Europäische Biogas-Forscher trafen sich in Gummersbach

Tagung im Rahmen des EU-Programms „ATBEST“

26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Irland, Schweden und Kirgistan waren im Mai 2016 zu Gast am Campus Gummersbach der TH Köln. Bei ihrem Treffen tauschten sich die 17 Doktorandinnen und Doktoranden sowie ihre Betreuungspersonen über Projekte des Forschungsprogramms 'ATBEST' (Advanced Technologies for Biogas Efficiency, Sustainabilty and Transport) aus. Die europäische Union fördert mit ATBEST ein Trainings-Netzwerk mit dem Ziel, Prozesse der Biogaserzeugung zu optimieren. Mit einem Budget von 3,86 Mio. Euro werden junge Promovenden und Postdocs für drei Jahre zu Hochschulpartnern und Forschungseinrichtungen in verschiedenen europäischen Ländern geschickt, beteiligt sind außerdem 14 Unternehmen. Eine dieser Forschungsstätten ist das Institut für Automation und Industrial IT der TH Köln am Campus Gummersbach, es hat auf  diese Weise einen weiteren Einstieg in die internationale Spitzenforschung mit kooperativen Promotionen erhalten.

Gruppenbild Biogas-Forscher am Campus Gummersbach26 WissenschaftlerInnen traffen sich im Rahmen des Forschungsprogramms 'ATBEST' am Campus Gummersbach (Bild: Andreas Schneider / TH Köln)

Gastgeber dieses fünften Treffens des ATBEST- Konsortiums war Prof. Dr. Michael Bongards, der  in seinem „Gummersbach Environmental Computing Center“ (GECO>C) unter anderem den Engländer Robin Eccleston und seine Promotionsarbeit betreut.  Eccleston ist Stipendiat der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme (MSCA), einem EU-Forschungsrahmenprogramm, mit dem Europa für Forschende attraktiver werden will. ATBEST gehört auch zu diesem MSCA-Programm. Der Elektroingenieur entwickelt neue Technologien für Biogasreaktoren. Dabei konzentriert er sich vor allem auf eine Verbesserung der Prozessüberwachung während der anaeroben Gärung, also der Gasentwicklung aus Biomasse unter Luftabschluss.

Die elfköpfige Forschungsgruppe GECO>C beschäftigt sich seit vielen Jahren unter anderem mit der Optimierung von Biogas-anlagen, am Campus Gummersbach und auf „:metabolon“, dem Lehr- und Forschungs-zentrum der TH Köln auf der umgewandelten Leppedeponie in Lindlar. Mitgliedern seines Teams ist es in der Vergangenheit beispielsweise gelungen, bestehende Anlagen so zu verbessern, dass deren Jahresproduktion an Biogas um bis zu 20 Prozent stieg. Die Wissenschaftler haben in die jeweilige Anlage eine Sonde eingebracht, die misst, wie die Stoffe im Gärreaktor das eingestrahlte Licht im sichtbaren und im UV-Bereich absorbieren. Mit entsprechenden Computerprogrammen lassen sich die gemessenen Lichtspektren fortlaufend automatisch und online auswerten.

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