erzieher, städtischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer im großen FERCHAU-Hörsaal. Zur Einstimmung sahen die Kinder an den beiden Vormittagen das Theaterstück "Professor Habilus und der Fehlerteufel", aufgeführt von Schülern der Realschule Steinberg. In dem Stück verhindert der kleine Fehlerteufel den Erfolg einiger Experimente, die der Professor Habilus durchführen will. Der Teufel wird zwar im zweiten Akt des Stücks in eine Falle gelockt und gefangen, dann aber wieder frei gelassen, denn „nur durch Fehler können wir lernen“, so das Fazit von Prof. Habilus.

„Nachhaltiges Interesse wecken“

Veranstalter des Forschertags waren der Fachbereich Jugend, Familie und Soziales und die Stadtteilkonferenz Gummersbach-Innenstadt, die Koordination hatte die Ressort-Leiterin für Kindertagesstätten und Jugendarbeit, Beate Reichau-Leschnik. Kooperationspartner waren neben der TH Köln auch das die Jakob-Moreno-Schule, das Lindengymnasium und die Gesamtschule Gummersbach, die auch Schülerinnen und Schüler für die Vorbereitung und Durchführung der Experimente stellte.  

„Wir wollen ein nachhaltiges Interesse an den Naturwissenschaften wecken und Kontakte   zwischen Kindern, Kita-Fachkräften, Schülern und Studierenden vermitteln“, erklärt Beate Reichau-Leschnik ihre Motivation, diese Großveranstaltung mit über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf die Beine zu stellen. Ein ausgeklügelter Zeitplan, farbig gekennzeichnete Gruppen und die detaillierte Aufgabenverteilung sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Und wenn sich mal ein Kind eine Schramme holte, standen ausgebildete Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gummersbach als Sanitäter bereit.

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