Studie: Wie wichtig ist Motivation im Studium?

Gewinnerinnen und Gewinner des Lehrpreises 2017: v.l. Robert Konnerth,  N.N. ??, Prof. Dr. Dirk Burdinski, Prof. Dr. Gabriele Koeppe, Prof. Dr. Siegfried Stumpf (außen rechts). Es gratulierten: Prof. Dr. Sylvia Heuchemer (Vizepräsidentin für Lehre und Studium der TH Köln), NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Dr. Birgit Szczyrba, Teamleitung Kompetenzteam Hochschuldidaktik. (Bild: Costa Belibasakis / TH Köln)

Lehrpreis der TH Köln für zwei Lehrende am Campus Gummersbach der TH Köln

Für ihre Untersuchung über die Motivation von Studierenden und den Einfluss auf die Studienleistung haben Prof. Dr. Siegfried Stumpf und Prof. Dr. Gabriele Koeppe gemeinsam mit ihrem Studierenden-Team den Lehrpreis 2017 der TH Köln erhalten. Preisträger sind neben den beiden Lehrenden also auch die Studierenden Robert Konnerth, Anna Viehof, Tatjana Wisner und Burak Yilmaz, die an der Untersuchung mitgearbeitet haben.

Das Vorgehen sei ein Musterbeispiel für die Erforschung der eigenen Lehre, so die Jury. Die Preisträger verbesserten nicht nur die eigenen Lehrangebote, sondern gäben auch wichtige Impulse für hochschulweite Überlegungen zum Thema „gute Lehre“. Zweiter Preisträger war in diesem Jahr Prof. Dr. Dirk Burdinski von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln. Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro können die Geehrten für die qualitative Weiterentwicklung der Lehre nutzen.  Auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze gratulierte persönlich den Preisträgern in einer Feierstunde.

Zur Studie: Das Interesse an ihren Vorlesungen können Professoren und Dozenten normalerweise nur an wenigen Faktoren ablesen. Die Veranstaltungen sind regelmäßig gut besucht oder nicht, dann wird eine Prüfung geschrieben und am Ende steht eine Note. Wie sieht es aber tatsächlich mit der Motivation der Studierenden aus und welchen Einfluss hat diese auf Studienleistung und die Zufriedenheit mit dem Studiengang? Prof. Stumpf und Prof. Koeppe vom Betriebswirtschaftlichen Institut am Campus Gummersbach der TH Köln haben diese Fragen untersucht.

„Die Frage nach der Motivation von Studierenden hat mich immer interessiert, aber niemand hat das bislang genauer untersucht“, sagt Prof. Stumpf. Die Suche nach der Antwort konnte mit den Inhalten der Lehrveranstaltung von Prof. Koeppe und Prof. Stumpf verbunden werden . „In meiner Vorlesung über Projektmanagement geht es unter anderem um die Bedeutung von Motivation bei der Projektarbeit“, so der Psychologe. Die Studierenden sollten nicht nur etwas über Motivation allgemein lernen, sondern auch erfahren, wie ausgeprägt ihre eigene Motivation ist. 

Als Messinstrument wählten die Forscher das Leistungsmotivationsinventar (LMI) von Schuler und Prochaska. Dieser aus 170 Fragen bestehende Fragebogen erfasst 17 Dimensionen der Leistungsmotivation, etwa Beharrlichkeit, Engagement oder Erfolgszuversicht. Jede Frage war mittels einer siebenstufigen Skala zu beantworten. Insgesamt 170 Studierende der Ingenieurwissenschaften, die im Wintersemester 2016/17 die für das 4. oder 5. Semester vorgesehenen Pflichtmodule „Projektmanagement“ oder „Kommunikation und Führung“ besuchten, haben an der Untersuchung teilgenommen.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Studierende mit einer höheren Leistungsmotivation schnitten in den Prüfungen besser ab und sind mit ihrem Studium zufriedener. „Damit ich einen Studiengang interessant finde, muss ich mich also anstrengen. Je mehr ich mich um den Stoff bemühe, umso interessanter empfinde ich wiederum den Studiengang“, beschreibt Prof. Stumpf die Wechselwirkungen der Motivation.

Daraus folgern Prof. Stumpf und Prof. Koeppe, dass viele Studierende neben der intrinsischen Motivation auch extrinsische Impulse benötigen, etwa durch vorab definierte Meilensteine oder benotete Zwischenergebnisse. „Struktur hält die Leute am Arbeiten, sie darf aber auch kein einschnürendes Korsett sein“, so das Fazit von Prof. Stumpf. Es gilt, die richtige Balance zu finden.

Die Untersuchung bediente sich ebenfalls eines extrinsischen Impulses in Form von Bonuspunkten für die anstehende Klausur. Dafür mussten die Teilnehmer den Fragebogen vollständig ausfüllen. Jeder erhielt eine detaillierte Auswertung zu den eigenen Ergebnissen, zu der es eine ein- bis zweiseitige Reflexion zu schreiben galt. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten nun als Grundlage für weitere Forschungen genutzt werden, sagt Prof. Stumpf: „Für die Hochschule wäre es interessant zu messen, wie sich die Eigenmotivation der Studierenden während des Studiums verändert.“

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