Neuberufen 2017: Prof. Dr. Christoph Haag

Prof. Dr. Christoph Haag (Bild: Costa Belibasakis/TH Köln)

Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften, Lehrgebiet: Technologiemanagement


Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Paderborn

Promotion "Werthaltigkeitsprüfung technologiebasierter immaterieller Vermögenswerte" an der RWTH Aachen

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gruppenleiter in der Abteilung Technologiemanagement am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, Aachen
  • Procurement Manager bei der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen
  • Manager Costing, später Manager New Technologies bei der Johnson Controls GmbH, Burscheid
  • Professor für Procurement & Value Chain Management an der Hochschule Rhein-Waal

Als Kind war ich bereits eher so der "Generalist" mit einer Vielzahl an Interessen, ohne dass ich mich in eine bestimmte Sache so richtig vertieft hätte. Als Schüler war mir die Mathematik genauso nah wie die Sprachen oder Sozialwissenschaften. Wahrscheinlich bin ich deswegen Wirtschaftsingenieur geworden.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich Ingenieurwissenschaften studieren und mir (parallel dazu) ein Kompetenz-Standbein im Bereich Informatik/Coding aufbauen. Waren es zu meiner Studienzeit die mechatronischen Systeme, die die industrielle Produktion verändert haben, sind es heute die Cyber-Physical Systems.

Digital Manufacturing ist mir noch zu sehr Schlagwort und Worthülse. Es muss für die Unternehmen einfach greifbarer werden, welche Möglichkeiten sich in den einzelnen Wertschöpfungsstufen durch die digitalen Technologien auftun. Da sehe ich die technischen Hochschulen in der Pflicht zum praxisorientierten Wissenstransfer.

Die Zukunft der Arbeit in der Industrie 4.0 wird großartig sein und viel Freude bereithalten, wenn wir lernen, das Lernen zu lieben. Neues Wissen mit einem "Hurra, ich mach was draus!" zu begrüßen, wird mehr denn je der Schlüssel zum beruflichen Erfolg sein, ganz egal, in welcher Branche und auf welcher Unternehmensebene wir gerade beschäftigt sind.

Ich möchte einen Schwerpunkt setzen im Bereich der nutzerzentrierten Innovationstheorie und mit praxisnahen Ansätzen zur Digitalisierung von Wertschöpfungsketten. Warum das Ganze? Gewiss nicht zum Selbstzweck – es sollte uns allen um die Steigerung der Ökoeffizienz und -effektivität in unseren Produktionskreisläufen gehen.

Das würde ich gerne herausfinden: Welche Technologien es sein werden, die es uns im Jahr 2050 erlauben, mit ca. 10 Milliarden Mitmenschen auf dieser Welt gerecht und friedlich zusammenzuleben.

Kein Campus ohne studentisches Leben. Ich freue mich immer, wenn ich ein paar Studierende bei uns in Gummersbach mit ’nem Bier in der Hand vor der Bibliothek stehen sehe. Dann weiß ich: Es gibt noch Dinge, die ändern sich nie – auch nicht in unserer sich dynamisch verändernden Welt.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, war "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse.

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