Sauberes Wasser: Schüler forschen für die Gesellschaft

Frederik Rehbach stellt das Projekt OWOS vor (Bild: Michael Bause / TH Köln)

20.6.2018 – Im Projekt „OpenWater – Open Source“ arbeiten Schüler des Lindengymnasiums gemeinsam mit Experten der TH Köln an zukunftsrelevanten Forschungsfragen. Als Start bauten sie Sensoreinheiten zur Messung der Wasserqualität.

Forschung aus ihrem Elfenbeinturm holen, sie in die Gesellschaft tragen und von ihr mitgestalten lassen – das ist das Ziel des Forschungsprojekts „OpenWater – OpenSource“ (OWOS) am Campus Gummersbach der TH Köln. „Wir möchten gemeinsam mit Kooperationspartnern überlegen, wo geforscht werden muss und diese Forschung mit ihnen gemeinsam durchführen“, erklärte Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein, geschäftsführender Direktor des Instituts für Data Science, Engineering and Analytics der TH Köln. Unter dem Dach des Instituts wird das Projekt OWOS durchgeführt. Bei diesem Projekt dreht sich für die Fachleute der TH und ihre Projektpartner alles um das Thema „Sauberes Wasser“.

Zu diesen Partnern gehört auch das Lindengymnasium in Gummersbach: Wie gut die Wasserqualität in den Bächen und Teichen rund um die oberbergische Kreisstadt ist, untersucht derzeit der Informatik-Leistungskurs der elften Stufe des Gymnasiums. In den Räumen der TH in Gummersbach bauten die Schüler Sensoreinheiten auf, die von Prof. Bartz-Beielstein und seinem Team, dem Doktoranden Frederik Rehbach sowie den Studenten Maximilian Stommel und Michael Kubicki, eigens für diesen Zweck konzipiert wurden. „Wir haben aus circa 70 Einzelteilen einen kostengünstigen Bausatz mit passender Anleitung entwickelt, den die Schüler nun selbstständig zusammenbauen“, erklärte Rehbach. Für die beiden Schüler Oliver und Leon war dies nicht nur eine spannende Aufgabe, sondern auch ein guter Test zur Studienorientierung. „Wir möchten beide nach dem Abitur Informatik studieren. Wir kommen hier gut zurecht, und bestärkt uns in diesem Beschluss“, waren sich die beiden 17-Jährigen einig.

Am ersten Tag des gemeinsamen Forschungsprojekts wurden die Sensoreinheiten aufgebaut. In den nächsten Tagen kommen sie dann zum Einsatz: Die Schüler werden Temperatur, PH-Wert und die Trübung von Gewässern im Stadtgebiet testen. Gemeinsam mit Fachleuten des Aggerverbandes, dem weiteren Kooperationspartner im Projekt, werden die Schüler die gesammelten Daten dann auswerten. So können die jungen Leute nicht nur Hochschulluft schnuppern, der Aggerverband erhält auch wichtige Ergebnisse und Erkenntnisse für seine tägliche Arbeit. „Derzeit wird die Wasserqualität nur punktuell gemessen“, erklärte Prof. Bartz-Beielstein. „Die Ergebnisse werden zeigen, ob sich die im Rahmen von OWOS entwickelten Sensoreinheiten dazu eignen, ein weitflächiges Netz aufzubauen.“

Durch ein solches Sensoren-Netz könnten Verunreinigungen im Wasser schneller erkannt werden – Umweltkatastrophen, wie der „Gülle-Gau“ im Jahr 2015, bei dem rund 1,7 Millionen Liter Gülle in den Neyebach und die Neyetalsperre liefen und zu einem großen Pflanzen- und Tiersterben führten, könnten so also verhindert werden. Und nicht nur für Wasserversorgungsunternehmen wäre die Möglichkeit interessant, aus kostengünstigen Bausätzen Sensoreinheiten aufbauen zu können, die verlässliche Daten liefern: „Für Naturschutzverbände oder auch für Entwicklungsländer böten sich Möglichkeiten“, verdeutlichte Prof. Bartz-Beielstein, welche Kreise die gemeinsam mit den Schülern gewonnenen Forschungsergebnisse ziehen könnten.

Das Projekt OWOS wird im Rahmen des NRW-Programms „FH Zeit für Forschung“ gefördert. 20 forschungsstarke FH-Professoren, darunter Prof. Bartz-Beielstein von der TH Köln, können sich im Rahmen des Programms für je drei Jahre besonders zukunftsrelevanten Forschungsfragen widmen.

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