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Prof. Dr. Christian Kohls

Informatik und Ingenieurwissenschaften
Institut für Informatik (INF)

  • Campus Gummersbach
    Steinmüllerallee 1
    51643 Gummersbach
  • Raum 3.242

Multi-Touch-Table: Kein Prototyp, sondern ein Dauerbrenner

Master-Studenten des Instituts für Informatik entwickelten ein interaktives Informationsmedium

Noch bis Ende Oktober 2016 tourt die Wanderausstellung „Forschung für dich“ durch insgesamt 15 Städte in NRW, ab 3. Mai wird sie in Kleve zu sehen sein. Immer mit dabei ist ein Multi-Touch-Table, der am Gummersbacher Campus der TH Köln entstanden ist. Die Hardware lieferte ein Standard-PC mit Multi-Touch-Screen, für den die hochschuleigene Schreinerei einen Rahmen baute. Auf Basis des Betriebssystems Windows 8 entwickelten die Masterstudenten Nadim Khan, Robert Scherbarth, David van der Wal und Ramon Victor (Studiengang Software Engineering) unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Kohls vom Institut für Informatik digitale Anwendungen, die den Besuchern der Ausstellung einen interaktiven Zugang zu den ausgestellten Forschungsprojekten ermöglichen.

interaktive Tablet-Anwendunginteraktive Tablet-Anwendung (Bild: zefo/TH Köln)

Die Ausstellung gehört zum Projekt "Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW", das vom Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW unterstützt wird. Und der Name – „Forschung für dich“ – ist Programm: In bürgernahen Räumen werden Leuchtturmprojekte nordrhein-westfälischer Fachhochschulen vorgestellt, die allesamt Bezug zum Alltag der Menschen nehmen und nachhaltige Lösungen für konkrete Probleme entwickeln. Vorgestellt werden die Projekte anhand von lebensgroßen Bildern des Fotografen Holger Lietfien. Der Multi-Touch-Table geht einen Schritt weiter: Er ermöglicht den Besuchern nicht nur einen visuellen Zugang zu den Vorhaben, sondern einen interaktiven. Dazu haben Prof. Kohls und seine Studenten die Bilder als Memory-Cards digitalisiert, deren Teile von den Besuchern wie bei einem Puzzle auf dem Touch-Screen zusammengeschoben werden müssen. Ist das Bild komplett, erscheint ein Informations-Text zum dargestellten Forschungsprojekt.

„Bis zu zehn Personen können gleichzeitig am Tisch puzzeln und dabei miteinander in Interaktion kommen. Die Informationstexte sind um 360 Grad drehbar, so dass sie von allen vier Seiten aus gelesen werden können“, erklärt Kohls. Gemeinsam mit seinen Studenten hat er eine digitale Anwendung entwickelt, die selbsterklärend ist und sofort zum Mitmachen einlädt. So bekommen die Besucher nicht nur einen visuellen Zugang zu den Exponaten, sondern auch einen haptischen. Das eigens für die Ausstellung entwickelte Gerät läuft seit rund einem Jahr im Dauerbetrieb. „Daran erkennt man, dass es sich nicht nur um einen Prototyp handelt“, lobt Prof. Kohls die Arbeit der Studenten, die bei der Entwicklung darauf geachtet haben, dass der Tisch auch häufige Transporte und tausende von Nutzern „überlebt“.

Gruppenfoto der Entwickler mit ihrem Betreuer Prof. KohlsDavid van der Wal, Nadim Khan, Robert Scherbarth, Ramon Victor, Prof. Dr. Christian Kohls (v.l.) (Bild: zefo/TH Köln)

Dank der Stabilität des Multi-Touch-Tables kann sich Prof. Kohls heute schon erlauben, über die Zeit nach der Ausstellung nachzudenken: „Ich könnte mir gut vorstellen, die digitale Anwendung hier am Campus zu nutzen. Beispielsweise am Tag der Offenen Tür. Besucher erhielten so auf spielerische Art Zugang zu Informationen und könnten sich beispielsweise über die hier angebotenen Studiengänge informieren.“ Aber auch in einem Museum wäre ein solcher Multi-Touch-Table gut aufgehoben, um Besuchern einen interaktiven Zugang zu den Angeboten zu ermöglichen. Getreu dem Anspruch der Hochschule, nicht im luftleeren Raum zu forschen, sondern Ergebnisse zu präsentieren, die im Alltag der Menschen Verwendung finden, lassen sich so noch zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten konstruieren. „Die Inhalte sind leicht auszutauschen und auch weitere Anwendungen können entwickelt werden – schließlich hängt die Entwicklung von digitalen Anwendungen der heute bereits existierenden Hardware weit hinterher. Da gibt es Aufholbedarf“, so Prof. Kohls.

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