Nachgefragt bei Prof. Dr. Mirjam Blümm

Prof. Dr. Mirjam Blümm (Bild: privat)

Fakultäten für Informations- und Kommunikationswissenschaften/Informatik und Ingenieurwissenschaften, Lehr-/Forschungsgebiet: eScience und Forschungsdatenmanagement


Studium Germanistik, Anglistik und Kulturwissenschaft der englischsprachigen Länder an der Universität Würzburg

Promotion „Modellfall Autorenwörterbuch – Die Nomina in Günter Grass Erzählung Unkenrufe“ an der Universität Würzburg

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Würzburg
  • Referendarin Neuphilologien und E-Humanities an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen/Bayerische Staatsbibliothek
  • Programmleiterin Digital Humanities an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
  • Stellvertretende Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
  • Lehrbeauftragte an der Universität Würzburg

Als Kind wohnte ich in einem Dorf, das Neuerungen meist skeptisch gegenüberstand. Heute schätze ich umso mehr ein Umfeld, in dem man auch mal etwas ausprobieren kann.

Wenn ich heute noch mal Studentin wäre, würde ich einen Studiengang wählen, der stärker auf digitale Themen ausgerichtet ist, und vielleicht auch verschiedene Fachbereiche kombinieren. Auf jeden Fall würde ich wieder versuchen, ein Auslandssemester einzulegen. Mein Erasmus-Aufenthalt in England ist eine tolle Erfahrung gewesen.

Digital Humanities sind ein extrem spannendes Feld, in dem vieles noch in Bewegung ist. Neue Methoden und Werkzeuge haben teilweise einen ganz neuen Blick auf den Forschungsgegenstand eröffnet und neue Forschungsfragen ermöglicht. Daraus sind viele kreative Projekte entstanden, gerade auch von Studierenden.

Mein fachliches Steckenpferd sind Fragen zu Forschungsdaten und -infrastrukturen: wie man (aufwändig erzeugte) Daten zum Erhalt aufbereitet und zur Nachnutzung anbietet, wie Forschungsinfrastrukturen kooperativ und dauerhaft betrieben werden können und nach welchen Kriterien dabei der Erfolg ermittelt werden kann.

Ich möchte einen Schwerpunkt darauf setzen, die beiden Fachbereiche Informatik und Informationswissenschaft an der TH Köln in Lehre und Forschung näher zusammenzubringen.

Ich würde gerne herausfinden, welche Rolle wissenschaftliche Bibliotheken als Anbieter von Forschungsdaten und -infrastrukturen künftig an der Schnittstelle zwischen Fachwissenschaft, Informationswissenschaft und Informatik einnehmen können, um enger zu kooperieren, und wie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in diesen Bereichen dafür fit gemacht werden können.

Der beste Ort für kreative Ideen ist ein offener Kopf, besser noch sind zwei davon. Ich nutze häufig lange Bahnfahrten, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und Ideen zu entwickeln, die ich dann mit anderen austausche.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, war "Billard um halb zehn" von Heinrich Böll, das mir der Betreuer meiner Dissertation als Einstimmung auf Köln geschenkt hat.

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