Neuberufen 2017: Prof. Dr. Daniel Lohmann

Prof. Dr. Daniel Lohmann (Bild: Tim Scheuer)

Fakultät für Architektur Lehr-/Forschungsgebiet: Architekturgeschichte und Entwerfen


Studium der Architektur an der RWTH Aachen und dem Edinburgh College of Art
Promotion „Das Heiligtum des Jupiter Heliopolitanus in Baalbek. Die Planungs- und Baugeschichte“ an der Technischen Universität Cottbus

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Forschungsstipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und Historische Bauforschung der RWTH Aachen
  • selbstständige Tätigkeit in der Denkmalpflege und historischer Bauforschung

Als Student war ich immer hin- und hergerissen zwischen dem Entwerfen und den historischen Fächern. Irgendwann habe ich erkannt, dass ich dieses Studium nicht nur gewählt habe, um Architektur zu ‚machen’, sondern vor allem um sie zu ‚verstehen’.

Antike Tempel gibt es auch im Nahen Osten. Dort sind sie besonders faszinierende frühe Zeugnisse für die Verschmelzung von europäischen und orientalischen Kulturräumen.

Aus der Architekturgeschichte lernen heißt Ressourcen nachhaltig nutzen: Die materielle Ressource Altbau, indem wir sie verstehen, wertschätzen und erhalten. Aber auch als Ressource für unser eigenes Schaffen: Architekten müssen das Rad nicht ständig neu erfinden, da wir als Disziplin glücklicherweise auf eine tausende Jahre alte Geschichte zurückgreifen können.

Wenn ich mich nicht mit historischen Bauten beschäftige, höre ich Musik, reise, wandere, zeichne oder fotografi ere. Manches davon gern gleichzeitig, und am liebsten in Gesellschaft.

Eine Professur reizt mich, weil ich das tun darf, was ich ohnehin am liebsten mache: Das Wesen der Architektur ergründen, meine Begeisterung dafür mit anderen teilen und weitergeben, und im Idealfall Inspiration aus dem Alten ziehen, um Neues zu schaffen.

Ich möchte einen Schwerpunkt setzen in der Kommunikation und Vermittlung von Architektur und ihrer Geschichte. Unsere Berufsgruppe droht sich von der Allgemeinheit zu entfremden, und vielen fällt es schwer, die Sprache der Architektur zu verstehen. Wir sollten daran arbeiten, den Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft zu finden, indem wir mit klaren Worten das erklären, was wir und unsere Vorgänger in die Welt gesetzt haben.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, ist topaktuell, auch wenn es eine alte Geschichte beschreibt: To Kill a Mockingbird von Harper Lee. Kinderaugen und -mund entblößen spielerisch die Konstruktion der amerikanischen Gesellschaft.

M
M