Sensor für die Werte, Analyse für ein Kanalnetz, Konzept für die Versorgung

v.l.Aggerverbands-Ratsvorsitzender Ulrich Stücker, Prof. Dr. Lothar Scheuer, Timo Metze, Tanja Seeliger, Johannes Scholl, Prof. Dr. Christian Averkamp (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

An der TH Köln, Campus Gummersbach, wurden die diesjährigen Förderpreise des Aggerverbandes an Absolventinnen und Absolventen vergeben.

„Einen Termin wie den heutigen nehme ich besonders gerne wahr, weil Förderpreisgeber wie der Aggerverband uns als externe Einrichtung eine Rückmeldung zum hohen Niveau unserer Abschlussarbeiten gibt.“, sagte Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp bei der 17. Förderpreisverleihung des Aggerverbandes.

Prof. Dr. Lothar Scheuer, Chef des Aggerverbandes, lobte die drei Arbeiten: „Von den Ergebnissen wird der Aggerverband dauerhaften Nutzen haben“, sagte Scheuer. Wie im letzten Jahr gab es keine Rangliste mit den Plätzen eins bis drei, sondern alle drei Arbeiten wurden von der Jury als gleichwertig beurteilt. Jeder der Preisträger konnte sich über 600 Euro Preisgeld freuen.

Timo Metze aus Heiligenhaus hatte sich in seiner Masterarbeit mit der „Regelung des Betriebes von Abwasserreinigungsanlagen basiert auf der Erfassung von Zulauffrachten und Betriebsparametern“ befasst. Er entwickelte auf dem Forschungsstandort „:metabolon“ der TH Köln einen virtuellen Sensor für die Wasserbelastung auf der Basis von „Deep Learning“ und neuronalen Netzen, der ein reales Messgerät bei einem Ausfall zeitlich begrenzt ersetzen kann. Betreuer der Arbeit waren Prof. Dr. Michael Bongards und Prof. Dr. Frithjof Klasen vom Campus Gummersbach der TH Köln. Metze hatte den englischsprachigen Studiengang „Automation & IT“ belegt und war in seinem Jahrgang einer von zwei Deutschen, alle anderen Kommilitonen kamen aus teilweise weit entfernten Ländern wie Mexiko oder Indien. Metze arbeitet inzwischen als IT-Business Analyst bei Ford in Köln.

Johannes Scholl aus Bergisch-Gladbach beschäftigte sich in seiner Bachelorarbeit mit der "Wirkungsanalyse der hydrodynamischen Berechnungsmethode in NASIM für ein Kanalnetz mit Überstau inklusive Plausibilitätsprüfung und Erarbeitung sinnvoller Defaulteinstellungen im Modell“. Er wies nach, dass die hydrodynamische Berechnungsmethode für die Auslegung von Kanalnetzen besser geeignet ist als die hydrologische. Scholl hatte am Standort Köln der TH Bauingenieurwesen studiert, sein Betreuer war Prof. Dr. Christian Jokiel. Inzwischen studiert er an der RWTH Aachen im Masterstudiengang Bauingenieurwesen.

In ihrer Bachelorarbeit befasste sich Tanja Seeliger aus Gummersbach mit dem Thema „Erstellung eines Wasserversorgungskonzeptes nach Landeswassergesetz NRW“. Sie beschäftigte sich unter anderem mit dem Problem, wie man ein Rohrnetz auslegen muss, damit gleichzeitig Trinkwasser und bei einem Brand in großem Umfang Löschwasser bereitgestellt werden kann. Der Aggerverband stellte ihr Konzept, das sie beispielhaft für Gummersbach entwickelt hatte, als Entwurf allen Kommunen des Verbandes zur Verfügung. Prof. Scheuer lobte Frau Seligers Arbeit als wichtigen „Masterplan“ für die Gemeinden, auf dem diese aufbauen können.

Inzwischen arbeitet sie in einem Ingenieurbüro in Nümbrecht und befasst sich dort hauptsächlich mit Fragen der Wasserversorgung. Tanja Seliger hatte wie Johannes Scholl Bauingenieurwesen studiert, ihr Betreuer war Prof. Dr. Lothar Scheuer.

08.03.2018

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