Neuberufen 2018: Prof. Dr. Torsten Klein

Prof. Dr. Torsten Klein (Bild: Prof. Dr. Torsten Klein)

Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften Lehr-/Forschungsgebiet: Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung


Studium Betriebswirtschaftslehre an der Universität Siegen
Promotion "Dynamisches Ressourcenkonfigurationsmanagement. Eine funktionalorientierte Werterhaltung strategischer Kompetenzen" an der Universität Siegen

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Unternehmensentwickler und Organisationsentwickler, Vertriebsleiter und Leiter der Prozess- und Auftragskoordination bei der ThyssenKrupp Steel Europa AG, Duisburg
  • Unternehmensberater und Führungskräfteentwickler sowie führender Gesellschafter der KonzeptB GbR, Wiehl
  • Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Mittelhessen, Gießen

Als Kind hatte ich das große Glück in einem behüteten Umfeld aufwachsen zu dürfen. Dabei genoss ich die unbeschwerte Freiheit, mit meinen Geschwistern und Nachbarskindern in Wäldern, auf Wiesen und an Bachläufen umherzustreunen. Kaum ein Baum war uns zu hoch, kaum ein Wasser zu tief. Nicht selten kam ich abends schmutzig und durchnässt nachhause. Auch Schrammen und Platzwunden blieben nicht immer aus. Die zahlreichen Naturerlebnisse prägten mich bis heute und lassen mich stets gerne an meine Kindheit zurückdenken. Viele reale Erlebnisse daraus sind heute bei meinen Kindern beliebte Geschichten geworden, die ich ihnen immer wieder erzählen darf. Und dies tue ich mit äußerster Freude – ja, man könnte sogar sagen, mit leuchtenden Augen und kindlicher Begeisterung.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich vieles noch genau so machen, wie geschehen. Vielleicht hätte ich heute jedoch den Mut, ein etwas exotischeres Fach als BWL zu studieren. Beispielsweise Forstwirtschaft oder Agrarwirtschaft oder ähnliches. Einen klaren kaufmännischen Bezug gibt es auch bei diesen Fächern.

Voraussetzung für eine gute Unternehmensführung ist es, möglichst schnell zu vergessen, was Tausenden Studierenden im ersten Semester eines BWL-Studiums standardmäßig beigebracht wird. Sie lernen, das Ziel eines jeden Unternehmens sei die Gewinnmaximierung. Ein Unternehmen ist kein hohler Geist, dem die Mitarbeiter huldigen müssen, damit das Unternehmen seine Reichtümer bis in alle Ewigkeit mehren kann. Es existiert, damit es Arbeitsplätze schafft. Die führen zu Gehaltszahlungen, diese wiederum zu Konsum und Konsum ermöglicht dem Unternehmen Absatz. Gepaart mit einem intakten Finanzsystem und einer verantwortungsvollen Politik entsteht so ein Wirtschaftskreislauf, an dem möglichst viele Menschen partizipieren. Dies wiederum ergibt wirtschaftliche Stabilität und sichert sozialen Frieden. Beides ist unabdingbar für eine intakte Gesellschaft. Und die ist letztlich die basale Voraussetzung für jegliche individuelle Entfaltung. Einzig und alleine dafür existieren Unternehmen. Dass ein Eigentümer eines Unternehmens durch hohe Gewinne profitiert, darf dabei in den vielen Neiddebatten nicht in Frage gestellt werden. Schließlich trägt der Eigentümer in der Regel das unternehmerische Verlustrisiko. Jedoch sollte er eben nicht der Versuchung der kurzfristigen Gewinnmaximierung unterliegen, sondern sich der gesellschaftlichen Bedeutung seines Handelns stets bewusst sein.

Ich möchte folgenden Schwerpunkt setzen: Zunächst muss ich die Hochschule und im Speziellen den Campus Gummersbach mit den Kollegen vor Ort besser kennen lernen. Erst dann weiß ich, an welchen Schnittstellen passende Anknüpfungspunkte sinnvoll wären.

Ich würde gerne herausfinden, ob die zunehmende Digitalisierung wirklich eine Bereicherung für unsere Gesellschaft ist. Oder ob wir nicht bereits den Punkt erreicht haben, ab dem unsere Gesellschaft selektiver und kritischer beim Einsatz von digitalen Systemen sein sollte. Ganz im Sinne einer teilweisen Abkehr.

Mein Schreibtisch schwankt zwischen Chaos und Struktur.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, ist Blackout – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg.

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