Neuberufen 2017: Prof. Dr. Johanna Friederike May

Prof. Dr. Johanna Friederike May (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik, Lehr-/Forschungsgebiet: Elektrotechnik, Schwerpunkt Energieeffizienz


Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Universität Ulm
Promotion "Integration von MEMS in Polymer für mikrofluidische Anwendungen" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Lehrbeauftragte für Sensorik und Messwertverarbeitung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart
  • Forschungsingenieurin für Photovoltaik-Systemtechnik, später Projektleiterin "Zukünftige Batteriespeichersysteme für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen" bei der Robert Bosch GmbH, Schwieberdingen
  • Projektleiterin Drahtbonden für Automobilelektronik bei der Robert Bosch GmbH, Kusterdingen
  • Wissenschaftliche Referentin im Bereich Netzintegration Erneuerbarer Energien beim Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich

Als Studentin habe ich die Chance genutzt, mich außerhalb Deutschlands umzusehen: Ich war zwei Semester in Sydney, Australien, um mehr über Photovoltaik zu lernen. Später habe ich zusammen mit einer kolumbianischen Studentin in Madagaskar evaluiert, wie gut Solarkocher angenommen werden und welche Nutzungsperspektiven solare Technologien bieten. Schon als Schülerin war ich übrigens ein Jahr zum Schüleraustausch in Uruguay gewesen.

Frauenquoten sind ein (politisches) Werkzeug und da ist es in der Politik wie in der Technik, dass ein guter Umgang mit einem Werkzeug zielführender ist als ein schlechter Umgang damit.

An der Elektrotechnik fasziniert mich, dass es vielfältige Anwendungsgebiete gibt, auch Themenfelder wie erneuerbare Energien und Medizintechnik und dass sich die Methoden in übergreifender Weise anwenden lassen.

100 Prozent Öko wäre toll, wenn "Öko" heißt, dass problematische Stoffe in einem Kreislauf geführt werden und das alles mit erneuerbarer Energie funktioniert, so wie es die Natur in ihren Stoffkreisläufen vormacht. Allerdings ist das ziemlich visionär, vor allem für die Elektronik.

Zurück an die Hochschule bin ich, weil mir die Betreuung von Praktikanten und Studierenden bei Abschlussarbeiten immer viel Freude gemacht hat und auch, weil ich die Vorlesung in Stuttgart sehr gerne gehalten habe.

Ich möchte einen Schwerpunkt setzen in der Energieeffizienz und besonders der Betrachtung von lebensdauerrelevanten Aspekten. Wie verhält sich die Energieeffizienz gegenüber der Lebensdauer? Wie ist die Gesamtbilanz eines Systems und wie könnte das verbessert werden?

Das würde ich gerne herausfinden: Mich interessiert, welche Möglichkeiten es gibt, mit rechnergestützten Übungen, Spielen oder Trainingssystemen die Grundlagenausbildung der Ingenieure zu verbessern.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, ist von Elisa Klapheck und heißt "Wie ich Rabbinerin wurde". Ich mag sehr gerne persönliche, glaubwürdige Biografien, in denen deutlich wird, wie Menschen ihren Weg suchen und finden. Frau Klapheck beschreibt sehr gut, wie sich ihre Sicht gewandelt hat von "undenkbar" hin zu "ja, das ist es".

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