Abgase reinigen, Dosierung optimieren, Roboter steuern

Eaton-Förderpreis (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Eaton-Förderpreise für drei herausragende Abschlussarbeiten der Elektrotechnik am Campus Gummersbach der TH Köln

Mit dem „Eaton-Award“, einem Förderpreis mit der Gesamtsumme von 3000 Euro, zeichnet der internationale Elektronik-Konzern Eaton jedes Jahr Bestleistungen der Studiengänge Elektronik und Automatisierungstechnik am Cam­pus Gummersbach der TH Köln aus. Die Preise wurden in diesem Jahr im Rahmen einer Vorlesung übergeben.

Frederik Rehbach erhielt in diesem Jahr den ersten Preis und 1250 Euro. Er schrieb seine Arbeit im englischsprachigen Masterstudiengang „Automation & IT“ für die Firma Steinmüller Engineering, sie ist ein Kooperationspartner der Hochschule in direkter Nachbarschaft auf dem Steinmüllergelände. Sein Thema war die Entwicklung von evolutionäre Algorithmen zur Optimierung von Elektroabscheidern. Solche Abscheider werden für die Abgase von Verbrennungsanlagen errichtet, sie erreichen teilweise eine Höhe von 40 Metern oder mehr. Durch die selbstlernenden Algorithmen konnte die Computersimulation für die optimale Verteilung der Abgase im Abscheider spürbar verkürzt werden, was eine entsprechende Kosteneinsparung bei der Konstruktion brachte. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Thomas Barz-Beielstein vom ”Institut für Data Science, Engineering and Analytics“ (IDE+A). Er ist auch einer der Betreuer für die Promotionsarbeit von Rehbach, die er derzeit an der TH Köln schreibt.

Anatoli Schmidt schrieb im Bachelor-Studiengang Automatisierungstechnik seine Abschlussarbeit mit dem Titel „Steuerungs- und regelungstechnische Optimierung einer industriellen Dosieranlage“. Mit seiner Studie errang er den zweiten Platz, dotiert mit 1000 Euro. Schmidt beschäftigte sich für die Firma HDG in Lindlar mit dem Konzept einer Anlage, die der optimalen und reibungslosen Befüllung von Kunststofftüten für Schüttgüter, vor allem in der Lebensmittelindustrie, dient. Der junge Ingenieur ermittelte optimale Regelparameter mit einer Computersimulation, die dann an der bestehenden Produktionsanlage erprobt und weiter verbessert wurden. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Michael Bongards.

Auf den dritten Platz kam Ricardo Coppola aus Wildbergerhütte (Reichshof) mit seiner Arbeit „Entwicklung der Steuerungssoftware eines Magazinierroboters“ im Bachelorstudiengang Automatisierungstechnik. Coppola erhielt 750 Euro Preisgeld. Für die Firma Unitechnik in Wiehl entwickelte der Ingenieur die Steuerungssoftware für einen Magazinierroboter, der Teil eines Beton-Fertigteilwerks ist. Coppola beschrieb als innovative Idee auch den möglichen Einbau eines 3D-Drucksystems in den Kopf des Schalungsroboters. Diese Elemente werden heute oft manuell aus Styropor-Elementen geschnitten, was zeitaufwendig und ungenau ist. Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Michael Bongards.

Sowohl für Anatoli Schmidt als auch für Ricardo Coppola bedeutete die erfolgreiche Abschlussarbeit  auch den Einstieg in das jeweilige Unternehmen, sie führen die Projekte jetzt als Mitarbeiter weiter.

Praxisnah mit hohem wissenschaftlichem Niveau

„Förderpreise sind eine wichtige Rückmeldung aus der Industrie für das Niveau der Abschlussarbeiten an unserem Campus, denn der Sponsor des Preises ist immer auch an der Jury beteiligt.“ So beschrieb der Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp in seiner Begrüßung den Stellenwert des Förderpreises für die Hochschule. „Und die Unternehmen bescheinigen uns immer wieder, dass die bewerteten Arbeiten hohes wissenschaftliches Niveau haben und gleichzeitig für die Praxis relevant sind.“  

Georg Reidt, Leiter für Innovation und Technology in der deutschen Eaton-Zentrale in Bonn, lobte bei der Preisübergabe ebenfalls die Arbeiten der Preisträger und das hohe Niveau ihrer Entwicklungen. Mit dem Förderpreis möchte Eaton talentierte Nachwuchsforscher auszeichnen und die Zusammenarbeit mit der Hochschule weiter ausbauen. Der Konzern mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern unterhält ein Werk in Gummersbach, das Niederspannungsschaltgeräte für den Weltmarkt herstellt. Die Werksleiterin Jesiele N. Lima bezeichnete die Kooperation mit Universitäten und Schulen auf lokaler und internationaler Ebene als einen sehr wichtigen Faktor für Eaton. Inzwischen arbeiten auch mehrere Absolventen des Campus Gummersbach in Schlüsselpositionen bei Eaton. 

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