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Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung

Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)
Ubierring 48a, 50678 Köln

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Prof. Dr. Andreas Thimmel

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)

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Geschichtsschreibung in der Sozialen Arbeit

Soziale Bewegungen (Bild: Springer)

In dem neu erschienen Sammelband "Soziale Bewegungen und Soziale Arbeit", der Beiträge der letzten Tagung der AG "Historische Sozialpädagogik/Soziale Arbeit" beinhaltet, ist auch ein Aufsatz von Stefan Schäfer, Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung, enthalten. Der Beitrag thematisiert methodologische und methodische Fragen zur Geschichtschreibung in der Sozialen Arbeit.

In dem von Diana Franke-Meyer und Carola Kuhlmann herausgegebenen Buch zur Geschichte der Sozialen Arbeit wird ausgeführt, wie Soziale Bewegungen die Entstehung und Profilierung der Profession, der Institutionen und Methoden Sozialer Arbeit beeinflusst haben. Von der Rettungshausbewegung über die Sexual- und Lebensreformbewegung bis zur Frauenhaus- und Kinderladenbewegung wurden soziale Bewegungen darüber hinaus zum Motor der Weiterentwicklung, weil neue Notlagen identifiziert und schließlich entsprechende Hilfen institutionalisiert bzw. tradierte Hilfeformen kritisiert und reformiert wurden.

Thema des Beitrags von Stefan Schäfer ist die Geschichtsschreibung bei Hannah Arendt. Arendts metaphorisch als "Perlentauchen" bezeichneter Ansatz der Geschichtsschreibung wird hier rekonstruiert und für die Soziale Arbeit fruchtbar gemacht. Weil Arendt dabei die Prinzipien ihres Begriffs des Politischen in ihre Geschichtsschreibung aufnimmt, ist ihr Ansatz besonders für die Erforschung des Zusammenhangs von Sozialer Arbeit und sozialen Bewegungen relevant. Im Zentrum der Betrachtung stehen die drei methodologischen Dimensionen der kontingenzsensiblen, fragmentarischen und natalitätsorientierten Hostoriographie, die jeweils in Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsschreibung konkretisiert werden. Durch den Anspruch des Perlentauchens, einen Pfad des kritischen Denkens durch eigene und fremde Vorurteile zu bahnen, ist nach Arendt die Möglichkeit gegeben, die scheinbar naturhafte Legitimität des Gegebenen zu unterminieren, womit zugleich politisches Handeln, Initiative und Neubeginn denkbar und in der historischen Analyse darstellbar wird.

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