Gut gerüstet für den Ernstfall

Der schienengebundene öffentliche Personenverkehr (ÖPV) gilt als besonders anfällig für einen terroristischen Anschlag: Unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) wurde im Mai 2015 den Ernstfall geprobt. Das Szenario: ein Anschlag mit 100 Verletzten in der U-Bahn-Haltestelle Bonner Straße.

Der schienengebundene öffentliche Personenverkehr (ÖPV) gilt als besonders anfällig für einen terroristischen Anschlag, da er täglich von zahlreichen Menschen genutzt wird, es viele Zugänge und wenige Kontrollen gibt. Unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) haben die Kölner Verkehrs-Betriebe, Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr im Mai 2015 den Ernstfall geprobt. Das Szenario: ein Anschlag mit 100 Verletzten in der U-Bahn-Haltestelle Bonner Straße.

Die Übung war Teil des Verbundforschungsprojektes RiKoV (Risiken und Kosten von terroristischen Bedrohungen des schienengebundenen öffentlichen Personenverkehrs). Es wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Sicherheitsforschung - Forschung für die zivile Sicherheit“. Mit ihr wurden die während der dreijährigen Projektlaufzeit erzielten Ergebnisse und entwickelten Methoden in einer realistischen Testumgebung erprobt. Zudem konnten die verschiedenen Behörden ihre Zusammenarbeit trainieren.

Dazu simulierten 100 Studierende am ersten Tag der Realübung das Fahrgastaufkommen eines gewöhnlichen Arbeitstages. Dabei wurden neuartige Sicherheitsmaßnahmen unter realen Bedingungen auf ihre Anwendbarkeit im öffentlichen Personenverkehr getestet. Am zweiten Tag der Übung erprobten die teilnehmenden Institutionen dann die Reaktionen auf einen terroristischen Anschlag, um Schnittstellen von Risiko- und Krisenmanagementsystemen herauszuarbeiten. Die Studierenden wurden dafür von einem professionellen Team der realistischen Unfalldarstellung geschminkt und mimten Verletzte mit unterschiedlich schweren Verwundungen. Auf diese Weise bot sich den Einsatzkräften die Chance, anhand eines realistischen Einsatzszenarios das gemeinsame Krisenmanagement zu üben.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IRG begleiteten die Übung wissenschaftlich. Durch ein lokales Positionierungssystem wurden alle Bewegungen und Ereignisse in der Haltestelle aufgezeichnet und im Anschluss an die Übung ausgewertet. Die Ergebnisse werden später auf beliebige öffentliche Personenverkehrssysteme in Deutschland übertragbar sein.

Die Projektleitung von RiKoV liegt bei der Universität der Bundeswehr München, Verbundpartner sind das Karlsruher Institut für Technologie, das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der TH Köln und die Firma Airbus Defence & Space. Assoziierte Partner sind die Kölner Verkehrs-Betriebe AG, Münchener Verkehrsgesellschaft mbH, Deutsche Bahn AG, Polizei Rheinland-Pfalz und die Bundespolizei. An der TH Köln wird das Projekt von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Alex Lechleuthner, Prof. Dr.-Ing. Ompe Aimé Mudimu und Florian Brauner geleitet.

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