Nachgefragt bei Prof. Dr. Ursula Arning

Prof. Dr. Ursula Arning (Bild: privat)

Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften, Lehr-/Forschungsgebiet: Open Access und Management digitaler Ressourcen


Studium Bibliothekswissenschaften an der Fachhochschule für Bibliothekswesen Stuttgart, Spanien- und Lateinamerikastudien an der Universität Bielefeld

Promotion „Narración-Religión-Subversión?: novelas contestatarias durante la dictadura militar argentina (1976–1983) am International Graduate Centre for the Study of Cultures der Justus-Liebig-Universität Gießen

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Leiterin des Informationszentrums des Goethe-Instituts in Córdoba, Argentinien
  • Referentin am Bayerischen Hochschulzentrum für Lateinamerika der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Dozentin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Leiterin des Programmbereichs Open Access – digitale Langzeitarchivierung – Forschungsdaten, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaft, Köln

Als Kind war ich schon begeistert von den vielen Geschichten in Büchern und beim Theater(-spielen). Für meine Schwester, die damals schon Lehrerin werden wollte, habe ich früh die Schulbank gedrückt; vielleicht hat mich deshalb der Wunsch, selbst zu lehren, immer begleitet.

Wenn ich heute noch mal studieren würde fände ich das unheimlich spannend. Es gibt so viele Möglichkeiten und gerade der Studiengang Bibliothekswesen hat sich sehr verändert. Aber der Anspruch Kultur- bzw. Wissensvermittlerin zu sein, ist gleich geblieben. Nur mit anderen Methoden und Aufgaben.

Argentinien ist meine zweite Heimat. Ich habe viele intelligente und für andere Kulturen offene Menschen kennenlernen dürfen. Die Arbeit der Goethe-Institute als Plattform der Demokratie ist unheimlich wichtig und wird im Ausland sehr geschätzt. Es tut weh zu sehen, wie das in Teilen zurückgefahren wird.

Mein fachliches Steckenpferd ist Open Access und die kostenlose Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen für die ganze Welt. Zurzeit hat man leider das Gefühl, dass sich vieles um Geld dreht und die Transparenz der Wissenschaft zweitrangig ist. Das kann durch die breite Aufstellung von Open-Access-Beauftragten aufgefangen werden.

Ich möchte einen Schwerpunkt setzen und die Berufsanfängerinnen und –anfänger auf die neuen Aufgaben im Bibliotheksbereich gut vorbereiten. Dabei ist es mir wichtig, neben dem fachlichen, natürlich unumgänglich wichtigem Wissen, die Neugier zu wecken und das Wachbleiben für neue (technische) Möglichkeiten.

Ich würde gerne herausfinden, wie wir die KI sinnvoll in die Bibliotheken bzw. Informationszentren integrieren können. Es gibt schon einige Ansätze, aber auch viel Angst und vor allem viel Unwissen.

Mein Schreibtisch ist leider immer seltener aufgeräumt. Es gibt einfach immer viel zu viel Neues und Spannendes in der Aktualität, das zu verfolgen ist. Da bleibt für Ablage oft keine Zeit. Es ist mir aber auch Wichtiger, für meine Mitmenschen und Kolleginnen und Kollegen – und demnächst  Studierende – Zeit zu haben.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe war die Reihe des „Friedhofs der vergessenen Bücher“ des Spaniers Carlos Ruiz Zafón. Es ist so erschreckend zu wissen, was Menschen sich gegenseitig antun können, oft nur zu eigenem Machtgewinn.

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