Eine Erklärung für die wahrscheinlichste Erklärung

Best Student Award_Raphaela Butz (Bild: TH Köln)

TH-Mitarbeiterin gewinnt den "Best Student Award" bei Informatik-Konferenz in Mailand

5.11.2018 - Bei ihrer ersten internationalen Konferenzteilnahme hatte Raphaela Butz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Gummersbach der TH Köln, allen Grund zur Freude: Sie gewann den Preis für das „Best Student Paper“ auf der 12. „International Conference on Scalable Uncertainty Management“ in Mailand im Oktober 2018. Ihre 14seitige Arbeit mit dem Titel „Explaining the Most Probable Explanation“ wurde unter 29 Einreichungen ausgewählt. Der renommierte Springer-Verlag für wissenschaftliche Literatur hatte einen Preis von 250 Euro ausgelobt.

In ihrem Text erläutert die Promovendin, wie die Ausgabe Bays’scher Netze in Bezug auf Darstellung und Ergebnis interpretiert werden kann. Die Netze wurden von dem britischen Mathematiker Thomas Bayes entwickelt und dient zur Berechnung komplexer Wahrscheinlichkeiten. Anwender können Ärzte sein, die herausfinden möchten, welche Therapie bei einem komplexen Symptombild die geeignetste ist. Aber auch die Justiz kann solche Verfahren einsetzen, um wahrscheinlichsten Tathergang durch besser rekonstruieren zu können.

Die Bays’sche Netze gehören in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), sie liefern am Ende brauchbare Ergebnisse, der Anwender kann aber die Zwischenschritte nicht immer nachvollziehen, da das Verfahren selbstlernend ist. In ihrer Arbeit erläutert Raphaela Butz, wie sie eine wahrscheinliche Erklärung für den Rechenweg des Netzes ermittelt hat.

Das eingereichte Paper gehört zu ihrer Promotionsarbeit mit dem Titel "Building a decision support system with heterogeneous medical data ". Darin beschäftigt sie sich mit Möglichkeiten, unterschiedliche Daten oder Verfahren im Umfeld der Medizininformatik miteinander zu verknüpfen. Sie kooperiert dabei mit Ärzten des Imperial College in London. Partner der TH Köln für das Promotionsverfahren ist die Open University in Heerlen (Niederlande). Am Campus Gummersbach wird Frau Butz betreut von Prof. Dr. Stefan Karsch und Prof. Dr. Hans Ludwig Stahl vom Labor für Kommunikationstechnik und Datensicherheit (KTDS) im Institut für Informatik.

Der Preis für das „Best Student Paper“ war nicht die erste Auszeichnung für die Informatikerin. Im Jahr 2016 errang sie mit ihrer Masterarbeit „Vertrauen bei Multi-Agenten-Systemen“ den zweiten Platz beim Opitz-Innovationspreis. Schon bei ihrer Bachelor-Arbeit hatte sich Raphaela Butz mit einem Thema im Umfeld der Medizin-Informatik beschäftigt, bei der Themenstellung des Phillips-Konzerns in Böblingen ging es unter anderem um Software zur Patientenüberwachung.  

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