Ein neues Rasterelektronenmikroskop zum Abschied

Der renommierte Werkstoffexperte Prof. Dr.-Ing. Helmut Winkel verabschiedete sich in den Ruhestand und übergab ein neues Rasterelektronenmikroskop an seine Nachfolgerin. Das Bundesforschungsministerium finanzierte die Anschaffung des Hochleistungsgeräts für den Campus Gummersbach der TH Köln mit 380.000 Euro.

Das neue Rasterelektronenmikroskop (REM) ersetzt das bisherige Gerät und bietet eine deutliche höhere Auflösung bis zu 1,2 Nanometer, umgerechnet also 1,2 Millionstel Millimeter. Das Hitachi SU5000 FE-SEM wird für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, aber auch für die Lehre eingesetzt. Das neue REM kann auch im Niedervakuum arbeiten und so auch Objekte wiedergeben, deren Oberfläche nicht elektrisch leitfähig ist. Bisher mussten Untersuchungsgegenstände teilweise erst vergoldet werden, um im REM sichtbar zu werden.

Durch den unermüdlichen Einsatz von Prof. Dr.-Ing. Helmut Winkel, dem langjährigen Leiter des Instituts für Werkstoffkunde und Angewandte Mathematik, konnte das REM beschafft werden. Als eine Art Abschiedsvorlesung stellte Prof. Winkel seine neue Errungenschaft vor. Er erläuterte den anwesenden Industrievertretern die Funktionsweise und die Anwendungsmöglichkeiten des 330.000 Euro teuren Geräts. Der Campus verfüge jetzt, so Prof. Winkel, über ein Exemplar des „besten Rasterelektronenmikroskops der Welt für industrielle Anwendungen“. Über dieses Erbe kann sich jetzt die Nachfolgerin im Amt freuen, Frau Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger, die neue Leiterin des Labors für Werkstoffkunde. Sie hat langjährige Industrieerfahrung, zuletzt als Abteilungsleiterin für Materialforschung und Entwicklung, aber auch Lehrerfahrung als Lehrbeauftragte an der Universität des Saarlandes.

Abschied für den dienstältesten Professor der TH Köln

Nach der Vorführung des REM im Labor verabschiedeten Mitglieder der Fakultät den dienstältesten Professor der TH Köln in einer Feierstunde. Prof. Winkel ging nach 31 Dienstjahren in den Ruhestand. Die Laudatio hielt der Dekan des Campus Gummersbach, Prof. Dr. Christian Averkamp. Er dankte Prof. Winkel für seinen Einsatz als Hochschullehrer, er habe „Werkstoffkunde auf hohem Niveau“ betrieben und sei immer fordernd, aber fair, geblieben. Als Forscher und als Kooperationspartner für die Unternehmen sei Winkel bis zum Schluss sehr aktiv gewesen, unter anderem für einen international bekannten Hersteller von Autofedern.

Prof. Winkel übernahm wiederholt Funktionen in der Selbstverwaltung der Hochschule, u.a. als Fakultätsratsmitglied und Praxissemesterbeauftragter. Auch bundesweit war er aktiv als Vizepräsident der Bundesvereinigung des Hochschullehrerbundes (hlb). Immer wieder engagierte er sich mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Außendarstellung der Hochschule, u.a. bei Tagen der offenen Tür oder beim Girls Day, und bot Vorführungen zur Werkstoffprüfung an. Mehrfach empfing er Delegationen aus anderen Ländern, vor allem aus China, die sich für seine Untersuchungsmethoden und seine praxisorientierte Lehre auf wissenschaftlicher Grundlage interessierten.

„Ich liebe die Werkstoffe!“ bekannte Prof. Winkel bei seinem Abschied. Aber er hat auch andere Leidenschaften: als Vater von fünf erwachsenen Kindern und Großvater von 12 Enkelinnen und Enkel freue er sich sehr darauf, nunmehr seinen Enkelkindern die Welt und das, was sie zusammenhält, zu erklären.

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