William Sen – Von Köln nach San Diego

Wenn man sich den Lebenslauf von Dr. William Sen anschaut, spürt man vor allem unglaublich viel Energie, sowie eine stete Bereitschaft, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Der Alumnus des Studiengangs Informationswirtschaft ist Firmengründer und Autor.

Er war Lehrbeauftragter und Herausgeber und erzählt seit seinem Umzug nach San Diego als Videoblogger via Youtube einem großen Publikum in informativen wie amüsanten Filmen über das Leben in den USA.

Porträt William Sen Dr. William Sen (Bild: privat)

Computer spielten schon seit Grundschultagen eine große Rolle im Leben von William Sen: Im Kinderzimmer machte er seine ersten Versuche zu programmieren, und als Jugendlicher war er Mitglied der Hackerszene. Diese Erfahrungen verarbeitete er in seinen ersten Büchern „Hackerland“ und „Hackertales“. Während des IT-Booms arbeitete er als Multimedia-Programmierer. „Es geht auch ohne Studium, dachte ich damals mit einer gewissen Portion Naivität und Selbstüberschätzung“, sagt William Sen heute schmunzelnd. Aber er wollte weiterkommen und die Einsicht wuchs, dass wissenschaftliches Arbeiten die Basis dafür ist.

Zur richtigen Zeit das richtige Gespür für das Neue

Für einen Kölner aus der Südstadt liegt die Claudiusstraße nah, und beim Studiengang Informationswirtschaft passte die Mischung. Mit einer gewissen Ehrfurcht und großer Begeisterung stürzte er sich ins Abenteuer Studium: „Einfach reinspringen und machen, einen Karriereplan gab es nicht.“ Das Zusammentreffen mit Prof. Dr. Matthias Fank gab dann der Laufbahn von William Sen die entscheidende Richtung: Gemeinsam gründeten sie die Agentur infospeed GmbH und bewiesen damit zur richtigen Zeit das richtige Gespür für das Neue: Infospeed war eine der ersten Firmen in Deutschland, die Social Media Monitoring anbot und Fragen beantwortete, die das rasant wachsende, aber immer noch neue Medium Internet  aufwarf. Zehn Jahre war William Sen Geschäftsführer, in der Rückschau erwähnt er nicht nur die wirtschaftlichen Erfolge, sondern auch die Freundschaften und Beziehungen, die daraus erwuchsen. Und das ist ihm ganz wichtig: „Ohne Hilfe anderer schafft man nichts!“

„Seiner“ Hochschule in der Claudiusstraße blieb er als langjähriger Lehrbeauftragter treu, auch an der Entwicklung des  Weiterbildungsstudiengangs Social Media Manager war er beteiligt, den die TH Köln nun seit zehn Jahren anbietet. Pionier war er auch als Herausgeber des Social Media Magazins, dem ersten Fachmagazin in Deutschland für Social Media. Und nicht zuletzt legte er an der Universität Düsseldorf seine Promotion im Bereich Informationswissenschaft ab. Und doch: Mit Mitte 30 hatte William Sen ganz schön viel erreicht, aber nicht das Gefühl, am Ziel zu sein. Denn es gab einen Traum, den er seit langem hegte: William Sen wollte in die USA, dahin, wo die Computerszene sitzt, und ein Teil dieser Szene werden. So entschlossen sich Prof. Fank und William Sen, infospeed an einen Mitbewerber zu verkaufen.

Mit einer guten Portion Abenteuerlust ging es in die USA. Dort arbeitete er zwei Jahre als Angestellter, um erst einmal die amerikanische Kultur kennenzulernen. Und diese Erfahrungen teilt er in den Sozialen Medien: Fast 50.000 Menschen folgen seinem Kanal "lebenUSA" auf Youtube, wo er – Markenzeichen ist die stets gleiche Baseballkappe – in selbst produzierten Clips ein breites Themenspektrum abdeckt: Autofahren, Supermärkte, typische Klischees und die feinen Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Kultur – William Sen ist ein scharfer Beobachter und ein guter Erzähler.

Das Bloggen ist aber natürlich nur eine Freizeitbeschäftigung: Mittlerweile hat William Sen eine eigene Firma gegründet, die sich auf Suchmaschinenoptimierung spezialisiert hat. Zu den Kunden gehören namhafte Firmen aus fast allen Erdteilen. Geht noch mehr? Vielleicht! Ein Ziel von William Sen ist es, nicht nur als Dienstleister Kunden zu betreuen, sondern eigene Software zu entwickeln. Gut vorstellbar, dass er das in die Tat umsetzt. Ganz sicher aber wird William Sen weiter produktiv bleiben und in seiner Freizeit die Sonne Kaliforniens genießen!

April 2021

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